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Gottesgabener feiern am Anger

Erinnerungen: Die in Gottesgabe geborene Renate Jahnke (l.) sammelt Bilder und Dokumente zur Dorfgeschichte. Beim Fest erzählte sie davon. Irene Zock (r.) lebte einst im Dorf. Sie kam mit Tochter Doris Deutschmann (2.v.r.), die sich noch an die Ferientage
Erinnerungen: Die in Gottesgabe geborene Renate Jahnke (l.) sammelt Bilder und Dokumente zur Dorfgeschichte. Beim Fest erzählte sie davon. Irene Zock (r.) lebte einst im Dorf. Sie kam mit Tochter Doris Deutschmann (2.v.r.), die sich noch an die Ferientage © Foto: Silke Bärisch-Müller
Silke Bärisch-Müller / 18.05.2015, 05:29 Uhr
Gottesgabe (MOZ) Zum Kaffeetrinken kommen die Gottesgaber jedes Jahr zusammen, alle zehn Jahre aber wird groß gefeiert. 710 Jahre Gottesgabe war am Sonnabend der Anlass, den fast alle im Dorf mit vorbereitet hatten: Kuchen backen, Festzelt aufstellen, Hüpfburg besorgen, Hölschebure engagieren, Feuerwerk ordern, Musik und Tanzboden heranschaffen, historische Technik aufpolieren und ehemalige Gottesgaber einladen.

Fast jeder im Dorf hat zu irgendwem Kontakt, sagt Hauptorganisator Jürgen Jahnke. Rund 70 Einwohner zählt der Ort, der zu Neuhardenberg gehört. Jahnke schwört auf den Zusammenhalt und und ist sich sicher, dass dieser sich nicht so bald verliert. Renate Jahnke, die in Gottesgabe geboren ist, kümmert sich um die Ortsgeschichte. Von den Nachfahren derer von Oppen, die das Gut einst bewirtschafteten, hat sie Unterlagen und Fotos erhalten.

Mitten zwischen den weit mehr als 70 Festbesuchern sitzen Martha Kischke (92) und ihre Schwester Alwine Engel (86). Die beiden kamen aus dem schlesischen Maserwitz, als es auf dem dortigen Gut kein Auskommen mehr gab. "36 Mann waren wir", erinnert sich Martha Kischkel. "Mit Onkels und Tanken - eine Großfamilie eben." Die beiden Schwestern leben in Gottesgabe. Martha zog sechs Kinder groß, zählt zwölf Enkel und 17 Urenkel, Alwine ist stolz auf drei Kinder, vier Enkel und sechs Urenkel. "Und nun rechnen Sie mal die Frauen und Männer noch dazu ..." Einige blieben, andere zogen weg.

Die Weggezogenen kommen gern zurück, wie Irene Zock. Die 84-Jährige lebt heute in Petershagen. Ihre Tochter Doris Deutschmann erinnert sich noch lebhaft an die Ferien bei den Großeltern im Dorf. Sie und viele andere haben an diesem Tag viel zu erzählen. Und nicht zuletzt weckt ein Film Erinnerungen. "Eine alte Liebe" wurde einst im Dorf gedreht, viele Gottesgabener spielten als Statisten mit. Gefeiert wird auf dem idyllischen Dorfanger bis spät in die Nacht, die noch im Licht eines zünftigen Feuerwerks erstrahlt.

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