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Urzeitliche Monster erwacht

Rammdorn trieb sein Unwesen auf dem Gelände vor dem ehemaligen Kornspeicher des Gutes Hobrechtsfelde.
Rammdorn trieb sein Unwesen auf dem Gelände vor dem ehemaligen Kornspeicher des Gutes Hobrechtsfelde. © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 18.05.2015, 07:50 Uhr - Aktualisiert 21.05.2015, 14:05
Hobrechtsfelde (mes) Auf dem Gutshofgelände rund um den Speicherturm und die große Eventscheune in Hobrechtsfelde gab es am Wochenende das 3. Drachenmagie-Spectaculum. Begleitet wurde es von der Gruppe Spilwut, Feuerzauber, Gaukelei, Marktgeschehen und einem Feldlager der Ritter.

"Jemand hat unser Ei gestohlen!" schallte es mit unheilvollem Unterton über das Gelände. War es Marco, der Gänsedieb? Oder hatte jemand dieses große bunte Ei etwa für ein kostbares Kleinod gehalten, das man für eine Menge Gold eintauschen konnte? Wie auch immer. Niemals sollte man etwas stehlen. Schon gar kein Drachenei.

Das Slawendorf in Brandenburg an der Havel war abermals Schauplatz eines grandiosen Mittelalterspectaculums. Mit Ritterkampf, altem Handwerk, köstlichen Speisen, Greifvolgelvorführung, Musik, Circus, Feuerschau, Bettler, Gaukler und mit der Suche nach dem "6. Ritter der Havelrunde".
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Mittelalterspectaculum 2015

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Gar heiß ging es am Wochenende auf dem Gelände rund um den alten Kornspeicher in Hobrechtfelde zu. Zum 3. großen Drachenfest hatten sich hier drei riesige Drachen - Brachxiläus Rammdorn, ein furchterregender zwölf Meter langer grüner Drache, Sulpur ein 25 Meter langer roter Lindwurmdrache, sowie die dazugehörige Drachenmutter eingefunden.

Drache und Lindwurm - sind sie Feinde oder Freunde? Und was geschieht, wenn ein mächtiger Magier versucht die beiden in seine Gewalt zu zwingen, um die Welt zu beherrschen? Dann waren da auch noch die schöne Jungfrau, Naturgeister, der Grünmann, die Riesen, Wundervögel, das Einhorn und die Wald-Elfen, Waldbären, Gaukler, Narren, Ritter und Musikanten.

"Wir sind kein Mittelalterfest, wenn es auch auf dem Markt und musikalisch durchaus mittelalterlich zugeht", so Roman Streisand, Veranstaltungsproduzent, Drachenvater und Musiker der Gruppe Spilwut. Den Drachen hat er selbst entworfen und so gebaut, dass er äußerst beweglich ist. Bis zu zehn Kilometer kann er "unterwegs" sein.

Neugierig bestaunen derweil Anne und Manuel aus Schönwalde den Kopf der Drachenmutter. Vor allem die spitzen Zähne haben es den beiden angetan. "Der ist aber nicht echt, wa?" "Klar, der wird nachher gleich echt gemacht!" tauschen sie ihre Meinung zu dem übergroßen Drachenkopf aus, der sich seitlich der Bühne aus seiner Decke heraus geschält hat und schon auf den Beginn der Vorstellung wartet.

Während die Musiker der Gruppe "Spilwut" und der Band "vera lux" nicht müde werden, ihren Instrumenten für Sackpfeifentänze und Minnelieder immer neue Klänge zu entlocken, jung und alt sich dazu im Takt auf der Wiese wiegen, werden hinter der Bühne die letzten Vorbereitungen für den Drachenauftritt getroffen. Dort harrt Rammdorn, der Grüne, noch auf das Leben, das ihm gleich eingehaucht wird, während der rote Riesenlindwurm in der großen Eventscheune ein letztes "Schläfchen" macht, bevor er sich auf den Weg macht, um seine Kräfte zu messen.

Zwischen bunten Markständen mit Gewürzkaffee, Flammkuchen, Minikarussell, Zwiebel- und Kräuterbrot vom mobilen Holzbackofen, Crépes, Zuckerwatte und Mandeln fanden sich Jung und Alt sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag vor allem immer wieder vor der großen Bühne zu vier spannenden Openair-Theatervorstellungen ein. Ihre Titel lauteten "Die Hexen, Feen und der lange Wurm", "Der Magier, die Jungfrau und der Drache" sowie "Die bösen Kinder und der Kampf um das Drachenei".

"Platz Leute, ihr müsst bis hinter das Zelt zurück, vorher können die Drachen nicht herauskommen!", weist Roman Streisand die Besucher an. Schließlich haben die riesigen Ungetüme einen gewaltigen Aktionsradius. Und endlich ist es soweit: Rammdorn schiebt sich von rechts auf das Spielfeld, die Menschen weichen zurück vor seiner gewaltigen Größe und seinem heißen Atem. Immer wieder stößt er feurige Wolken aus. Schließlich geht es um den Nachwuchs, der sich in dem gestohlenen Ei befindet. Da wird noch jede Mutter zur rasenden Furie. Erst recht also ein Drache. Er stellt drohend ein Ultimatum in Aussicht, bevor er sich wieder trollt. Schon bald macht sich jedoch ein dumpfes Dröhnen aus der Eventscheune bemerkbar. Das Schauspiel nimmt seinen Lauf. "Einfach unglaublich schöne Drachen", formuliert es eine Zuschauerin. "So fast lebensecht!"

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