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Asbest-Dach bleibt bis 2016

Marode: Das Dach des Feuerwehrgerätehauses in Lichtenberg, unweit der Kirche (links), muss saniert werden.
Marode: Das Dach des Feuerwehrgerätehauses in Lichtenberg, unweit der Kirche (links), muss saniert werden. © Foto: René Matschkowiak
Martin Stralau / 18.05.2015, 18:29 Uhr
Lichtenberg (MOZ) Die Sanierung des Asbest-Daches auf dem Feuerwehrgerätehaus in Lichtenberg muss von 2015 in das kommende Jahr verschoben werden. Außerdem stehen für diese Baumaßnahme insgesamt nur noch 60 000 Euro zur Verfügung - die Hälfte der ursprünglich geplanten Mittel.

Laut Michael Wallmann, im Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen für die acht freiwilligen Feuerwehren der Stadt zuständig, bräuchte man für die Sanierung der asbesthaltigen Dachplatten auf dem Lichtenberger Feuerwehrgerätehaus 125 000  Euro. Asbest ist nach Auskunft des Umweltbundesamtes ein krebserregender Gefahrstoff. Das Lichtenberger Dach besteht allerdings aus Welleternit, einem Asbestzementprodukt, bei dem die gefährlichen Asbestfasern laut Umweltbundesamt relativ fest eingebunden sind. Die Dachfläche aus den 1980er-Jahren ist etwa 900 Quadratmeter groß. Sie bedeckt das Gebäude, in dem neben dem Löschzug Lichtenberg auch das Katastrophenschutzlager und der Feuerwehrtraditionsverein der Stadt untergebracht sind. "Das Dach ist marode, muss komplett heruntergeholt und erneuert werden", sagt Wallmann.

Doch das Zentrale Immobilienmanagement (ZIM) hat die Baumaßnahme um ein Jahr verschoben und obendrein die dafür zur Verfügung stehenden Mittel drastisch gekürzt. So sind aus den von Wallmann genannten 125 000 Euro, die in der Haushaltsplanung des ZIM enthalten waren, jetzt noch 60 000 Euro übrig geblieben.

Dafür gibt es zwei Gründe, wie das ZIM über Stadtsprecher Martin Lebrenz mitteilen ließ. Zum einen muss sich das Amt wie alle anderen Bereiche der Verwaltung an Sparmaßnahmen beteiligen, damit der vom Land vorgegebene Haushaltsausgleich im Jahr 2018, die sogenannte schwarze Null, gelingen kann. Deswegen "mussten mehrere dringend notwendige Baumaßnahmen in der Haushaltsplanung reduziert werden", heißt es. Statt 80 000 Euro, die im Jahr 2016 für die Feuerwache Lichtenberg geplant waren, stehen deswegen nur noch 60 000  Euro zur Verfügung. Zum anderen müssen aufgrund des insgesamt knappen Budgets Priorisierungen innerhalb der anstehenden Sanierungen vorgenommen werden. Mit anderen Worten heißt das, die baufälligsten Maßnahmen bekommen den Zuschlag. Und so fließen die für die Lichtenberger Wehr in 2015 geplanten 45 000 Euro in die Dachsanierung vom Haus der Begegnung in der Klabundstraße. Diese Maßnahme, schreibt Stadtsprecher Lebrenz, "konnte nicht weiter verschoben werden, da hier ein sehr schlechter Bauzustand vorliegt".

Für das Gebäude in Lichtenberg gibt man sich beim ZIM trotz weniger Geld optimistisch. Zielstellung sei es, "mit den reduzierten Mitteln die Dachsanierung im Jahr 2016 zu realisieren", erklärt Lebrenz. Wolfgang Welenga, Chef des Stadtfeuerwehrverbandes wundert sich darüber. "Wenn erst 125 000 Euro eingeplant waren, dann bin ich schon sehr erstaunt, dass es jetzt mit der Hälfte gehen soll", sagt er. Doch das ZIM lässt sich diesbezüglich auch eine Hintertür offen. "Sollte die genaue Kostenermittlung ergeben, dass das Geld für die gesamte Dachsanierung nicht ausreichen wird, muss ein 2. Bauabschnitt gebildet werden." Die Mittel dafür müssten dann "in der kommenden Haushaltsplanung veranschlagt werden". Bis zu seiner Sanierung soll das Dach in Lichtenberg nun weiter auf seine Dichtigkeit überprüft werden, kündigt das ZIM an. "Sollte es notwendig sein, wird eine nochmalige Reparatur veranlasst."

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Arbeiter- und Bauerninspektion 18.05.2015 - 19:28:58

Krebs?

Und wenn Welleternit nun doch Krebs verursacht? Marodes Welleternit dürfte genügend Aspestfasern freisetzen. Sind In Lichtenberg bereits Krebsfälle bekannt?

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