Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Streckenrekorde seit 13 Jahren unangetastet

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1997.
Eine Aufnahme aus dem Jahr 1997. © Foto: MZV
Matthias Haack / 28.05.2015, 19:49 Uhr
Köpernitz (RA) Brütende Hitze und Köpernitzer Seelauf - das gehört irgendwie zusammen. Wolfgang Schönberg kann sich nicht daran erinnern, "dass es mal geregnet hat bei unserem Lauf". Er lässt gedanklich 19 Jahre Revue passieren.

Wenn am 6. Juni dieses Jahres um 10.30 Uhr der Startschuss vorm frisch gestrichenen Gutshaus Köpernitz ertönt, stehen wieder Läufer aus Nah und Fern an der Linie. Die ersten Meter auf Pflaster geht bis zur Mühle gemeinsam auf den Kurs, dann splitten sich die Gruppen: Die einen drehen nach dem sonnigen Bereich am Feldstück bereits um, die anderen verschwinden hinter der Mühle im schattigen Wald. Später trennen sich die Sportler nochmals: Eine Gruppe wagt sich auf die zwölf Kilometer, die andere setzt zur Linkskehre an, sodass letztlich 7,5 Kilometer zu absolvieren sind.

Dieses Prozedere bieten Wolfgang Schönberg und sein Team am ersten Juni-Sonnabend nun schon zum 20. Mal an. "Das war eine Idee", so der Köpernitzer, "die Dietmar Cuba und mir bei einem Trainingslauf im Jahr 1995 gekommen war. Damals sind wir um den Köpernitzer See rum." Warum nicht anderen die Chancen geben, die herrliche Gegend kennenzulernen? Sie rührten in der Läuferszene die Werbetrommel.

Ein Jahr später zählten sie zwar nur zehn Teilnehmer bei der Premiere, doch es wurden mehr und mehr. Und es kamen herausragende Läufer. Maria Nürnberg beispielsweise hält noch immer den Streckenrekord von 54:02 Minuten - im Jahr 2004 aufgestellt. Oder Anja Grothe-Krafts Bestmarke aus dem Jahr 2009 steht bei 33:09 Minuten über die 7,5 Kilometer. Als Rekordjahr geht jedoch der siebte Köpernitzer Seelauf ein. Damals sorgte das Rheinsberger Wunderteam Thomas Röper und Christian Goy für Zeiten, an denen sich die Läufer seit zwölf Jahren die Zähne ausbeißen: 26:35 von Röper beziehungsweise 40:22 von Goy.

Ab der achten Auflage des Laufes hielt moderne Technik Einzug, rückt Wolfgang Schönberg seine Helfer in den Fokus. André Schiewer entwickelte ein Computerprogramm, um die Auswertung erheblich zu erleichtern und die Wartezeit bis zur Siegerehrung zu verkürzen. Schönberg schmunzelt bei den Gedanken an die elektronisch unterstützte Auswertung: "Alles okay mit der modernen Technik, aber das Stoppen der Zeit mit der Hand, das bleibt."

Mit einigen Überraschungen warten die Organisatoren am 6. Juni auf, ohne dass sie näher darauf eingehen wollen. Von Bewährtem werde sich nicht getrennt. Dazu zählen die deftige Erbsensuppe und eine Tombola mit zahlreichen Kleinstpreisen. Die Strecke sei beräumt, so Schönberg, Laub ist geharkt, die Wiese auf den kritischen 400 Metern gemäht. Dort steht das Unkraut im Juni bis zu einem halben Meter. Übrigens zeigt sich Wolfgang Schönberg überzeugt, dass "es nicht zum fünften Mal jemanden gibt, der sich verläuft." Im Jahr 2003 begaben sich zwei Frauen einen Kilometer vorm Ziel nochmals auf die gleiche Strecke. Im Zielbereich herrschte lange Unklarheit. Erst am Abend gab es Entwarnung. "Wir haben alles dafür getan, dass so etwas wie damals nicht nochmal passiert." Die Markierungen seien deutlich, die Streckenposten verstärkt. "Es kann losgehen."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG