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Jörg Vogelsänger (SPD) und die Apfelkönigin Lisa Grodek sammeln in Elisenau die ersten Früchte vom Feld

Minister eröffnet die Erdbeerernte

Hans Still / 04.06.2015, 21:28 Uhr
Elisenau (MOZ) Ab heute können Berliner und Brandenburger auf den Erdbeerfeldern der Pomona Gartenbau GmbH in Elisenau ihre Erdbeeren selbst ernten. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) eröffnete am Donnerstag die Saison, indem er mit Hilfe der Wesendahler Apfelkönigin Lisa Grodek den ersten Korb Erdbeeren pflückte.

Sie sind blutrot und zeichnen sich durch ausgesuchte Süße aus. Die Erdbeeren der Sorte "Clery" gehören zu den frühen Sorten, doch noch ist einem Teil der Früchte der Mangel an Sonne anzusehen. "Das wird sich spätestens nach dem Wochenende ändern, wir erwarten die heiß ersehnte Sonne", bleibt Pomona-Geschäftsführer Reiner Matthes angesichts der grün-roten Farbmischung der Erdbeeren gelassen. Der Geschäftsmann weiß, ab heute ist bei ihm die Hölle los, denn die sogenannte Selbstpflücke erfreut sich zunehmender Beliebtheit. "Von heute an bis in den Oktober hinein gibt es bei uns immer etwas zu pflücken. Mit den Erdbeeren starten wir, später kommen Äpfel, Birnen und Kirschen dazu. Die Leute stehen teilweise schon morgens Schlange", freut sich Matthes über den ersehnten Saisonstart.

Prominente Unterstützung reiste zu diesem Anlass mit Agrarminister Vögelsänger aus Potsdam an. Möglichst nah an den Pflanzen suchte er nach reifen Erdbeeren, unterstützt wurde er dabei von der 27-jährigen Wesendahler Apfelkönigin Lisa Grodek, die ihm mit beiden Händen den Korb füllte. Für Vogelsänger gehört der Termin im Barnim zu den Pflichten, denen er gern nachkommt. "Wir sind sehr stolz, dass in Brandenburg seit 2012 die Anbauflächen wieder steigen, unsere regionalen Produkte sind gefragt", so der Minister, der mit einer weiteren Zahl aufwartet. Demnach verbraucht der Berliner im Durchschnitt pro Jahr 3,2 Kilogramm Erdbeeren, eine Menge, die von den einheimischen Bauern unmöglich bis vor die Haustür der Berliner geliefert werden könne. "Die Berliner sind aufgerufen, sich auf unsere Brandenburger Felder zu begeben und sich die frischen Früchte selbst zu pflücken", wirbt Vogelsänger erwartungsgemäß.

Geschäftsführer Reiner Matthes bewirtschaftet mit 42 festangestellten Mitarbeitern und neun Saisonkräften insgesamt 5000 Hektar Land, davon gehören 35 Hektar zu den Sonderkulturen. "Erdbeeren bauen wir auf zehn Hektar Land an. Wir erhoffen uns eine gute Ernte", verrät Matthes. Den milden Winter hätten die Pflanzen in idealer Weise überstanden, doch dann fehlten im April und im Mai Niederschläge und etwas Sonnenschein. "Wir hatten letzte Nacht noch vier Grad Celsius, wie sollen da die Erdbeeren süß und saftig werden", merkt Susanne Matthes wissend an.

Gemeinsam mit ihrer angehenden Schwiegertochter Jacqueline Glienke zauberte die Unternehmer-Gattin am Donnerstagvormittag blechweise Erdbeertorte. Beide Frauen präsentierten mit ihrer Backkunst die deutschen Erdbeeren in ihrer Paraderolle: als klassische Torte an frischer Schlagsahne.

Für die Selbstpflücke spricht übrigens nicht nur das ungetrübte Naturerlebnis in der Barnimer Landschaft. Auch rein preislich vermag das Konzept den sparsamen Rechner zu überzeugen. "Ein Kilogramm Erdbeeren kostet 3,30 Euro, wer drei Kilogramm pflückt, zahlt dafür neun Euro. Das sollte etwa die Hälfte der aktuellen Marktpreise sein", addiert Matthes vor. Wie er eingesteht, mache der Mindestlohn ihm allerdings zu schaffen. Neun Saisonarbeiter ernten auf den Feldern, darunter sind einige polnische Beschäftigte. "Sie bekommen den Mindestlohn, das ist garantiert", verspricht Matthes.

Die Selbstpflücke der Pomona Gartenbau GmbH ist von heute an bis in den Oktober jeden Tag von 8 bis 19 Uhr durchgehend geöffnet.

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