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600 Flüchtlinge auf 1.500 Bewohner?

Thomas Messerschmidt / 11.06.2015, 19:37 Uhr
Kloster Lehnin (MZV) (eb/tms) "Wir möchten Sie auf unsere homepage www.klosterlehnin.de hinweisen, die auf der linken Seite an 2. Stelle zu "Flüchtlingen' Informationen beinhaltet, so auch die einstimmige Beschlussfassung und das Unverständnis der kompletten GV Kloster Lehnin über die Massenunterbringung am Standort Kaserne Damsdorf", dringt die Botschaft aus der Kloster Lehniner Verwaltung. Die Gemeindevertretung Kloster Lehnin werde sich der gesellschaftlichen Aufgabe der Unterbringung von Asylbewerbern/Flüchtlingen im Gebiet unserer Gemeinde nicht entziehen und stelle grundsätzlich die Notwendigkeit dazu fest. Bereits frühzeitig, nämlich im Dezember 2014, habe sie als Vorbildwirkung auch für andere Kommunen dem Landkreis Potsdam-Mittelmark eine geeignete Unterkunft im Ortsteil Lehnin zur Unterbringung von max. 70 Personen deshalb angeboten, weil mit dieser Personenzahl eine sachgerechte Integration in das Gemeindeleben erfolgen könnte. "Leider hat der Landkreis Potsdam-Mittelmark von diesem Angebot nicht rechtzeitig Gebrauch gemacht."

Weiter heißt es: "Die nunmehr beabsichtigte Unterbringung von bis zu 600 Asylbewerbern/Flüchtlingen in Unterkünften des ehemaligen Kasernenstandortes im Ortsteil Damsdorf bewertet die Gemeindevertretung als unangemessen und im Sinne eines konfliktfreien Integrationsprozesses als nicht umsetzbar. Die Gemeindevertretung stellt fest, dass gemessen an der Einwohnerzahl der vorhandenen sozialen Rahmenbedingungen eine nachhaltige und sachgerechte Integration nicht erfolgen kann und die Gemeinde schlichtweg mit diesem Prozess überfordert ist. Die Unterbringung von 600 Asylbewerbern/Flüchtlingen wird in der derzeit angestrebten Gesamtzahl deshalb abgelehnt."

Im Verhältnis zur Größe des ca. 1.500 Einwohner starken Ortes Damsdorf sei für 600 hilfesuchenden Menschen eine offene nachhaltige Willkommenskultur nicht umsetzbar. Die Gemeindevertretung fordert, "die Anzahl der auf dem ehemaligen Kasernengelände unterzubringenden Asylbewerber/Flüchtlinge auf max. 200, aber jedenfalls so deutlich zu reduzieren, dass ein Integrationsprozess überhaupt praktisch möglich ist." Hier schließe sich die Gemeindevertretung den mahnenden Worten des Flüchtlingsrates Brandenburg, der Integration bereits bei einer Sammelunterbringung von 200 Personen als nicht durchführbar erklärt, vollinhaltlich an.

Die Gemeindevertretung Kloster Lehnin erwartet, "dass der Landkreis Potsdam-Mittelmark eine gleichmäßigere Verteilung des bei uns hilfesuchenden Personenkreises auf alle Kommunen im Kreisgebiet gerechter vornimmt. Im Übrigen muss das Landratsamt Potsdam-Mittelmark deutlich frühzeitiger informieren. Die Unterbringung von Asylbewerbern/Flüchtlingen ist bekannter Weise ein sensibles Thema, bei dem nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark die Einwohner mitnehmen muss."

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