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Im Dorf an der B167 züchtet ein Paar Pfauen, Perlhühner und anderes Geflügel zur Zierde

Die Prachthähne von Gottesgabe

Frisch geschlüpft: Lutz Nowicki zieht ein Fach mit Perlhuhnküken aus dem Brutapparat.
Frisch geschlüpft: Lutz Nowicki zieht ein Fach mit Perlhuhnküken aus dem Brutapparat. © Foto: MOZ
Marco Marschall / 16.06.2015, 17:25 Uhr
Gottesgabe (MOZ) Anke Heinig und Lutz Nowicki sind aufs Huhn gekommen. In Gottesgabe stören die Rufe ihrer Pfauen, Perlhühner und anderem Federvieh niemanden. Nur locken sie auch den Fuchs an, der dort schon mehrfach Tiere stibitzte.

Der 20 Jahre alte Pfauenhahn ist zweifellos der prächtigste Vogel auf dem Hof in Gottesgabe. Doch das edle Tier hat seinen eigenen Kopf. Manchmal flattert der Hahn, den sein 53-jähriger Züchter einst geschenkt bekam und mit dem dessen Leidenschaft für Pfauen begann, nachts zum Schlafen aufs Scheunendach. Dann muss Lutz Nowicki bangen. "In 14 Jahren habe ich bestimmt schon 15 Tiere verloren", sagt er. Die meisten hat der Fuchs geholt, der derzeit wieder häufig ums Grundstück schleicht. Kein Wunder. Das abgelegene Gehöft in Gottesgabe ist für den Räuber ein Schlaraffenland. 150 Hühner und Enten leben dort. Die meisten von ihnen sind Zuchtrassen, bei denen jeder Federfarbton entscheidend ist. "Perlhühner in vier Farbschlägen", schwärmt Nowicki, der mit seiner Frau, der 48-jährigen Anke Heinig, im Vorstand des Kleintierzuchtvereins D781 Bliesdorf sitzt.

Von den Pfauen tapsen derzeit zwei männliche und zwei weibliche über den Hof. Nicht nur der Fuchs ist ihr Feind, sondern auch eine Darmerkrankung, die durch Spatzen übertragen wird. Die Todesursache für seinen Jockel, den dreijährigen Pfauenhahn, der im März starb, ist unbekannt. Das Tier, das gerade damit begann, sein prächtiges Gefieder auszubilden, war der einzige Pfau, der jemals einen Namen bekam. Am hartnäckigsten hält sich immer noch der 20-jährige Althahn. "Der hat auch schon mit dem Fuchs gekämpft, allerdings nur eine Fußverletzung davongetragen", berichtet Lutz Nowicki.

Seine Tiere stammen teils aus eigener Zucht, teils aus Zukäufen. Bis zum sechsten Lebensjahr wächst der Schweif der Hähne. Die weiblichen Tiere wirken dagegen fast nackt und grau. "Die Männchen sind die schönsten. So wie beim Menschen", sagt der Züchter und lacht. Einjährige Hähne haben einen Wert um die 50 Euro. Dieser steigt mit dem Alter und der Ausbildung des Schweifs. Weizen, Sonnenblumenkerne und Mais bekommen die Pfauen. Besonders mögen sie auch Katzen- und Hundefutter aus der Büchse.

Die Versorgung der Tiere ist eine Aufgabe, die sich schlecht an Nachbarn und Freunde abgeben lässt. Deshalb ist ein längerer Urlaub für die Gottesgaber schwer zu verwirklichen. "Das kann man niemandem aufbürden", sagt Nowicki, der seit 2008 mit seiner Frau, eine Ex-Frankfurterin, auf dem Gehöft lebt. Vorher wohnten sie in Neutrebbin. Der Züchter, der seine Lebensgefährtin längst mit dem Hobby angesteckt hat, stammt ursprünglich aus Bliesdorf. Im abgelegenen Ortsteil von Altfriedland können nun selbst die lauten Schreie des Perlhuhn-Hahns keinen Nachbarn stören. Die Perlhuhnküken sind auf dem Hof gerade frisch geschlüpft. Die Anzahl der Pfauenküken ist erst am Wochenende gewachsen. Sieben Neulinge auf dem Hof müssen sich künftig vor dem Fuchs in Acht nehmen.

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