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Landwirt in Blumberg will Schweinezuchtanlage erweitern / Einhalten von Umweltstandards durch Luftwäscher

Mit Wurzelholz gegen Gestank

So sieht eine Luftwäscheanlage aus: Landwirt Joep Derks zeigt an einem bereits errichteten Stall Wurzelholz, das über die komplette Giebelseite aufgeschichtet ist. Die bereits vorgefilterte Luft wird aus dem Stall nach draußen gedrückt.
So sieht eine Luftwäscheanlage aus: Landwirt Joep Derks zeigt an einem bereits errichteten Stall Wurzelholz, das über die komplette Giebelseite aufgeschichtet ist. Die bereits vorgefilterte Luft wird aus dem Stall nach draußen gedrückt. © Foto: MOZ/Eva-Martina Weyer
Eva-Martina Weyer / 17.06.2015, 03:45 Uhr
Blumberg (MOZ) Eine bestehende Schweinezuchtanlage in Blumberg bei Casekow soll ausgebaut werden. 16 000 Tiere sollen dort einmal Platz finden. Dafür muss eine Sonderbaufläche festgesetzt werden. Das Genehmigungsverfahren läuft.

Wenn alles klappt, will Landwirt Joep Derks 2017 mit dem Bauen beginnen und die neue Schweinezuchtanlage 2018 in Betrieb nehmen. Derzeit betreibt er eine Ferkelaufzucht und eine Anlage für Mastschweine mitten im Dorf mit insgesamt 5000 Tieren. Nach den Bauarbeiten soll die Ferkelaufzucht komplett in der neuen Anlage am Ortsrand untergebracht werden mit insgesamt fast 13 500 Tieren. Hinzu kämen 2500 Sauenplätze.

Joep Derks will mit dem Bauvorhaben die veränderten Vorschriften in der Nutztierhaltungsverordnung umsetzen, die der Tierschutz verlangt. Zur Verbesserung der Umweltstandards will er alle bestehenden und die neuen Ställe mit Luftwäscheanlagen ausstatten.

So eine Luftwäscheanlage kostet 200 000 Euro und säubert nach Angaben von Joep Derks etwa 80 Prozent der Abluft. Der Landwirt braucht fünf Anlagen und sagt: "Diese Investition bringt mir nichts, das ist nur für die Umwelt. Die Tiere haben davon auch nichts."

Derks ist Holländer und 35 Jahre jung. Der studierte Tierwirt hat die Schweinezucht Blumberg GmbH seit 2006 aufgebaut. Die heutige Anlage hat zehn Arbeitsplätze. Nach Ende der Bauarbeiten sollen sieben bis acht neue Arbeitsplätze hinzukommen. Den größten Teil der Ferkel will der Landwirt an andere Mäster in Deutschland weiterverkaufen. Er sieht einen Markt dafür. "Doch in die Zukunft kann ich nicht gucken. Ein Risiko ist immer dabei, dafür ist man Unternehmer", sagt Derks.

Die künftige Betriebsgröße mit 16 000 Tieren reicht an die geplante Anlage im uckermärkischen Haßleben nicht annähernd heran. Dort will ebenfalls ein Holländer 85 000 Tiere unterbringen und scheitert bisher am Widerstand der Tierschützer.

Auf die Frage, warum ausgerechnet Holländer so gern in Deutschland Schweine züchten, antwortet Derks: "In Holland hat man viel weniger Fläche für die Zucht und das Ausbringen der Gülle. Alles ist komplett zugebaut." In seinem Blumberger Unternehmen geht die Gülle komplett in die Biogasanlage, die sich bereits auf dem Betriebsgelände befindet. Die Biogasanlage produziert Strom für die Ställe. Gärreste nimmt die ortsansässige Randow Welse GmbH entgegen.

"Wir bringen Gülle und Gärreste auf die Felder aus und müssen weniger Mineraldünger kaufen", sagt Peter Preuß, Geschäftsführer der Randow Welse GmbH. "Für den Kreislauf in unserer Region ist dies nur logisch." Preuß ist zugleich Ortsvorsteher in Blumberg und meint: "Im Dorf gibt es keinen Widerspruch gegen die Erweiterung der Schweinezucht. Hier baut mal einer was. Das ist gut so."

Joep Derks hat sein Bauvorhaben in der Sitzung der Gemeindevertreter von Casekow vorgestellt. Blumberg ist ein Ortsteil von Casekow. Bürgermeisterin Donata Oppelt sagte danach: "Herr Derks hat die Fragen der Gemeindevertreter ausführlich beantwortet. Es gab keine wesentlichen Bedenken. Wir sind eine landwirtschaftliche Gegend. Dass mit dem Bau neue Arbeitsplätze entstehen, ist für unsere Dörfer doch sehr erfreulich."

Die Gemeindevertretung hat den Beschluss für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und Nachbargemeinden gefasst. Zichow hat dem Vorhaben in der vergangenen Woche kommentarlos zugestimmt.

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Charly 18.06.2015 - 13:50:51

In Deutschland kann die Umwelt nicht genug verpestet werden.

Warum schicken die zuständigen Ministerien diese Investoren nicht wieder in ihr Heimatland? Es stinkt doch schon lange genug bei uns und etwas weiter oben.

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