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Zurück im alten, neuen Haus

Sind wieder zu Hause: Malerin Christine Hielscher und Textilkünstler Dietrich Jacobs haben ihr Haus nach dem Brand im Dezember 2012 mit Hilfe von Familie, Freunden und Bekannten neu aufgebaut. Mit einem Gartenfest bedankte sich das Paar am Sonnabend für d
Sind wieder zu Hause: Malerin Christine Hielscher und Textilkünstler Dietrich Jacobs haben ihr Haus nach dem Brand im Dezember 2012 mit Hilfe von Familie, Freunden und Bekannten neu aufgebaut. Mit einem Gartenfest bedankte sich das Paar am Sonnabend für d © Foto: Heike Stachowiak
Heike Stachowiak / 21.06.2015, 19:05 Uhr
Gersdorf (MOZ) Mit einem Sommerfest hat sich das Künstler-Paar Christine Hielscher und Dietrich Jacobs aus Gersdorf am Sonnabend bei den vielen Helfern bedankt, die ihnen nach dem Feuer im Dezember 2012 zur Seite standen. Damals war das Wohnhaus, das gleichzeitig als Atelier diente, abgebrannt.

Lautes Lachen dringt aus dem Garten bis an die Straße. Die zum Teil heftigen Regenschauer können die frohe Stimmung im großen Partyzelt nicht trüben. Dort haben sich Freunde, Bekannte und Verwandte eingefunden, um mit Christine Hielscher und Dietrich Jacobs zu feiern. Allen Grund dazu haben sie. Ihr altes Haus strahlt in neuem Glanz. Und das Dank der großen Unterstützung, die das Künstlerpaar in einer seiner schwierigsten Lebensphasen erfahren hat.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2012 legte ein Feuer ihr Haus und Atelier in Schutt und Asche. Die Flammen nahmen alles mit - Bilder, alte Möbel, Fotomaterial, die Werkstatt von Dietrich Jacobs, Werke aus dem früheren Schaffen der brandenburgweit bekannten Malerin und Grafikerin, Bilder von Kursteilnehmern, alles Private, ihr ganzes Hab und Gut, beinahe ihr ganzes Leben. Mit einem Mal standen sie vor dem Nichts. Ein Marder-Biss hatte den Brand verursacht. In eben dieser Zeit erreichte Christine Hielscher und Dietrich Jacobs eine ungeahnte Welle der Solidarität. Viele Menschen wollten helfen, sei es mit Kleider- und Geldspenden oder mit ganz praktischer Hilfe, zum Beispiel beim Beseitigen von Brandresten.

All das liegt jetzt zweieinhalb Jahre zurück. Christine Hielscher und Dietrich Jacobs können wieder lachen. Ihr Haus ist schöner denn je, anders als früher, offener und heller. Wenn Christine Hielscher zurückdenkt, dann spürt man ihn noch, den Schmerz, der im Dezember 2012 tief in ihr saß und auch heute noch nicht ganz weg ist. "Es war eine große Fassungslosigkeit, die sich damals ausbreitete. Erst einmal denkt man, was hat das noch für einen Sinn? Und wir haben den Sinn auch nicht gleich gefunden. Doch wir haben aus dem Bedürfnis heraus, das Schiff zu retten, etwas gemacht", sagt sie. Sie habe begonnen zu arbeiten. Sie brauchten einen Plan, wie sie aus der schreckliche Situation wieder herauskommen. Glücklicherweise konnten sie auf die Hilfe eines Freundes setzen. Der ist Architekt. Die Ruine wurde geräumt, das Vorhaben neu geplant, der Bauantrag gestellt. Ein dreiviertel Jahr brauchte es, um mit dem Rohbau beginnen zu können. Der stand in drei Monaten. Die Winterzeit reichte zum Austrocknen. Und im April 2014 begann der Innenausbau. Der zog sich bis Dezember hin. Seit Anfang des Jahres wohnen die beiden in ihrem alten, neuen Heim mit Solarmodulen auf dem Dach, bodentiefen Fenstern, viel Holz und einer lichtdurchfluteten großen Galerie. "Es ist viel schöner, praktischer, ein Energiesparhaus", strahlt Christine Hielscher. Damals habe für beide schnell festgestanden, dass sie das Haus nicht mehr so aufbauen wollten, wie es war. Die Küche befindet sich zwar immer noch an Ort und Stelle, ist aber ganz anders geschnitten. Und alles was unterm Dach war, dort wo der Marder sein Unwesen trieb, das befindet sich jetzt im Anbau. Es sei das Beste und Konsequenteste gewesen, alles neu zu gestalten. So komme man erst gar nicht in Versuchung, nach alten Dingen zu suchen. "So kann man besser abschließen mit der Vergangenheit, auch wenn das noch dauert", sagt Christine Hielscher.

Die 65-Jährige ist wie ihr Lebenspartner Dietrich Jacobs an diesem Nachmittag gefragt. Viele sind der Einladung gefolgt, sogar aus Düsseldorf und Hamburg sind Gäste angereist. Aber auch Nachbarn sind gekommen, wie Susanne Neumann, die wie damals mit anderen ganz praktische Hilfe leistet und in der Küche herumwirbelt. Zum Buffett hätten viele etwas beigesteuert, sagt sie. Es sei ein Gemeinschaftswerk, so wie die Gemeinschaft das Paar aufgefangen habe. Und dafür danken Dietrich Jacobs und Christine Hielscher allen, vor allem jenen, die sie persönlich nicht erreichen konnten "Jede Art von Hilfe hat geholfen und war wertvoll", so Christine Hielscher.

Und dann wird es Zeit für Small-Talk bei Musik vom Trio "Les Connaisseurs" aus Berlin und gutem Wein. Erst zu später Stunde zieht wieder Stille in den Garten von Christine Hielscher und Dietrich Jacobs ein. Die Dankbarkeit aber bleibt, im Herzen der beiden.

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Monika S. 26.06.2015 - 10:16:51

@Paule

Es ist wohl unstrittig, dass auch ein Kommentar kommentiert werden kann. Wenn Sie sich dadurch angemacht fühlen - bitte - dass lasse ich dann mal unkommentiert. Einen ähnlichen Fall gab es auch vor Jahren in Freudenberg. In der Gaststätte "Zum Weiher" wurde ebenfalls durch ein Marderbiss ein Brand ausgelöst. Durch große Spendenbereitschaft und viel Eigeninitiative wurde dann an gleicher Stelle ein komplett neues Gebäude errichtet. Eins ist jedoch bemerkenswert - Sie nehmen sich das Recht, andere zu kritisieren, zu belehren und zu beleidigen. Aber selbst können Sie keine Kritik ertragen. Denken Sie einmal darüber nach.

Paule 25.06.2015 - 20:51:00

Die Monika...

Also Monika S. oder wie Sie heißen, Sie scheinen ja ein tolles Kerlchen zu sein. Meine Bemerkung bezieht sich, bitte nochmal lesen und nachwirken lassen, auf die im Artikel dargestellte Brandursache und sonst auf gar nichts. Beziehen Sie sich bitte in Ihren zukünftigen Kommentaren auf den Inhalt der Artikel und versuchen Sie nicht anderen Kommentarschreibern etws zu unterstellen oder "anzumachen". Nochmal zur Brandursache: Es ist in meinem Verständnis als technisch vorgebildeter Mitbürger höchst unwarscheinlich, dass ein "Stein-Marder" einen Brand auslöst. Es sei denn, die elektrische Anlage/Stromkreis des Hauses/ Dachgeschosses war elektrisch nicht abgesichert ( elektr. Sicherungen). Das ist dann immer ein Verschulden des Eigentümers. Das wird Ihnen jeder Elektriker und jede Versicherung sagen. (Besser wäre da schon ein Blitzschlag aber der kommt selten vor und man sollte trotzdem einen Blitzableiter am Hause haben.) Nicht umsonst bezieht sich meine Frage nach dem Namen der Gebäudeversicherung, sofern eine bestanden hat...oder in Anspruch genommen wurde.

Monika S. 23.06.2015 - 17:41:28

@Paule

Ihrem Kommentar kann man als Leser einen Hauch von Neid entnehmen. Kleiner Tipp - vielleicht lesen Sie den Aritkel aber auch einfach bis zum Ende. Lassen diesen eine Weile wirken. Sollten Sie dann doch nicht nur aus Neid und Mißgunst bestehen, dann freuen Sie sich doch ein wenig für das Ehepaar. Denn gibt es noch soviel Hilfsbereitschaft und Spenden für Privatpersonen. Nicht zu vergessen aber auch, dass sich das Künstlerpaar auch einen Namen gemacht hat und es nicht nur mißgünstige Menschen gibt.

paule 23.06.2015 - 10:22:28

Marderbiß im Dezember?

Ach nee. Ein Marderbiß machte es möglich. Schön. Wie heißt denn die Gebäudeversicherung?

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