Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fest in Kobbeln aus Anlass des 90. Jahrestages der Freilegung des Kolosses

"Regen hat den Stein gewaschen"

Gut behütet: Obwohl es meist in Strömen goss, hielten die Besucher beim Steinfest in Kobbeln aus.
Gut behütet: Obwohl es meist in Strömen goss, hielten die Besucher beim Steinfest in Kobbeln aus. © Foto: Jana Pozar
Jana Pozar / 22.06.2015, 06:48 Uhr
Kobbeln (MOZ) Vor 90 Jahren ist der Koloss von Kobbeln freigelegt worden. Der große Stein ist seither die Attraktion in der Region. Am Wochenende haben die Kobbelner "ihren" Stein gefeiert - mit dem traditionellen Steinfest. Allerdings hatten die Gastgeber wenig Glück mit dem Wetter. "Aber wenigstens wurde der Stein mal richtig vom Regen gewaschen", versicherte Manfred Holzhey, Vorsitzender des Kobbelner Steine-Vereins lachend. Das Lachen verging ihm auch nicht, als immer wieder Platzregen einsetzte, der die Wettkämpfe rund um den Stein verzögerten und sogar verhinderten. "Es gibt Schlimmeres. Die Kobbelner feiern trotzdem", sagte Holzhey fast trotzig. Dem Verein sei es sowieso viel wichtiger, das Leben im Dorf zu erfüllen, Menschen zusammenzubringen, gemeinsam zu feiern und etwas auf die Beine zu stellen - wie das Steinefest. "Aber unser Verein macht viel mehr, als sich um den Stein zu kümmern. Der liegt eigentlich nur so rum", erzählt Holzhey. Die mehr als 30 Mitglieder halten den Bereich rund um den Findling, der durch die kalten Massen während der letzten Eiszeit von Dänemark nach Kobbeln geschoben wurde, sauber, und bepflanzen hin und wieder das Areal um den Koloss. Auch an der Errichtung des Spielplatzes waren die Steine-Freunde maßgeblich beteiligt.

Obwohl das Wetter nicht auf der Seite der Organisatoren war, ließen sich die Besucher nicht vertreiben. "Unser Dorf hält eben zusammen", versicherte Holzhey. Das Programm das Jubiläum - schließlich wurde der Stein vor 90 Jahren komplett freigelegt - begeisterte die Besucher. Der Campus-Chor aus Neuzelle präsentierte sich während der größten Regen-Husche. Den Gästen war das egal, sie wollten eine Zugabe. "Ich war wirklich erstaunt, wie viele Menschen hier waren. Das ist ein große Kompliment an die Organisatoren des Steine-Fest", versicherte Chor-Leiterin Susanne Deimling.

Schon im 17. Jahrhundert wusste die Menschen, dass es auf dem Feld einen großen Stein gibt, der das Bewirtschaften erschwerte. Davon erzählte Wilfried Grottke aus Kobbeln. Ein Bauer bemerkte es damals, er wollte, dass der Stein verschwindet. Doch keiner ahnte, wie groß der Stein wirklich ist. Irgendwann gaben die Arbeiter auf, der Stein blieb liegen. Statt Felder zu bewirtschaften, wurden um den Stein herum Bäume angepflanzt. Schließlich konnte die Fläche für die Landwirtschaft nicht mehr genutzt werden.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG