Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Liebenswerte Gauner erobern Publikum

Max Hummel, gespielt von Reiko Pieper (l.), und sein Freund Biwi (Frank Wannwitz) erörtern die Lage im Milieu.
Max Hummel, gespielt von Reiko Pieper (l.), und sein Freund Biwi (Frank Wannwitz) erörtern die Lage im Milieu. © Foto: MOZ/Eva-Martina Weyer
Eva-Martina Weyer / 02.07.2015, 20:00 Uhr
Hohenselchow (MOZ) Ein schöneres Geschenk zum zehnten Geburtstag hätte die Theatergruppe Senfkorn sich nicht machen können. Die Premiere von "Hummel im Himmel" wurde zum bejubelten Ereignis in der Kulturgärtnerei Hohenselchow.

Theaterfreunde aus umliegenden Dörfern, aus Schwedt und Vierraden wollten die Premiere sehen. Dabei hatten die Senfkörner zuvor ganz schön Bammel. Bekannt für ihre schreiend komischen Theateraufführungen, schlugen sie diesmal nachdenkliche Töne an. Würde das beim Publikum ankommen?, fragten sie sich. Schließlich sind zehn "Hummel"-Vorstellungen geplant. Die Sorge war unbegründet, weil das mündige Publikum eben das Nachdenken nicht verlernt hat. Außerdem hatte "Hummel im Himmel" manche Szene zum Schmunzeln und den ein oder anderen Erkenntnisgewinn zu bieten.

Erst im Februar hatten sich die Theaterleute dieses Stück von Christian Lex ausgesucht. Der Autor hatte es jedoch in bayrischer Mundart geschrieben. Die Hohenselchower haben es erst einmal für ihre norddeutsche Bühne bearbeitet, dann ohne Regisseur geprobt ("bei uns trägt jeder etwas zur Inszenierung bei") und das Bühnenbild entworfen und gezimmert. Dieses Bühnenbild entführt auf den Hof des zwielichtigen Klubs "Paradiso". Klubchefin Ria, resolut und mütterlich gespielt von Christina Knöfel, hat den smarten Max Hummel aufgenommen. Der hat mit seinem Freund Biwi so manches Ding am Laufen. Sein größter Coup: Er will das Szeneviertel beherrschen und den Boss beerben. Das geht natürlich schief, zumal ihm auch die Liebe dazwischenfunkt.

Reiko Pieper als Max und Frank Wannwitz als Biwi geben zwei liebenswerte Gauner, denen man ein Happy End wünscht. Doch zuvor wird es spannend, weil nicht nur eine Polizeirazzia droht und der Boss anrückt, sondern weil der liebe Gott den Tod von Max in Kauf nimmt. Doch Max protestiert: "Was nützt mir denn die Ewigkeit, wenn ich im Leben noch nicht fertig bin!" Während sich über dem Premierentheater ein Gewitter entlädt und die Darsteller gegen Donnergrollen anspielen, lässt sich der liebe Gott erweichen und gibt Max eine zweite Chance. Der Möchtegern-Rock'n Roller erkennt sich selbst, gewinnt alte Freunde und eine neue Liebe.

Am Ende fällt der Vorhang. Regen rauscht aufs Dach und Beifall brandet auf. Prost Senfkorn auf die nächsten zehn Jahre!

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG