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Betonrüssel auf dem Acker

Mit Betonrüssel: Zwischen Luckow und Wartin errichten die Firmen Enertrag und Energiekontor AG 17 Windkraftanlagen. Gerade werden die riesigen Fundamente gegossen, auf die dann die Türme kommen.
Mit Betonrüssel: Zwischen Luckow und Wartin errichten die Firmen Enertrag und Energiekontor AG 17 Windkraftanlagen. Gerade werden die riesigen Fundamente gegossen, auf die dann die Türme kommen. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Eva-Martina Weyer / 07.07.2015, 06:50 Uhr
Luckow-Petershagen (MOZ) Auf dem Acker zwischen den Dörfern Luckow und Wartin errichten zwei große Energie-Unternehmen 17 Windkraftanlagen. Die Dörfer gehören zur Gemeinde Casekow, die mit den Erbauern Enertrag und Energiekontor AG zusammenarbeitet.

Die Firma Enertrag bei Prenzlau baut 13 Windmühlen. Das Unternehmen gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Windstromerzeugern in Europa mit mehr als 540 Windenergieanlagen und 2,2 Milliarden Kilowattstunden Strom jährlich. Diese Menge deckt den Haushaltsbedarf von 1,3 Millionen Menschen. In diesen Tagen lässt Enertrag die Fundamente für die 13 riesigen Windtürme bei Luckow gießen.

Auch die Betonmischer der Energiekontor AG aus Bremen sind unermüdlich im Einsatz, um ihre vier bei Luckow geplanten Windmühlen zu errichten. In ein solches Fundament passen 520 Kubikmeter Beton rein. Die Windkraftanlagen soll bis zum Jahresende in Betrieb gehen.

Noch in diesem Monat sollen die Türme geliefert werden, die Spezialkrane dann aufrichten. Die Anlagen selbst rollen im September nach Luckow. Sie haben einen Rotordurchmesser von 120 Metern bei einer Nabenhöhe von 139 Metern. Die durchschnittliche Jahreswindgeschwindigkeit beträgt rund 6,57 Meter pro Sekunde.

"Auf dieser Basis ist mit einem Jahresnettoenergieertrag von rund 26 Millionen Kilowattstunden zu rechnen. Das reicht aus, um damit rechnerisch rund 7500 Haushalte mit Strom zu versorgen", erläutert Felix Weickmann.

Er ist Projektkoordinator bei Energiekontor und sagt: "Wir freuen uns, nach rund zehn Jahren wieder einen Windpark im Landkreis Uckermark errichten zu können. Für den Bau sind vor allem Unternehmen aus der Region beauftragt."

Die Energiekontor AG gibt es seit 25 Jahren und bezeichnet sich selbst als einen Pionier der Branche und einen der führenden deutschen Projektentwickler. Energiekontor betreibt zurzeit 30 Windparks mit einer Nennleistung von rund 234 Megawatt im eigenen Bestand. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Großbritannien und Portugal.

Die Gemeinde Casekow hat fast 20 Jahre um das Errichten von Windkraftanlagen gerungen. Immer wieder kam etwas dazwischen. Zuletzt boykottierten die Retter von vermuteten Großtrappen ein bis dahin weit gediehenes Vorhaben.

Die Gemeindevertreter von Casekow waren sich einig, das Ziel der Energiewende mitzutragen. Sowohl Enertrag, als auch Energiekontor waren mehrmals auf Sitzungen der Gemeindevertretung anwesend, um das Vorhaben zu erläutern und Fragen der Abgeordneten zu beantworten.

"Die Jahre sind ja nun fast gar nicht mehr zu zählen, in denen wir uns um dieses Windfeld bemüht haben", schätzt Bürgermeisterin Donata Oppelt rückblickend ein. "Wir waren froh, als endlich die Verträge unterschrieben wurden."

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Matthias Meinel 24.07.2016 - 22:21:50

Wer wollte den Windpark Luckow – Petershagen wirklich?

Der Windpark wird seit November 2015 unter Volllast betrieben und schon waren die ersten Probleme da. Eine zeitweilig massive Lärmbelastung hat das zur Folge. Dennoch wollten die zuständigen Ämter (LfU Schwedt u. Ordnungsamt Gartz) / Bürgermeisterin und Betreiber (ENERTRAG) nichts davon wissen. Eingaben wurden nicht bearbeitet oder nicht beantwortet, auch Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz standen auf der Tagesordnung. Erst eine Vielzahl von Eingaben seitens der Anwohner erhöhte den Druck auf die zuständigen Behörden. Der Betreiber führte eine erste Messung durch. Daraus ergaben sich zu hohe Geräuschimmissionswerte, zudem mussten 3 Getriebe an Windanlagen im April 2016 gewechselt werden. In der gesamten Zeit wurden die Bürger weder vom Betreiber noch von den zuständigen Ämtern über den Sachverhalt informiert. Eine evtl. Gesundheitsgefährdung durch andauernde Lärmbelastung ist ebenfalls kein Thema. Die Windkraftanlage mit derzeit 17 Windkrafträdern wird ohne Auflagen oder Abschaltzeiten bspw. nachts und an Sonn- und Feiertagen unter Volllast weiterbetrieben. Das mäßige Engagement der Behörden zum Schutz der Anwohner ist Grundlage für den Betreiber, sein Handeln nicht zu verändern. Die ständige Lärmbelastung, der Wertverlust unserer Grundstücke, der Schattenwurf auf der gesamten Ortschaft, das sind nur einige Punkte die wir uns als Einwohner nicht aussuchen konnten. Für diese negativen Begleiterscheinungen werden wir zusätzlich auch noch zur Kasse gebeten, da wir die EEG-Umlage mit 6 Cent je Kilowattstunde mitfinanzieren. Die Anwohner des Ortes Luckow tragen die gesamte Last der Energiewende in diesem Bereich mit, ohne einen Ausgleich dafür zu erhalten. Das finanzielle Interesse steht für die Betreiber und einzelne Personen aus den angrenzenden Gemeinden deutlich vor einer umweltverträglichen Energiewende.

Casekower Bürger 09.07.2015 - 10:15:30

Dieser Artikel stimmt allgemein nicht

Vielleicht sollte sich die MOZ mal besser informieren, Wie in den letzten Amtsboten zu lesen war, waren sich die Gemeindevertreter überhaupt nicht einig. Bei 7 Ja Stimmen von 13 Gemeindevertretern kann man wohl nicht von Einigkeit sprechen. Ich bin auch der Meinung das die Zahl der hier gebauten Windkraftanlagen höher war. Des Weiteren rollen hier schon seit April diesen Jahres die Betonmischer und nicht erst jetzt. Und von welcher Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und den Firmen wird hier geschrieben? Die Bewohner der Gemeinde haben wohl nichts von diesem Windpark, außer Sichteinschränkungen und Lärmbelästigung. Wenn der Strom der dort produziert wird, auch für die Gemeinde genutzt worden wäre, dann hätte man von einer Zusammenarbeit sprechen können.

UweB 07.07.2015 - 22:11:16

Stimmt so nicht...

"Zuletzt boykottierten die Retter von vermuteten Großtrappen ein bis dahin weit gediehenes Vorhaben." Das ist schon Jahre her... und das weiß auch die MOZ! Man sollte Ross & Reiter nennen, wer konkret in den letzten Jahren für die Verzögerungen sorgte. Das waren nicht die Casekower oder irgendwelche Windkraftgegner. Das sollte die MOZ mal ausführlich recherchieren.

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