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Angst vorm Massenansturm

© Foto: Renate Meliß
Olav Schröder / 07.07.2015, 07:50 Uhr
Hobrechtsfelde (MOZ) Mehr Verkehr, Lärm und Müll an Wochenenden und nachts befürchten Anwohner in Hobrechtsfelde durch Veranstaltungen rund um den Speicher. Statt auf Großveranstaltungen, so die Naturparkverwaltung, werde auf kleine und gut organisierte Angebote gesetzt.

Wenn im Jahr mit mehr als 50000 Besuchern gerechnet werde, stehe das im krassen Gegensatz zu einer ortsverträglichen Entwicklung in Hobrechtsfelde. Außerdem würden negative Auswirkungen auf den Landschaftsraum sowie die Natur- und Artenvielfalt befürchtet, heißt es in einem Schreiben von Andreas Bossmann an die Panketaler Gemeindeverwaltung und die Gemeindevertreter. 109 Anlieger unterstützen den Protest. Im April waren die Pläne für ein Mustergut Hobrechtsfeldes in einer Einwohnerversammlung vorgestellt worden. In dem Entwicklungs- und Betreiberkonzept "Mustergut Hobrechtsfelde" werde von 59 unterschiedlich großen Veranstaltungen im Jahr gesprochen, von 40 Seminaren und Tagungen. Die Gastronomie soll an 180 Tagen im Jahr geöffnet sein. Aufgrund der unzureichenden Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr wird befürchtet, dass die meisten Besucher mit dem Auto anreisen. Schon jetzt seien die Folgen bei Großveranstaltungen von den Anwohnern "hautnah" mitzuerleben. Daher wird die Beteiligung der Anwohner an der weiteren Planung gefordert.

Schon jetzt ziehe es jährlich zehntausende Besucher in die Hobrechtsfelder Rieselfeldlandschaft und das mit steigender Tendenz, stellt auch Peter Gärtner, Teamleiter des Naturparks Barnim, fest. Die Infrastruktur für diese Besucher - als da sind sanitäre Anlagen, Müllentsorgung, ausreichende Parkplätze, gastronomische Versorgung - fehle aber, soll jedoch Stück für Stück geschaffen werden. Das Konzept diene dabei als Grundlage, um in den folgenden Jahren Fördermittel von der Europäischen Union beantragen zu können. So soll eine Betreibergesellschaft gegründet werden, die die Aktivitäten bündelt und im Gegensatz zur Vergangenheit "eine klarere Linie fährt".

Das Konzept des Fördervereins des Naturparks setze dabei nicht auf "Großveranstaltungen" mit Tausenden von Besuchern, die für den Förderverein ohne Zuschuss defizitär seien, sondern auf viele kleine Angebote, in deren Mittelpunkt regionale und landwirtschaftliche Produkte stehen. Nach den Zusammenkünften mit Anwohnern, der Wohnungsbaugenossenschaft, der Einwohnerversammlung im April werde es in diesem Jahr noch einen Workshop mit Bewohnern geben, so Peter Gärtner.

Auch die Gemeinde ist mit dem Konzept vertraut. Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) weist darauf hin, dass die Zahl der Veranstaltungen aktuell nicht zunimmt. Es gebe im Gegenteil kein Open-Air-Kino und keinen Klettergarten mehr. Das Ende einer Boxveranstaltung wurde per Gerichtsbeschluss auf 22 Uhr festgelegt. Das Gutshofgelände sei als Fläche für Kultur und Freizeit bestimmt worden. Da es sich bei dem Träger der Entwicklung um den Förderverein des Naturparks handele, könnten Sorgen über rein kommerzielle Nutzungsvarianten zerstreut werden.

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