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Zwischen Ruhe und Nervenkitzel

Das vom Angelverein "Alter Barsch" organisierte Hegefischen auf Weißfisch ist eine entspannte Angelegenheit.
Das vom Angelverein "Alter Barsch" organisierte Hegefischen auf Weißfisch ist eine entspannte Angelegenheit. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 07.07.2015, 19:30 Uhr
Althüttendorf (MOZ) Vor allem der Hitze dürfte geschuldet sein, dass der Kreisanglerverband Barnim zu seinem Kinder- und Jugendtag nur gerade einmal 16 Petrijünger begrüßen konnte. Die Werbeveranstaltung für eines der entspannendsten Hobbys der Welt wurde dennoch ein Erfolg.

In aller Herrgottsfrühe ist die Welt noch in Ordnung. Am Sassenpfuhl 1, dem etwas mehr als fünf Hektar großen See, der zwischen Althüttendorf und Senftenhütte an der Bundesstraße 198 liegt, schwirren an diesem Sonnabend kurz nach 7 Uhr zwar schon die Mücken herum. Aber noch lässt sich nur ihr Summen vernehmen - und auch die Temperatur ist aushaltbar.

"Es hat viele Vorteile, am Morgen rasch aus den Federn zu springen", sagt Lothar Settekorn, der dem Anglerverband Barnim vorsteht, dem im Altkreis Eberswalde 49 Vereine angehören. Selbst im größten Vorbereitungsstress hat der Lichterfelder Freude am Vogelgezwitscher, am Libellenflug und am gelegentlichen Springen der Fische.

Wenigstens 2800 Barnimer denken nachweisbar wie der Vorsitzende des Anglerverbandes und haben sich einem der Vereine angeschlossen. Unter den Mitgliedern sind auch 260 bis 270 Kinder. Ab acht Jahre darf in Brandenburg organisiert geangelt werden. "Wir brauchen dringend Nachwuchs", gibt Lothar Settekorn zu. Die Konkurrenz durch Sportvereine, Feuerwehren, Spielkonsolen und Smartphone ist groß. Die Angler halten mit Naturerlebnissen dagegen.

Beim Kinder- und Jugendtag ist das Hegefischen nur ein Angebot von vielen. Aber eines, dass den teilnehmenden Mädchen und Jungen besonders viel Spaß bereitet. Eifrig sitzen sie, zumeist durch Sonnenschirme geschützt, an extra vorbereiteten Uferstellen. "Mit Genehmigung der Forst haben wir vorab zwei Treckerladungen Gestrüpp entfernt und abgefahren", sagt der Vorsitzende des Kreisanglerverbandes. Das helfe überdies dem veranstaltenden Verein.

Hausherr am Sassenpfuhl 1 ist der Angelverein Alter Barsch, den Uwe Büttner leitet. Die 86 Mitglieder bewirtschaften ein Gewässer, in dem vieles von dem schwimmt, was Fisch-Liebhabern schmeckt: Aale, Hechte, Zander und Karpfen. Darüber hinaus aber auch ganz viel Weißfisch. So werden in der Angler- und Küchensprache unter anderem Karausche, Blei, Güster, Ukelei oder Plötze genannt, die zwar fast alle ebenfalls als lecker gelten, doch wegen ihrer zahlreichen feinen Gräten auf dem Teller nicht besonders geschätzt werden. Im Ergebnis des Hegefischens ist der See um 395 Weißfische ärmer, die zusammen knapp 17 Kilogramm auf die Waage gebracht haben und als Tierfutter geendet sind.

"Dem Gleichgewicht schadet diese Entnahme nicht. Im Gegenteil: Wenn es weniger Weißfische gibt, finden die für uns wertvolleren Arten leichter Futter", betont Uwe Büttner.

Derweil wirft Richard Hoffmann (12) vom Angelverein Spechthausen geschickt die Rute. Der Junge angelt, seit er vier war. "Ich liebe dieses Wechselspiel zwischen Ruhe und Nervenkitzel", sagt er. Sein bisher größter Fang war ein 97 Zentimeter langer Hecht. "Den hat meine Familie aufgefuttert. Ich mache mir nicht so viel aus Fisch", verrät Richard Hoffmann.

Das ist er sich zum Beispiel mit Jasmin Hein (12) aus Senftenhütte einig, die Fisch ebenfalls lieber angelt als isst. Sie frönt dem Hobby seit drei Jahren und kann auf einen 35 Zentimeter langen Karpfen als ihren bisher größten Fang verweisen.

Erst seit einem Jahr ist Paula Melchert aus Eberswalde Mitglied im Angelverein. "Ich mag vor allem die frische Luft", sagt das Mädchen. Auch die Aussicht auf kleine Gewinne reize sie.

Beim Kinder- und Jugendtag gibt es zum Preise-Abstauben etliche Gelegenheiten. So können die Petrijünger mit ihren Angeln auf Scheiben werfen, die weit vom Ufer entfernt schwimmen.

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