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Feuerwehren seit Freitag im Raum Friedland im Dauereinsatz / Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Brandserie geht weiter

Keine Verschnaufpause in Sicht: 60 Feuerwehrleute sorgten mit Hilfe von mehreren Dutzend Tonnen Wasser dafür, dass der Waldbrand bei Chossewitz abgelöscht wurde. Abends kam noch eine Lage Spezialschaum auf den Brandort. Dennoch wurde Dienstagmorgen nachge
Keine Verschnaufpause in Sicht: 60 Feuerwehrleute sorgten mit Hilfe von mehreren Dutzend Tonnen Wasser dafür, dass der Waldbrand bei Chossewitz abgelöscht wurde. Abends kam noch eine Lage Spezialschaum auf den Brandort. Dennoch wurde Dienstagmorgen nachge © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Tatjana Littig / 07.07.2015, 20:12 Uhr - Aktualisiert 08.07.2015, 08:10
Chossewitz (MOZ) Eine Reihe von Bränden hält die Feuerwehren Friedlands und Beeskows in Atem. Am Dienstag mussten die Kräfte ausrücken, um zwei Waldbrände sowie eine Baracke zu löschen. Seit Freitag gab es im Raum Friedland neun Feuerwehr-Großeinsätze. Die Kripo ermittelt in zwei der Fälle wegen Brandstiftung.

Am Dienstag brannte eine Baracke in der Nähe der Klingemühle lichterloh. Da in dem seit Jahren ungenutzten Gebäude viel Holz und Teerpappe verbaut war, hatten die Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun, um den Flammen Herr zu werden. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden. Währenddessen erreichte die Einsatzkräfte der nächste Alarm. Auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots Weichensdorf war ebenfalls ein Feuer ausgebrochen. 5000 Quadratmeter Wald wurden Raub der Flammen.

Waldbrand bei Chossewitz und Weichensdorf sowie Hausbrand bei der Klingemühle
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Brandserie bei Chossewitz und Weichensdorf

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"Das ist mir langsam unheimlich", kommentiert Roland König von der Feuerwehr Groß Muckrow. Schließlich reihen sich beide Großfeuer in eine Serie von Bränden ein, die die Feuerwehren Friedlands und Beeskows seit Freitag in Atem halten. In einem Waldstück bei Chossewitz brannte Montagabend ein lang gestreckter Holzpolter. Diesmal war der Wald an der Straße zwischen Groß Muckrow und Chossewitz betroffen, wo gegen 20.30 Uhr zuerst der Brand von gestapelten Stämmen (etwa 100 Raummeter) und später in einiger Entfernung, ein Waldbrand mit einer Ausdehnung von 200 Quadratmetern entdeckt wurden. Die Brände wurden durch einen Großeinsatz von Feuerwehren aus Friedland und Beeskow gelöscht. Polizeibeamte, die vor Ort ermittelten kamen in Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten zu dem Schluss, dass es sich um Brandstiftung handeln könne.

Sonntagabend bereits hatte kaum 500 Meter Luftlinie entfernt ein Holzhaufen im Wald lichterloh gebrannt. Die Polizei ermittelt auch in diesem Fall wegen Brandstiftung. Zwei weitere Einsätze in der Region waren offenbar nicht absichtlich gelegt worden: Blitzschlag sorgte für einen Feuerwehreinsatz bei Groß Muckrow am Montagmittag, am Samstagnachmittag war bei Weichensdorf ein Getreidefeld während der Ernte in Brand geraten. Den Anfang der Einsatzserie hatte in den frühen Morgenstunden des Freitags ein Feuer in der Scheune eines Agrarbetriebs in Leißnitz gemacht. Ein Alarm, der Sonntagmittag die Feuerwehrleute in Richtung Groß- und Klein Briesen wegen Rauchentwicklung ausrücken ließ, erwies sich allerdings als Fehlalarm.

"Ich habe Pech, im Urlaub zuhause geblieben zu sein", feixte ein Feuerwehrmann aus Weichensdorf, der in dem Wald bei Chossewitz den vierten Einsatz seit Freitag hatte. Auch für Denny Götze von der Feuerwehr Weichensdorf war es der vierte Einsatz in der kurzen Zeit. Das Ablöschen eines Brandes, der allem Anschein nach absichtlich gelegt worden ist, hält er für eine ärgerliche Pflicht: "Als Feuerwehrmann hat man mehr Befriedigung, wenn man nach Unglücken helfen kann oder Menschenleben rettet, und nicht nach solch einem Unsinn!"

Auch Denis Pötschke aus Groß Muckrow war am Montag das vierte Mal draußen. Er hatte die Rauchsäule bei einer Radtour als erster entdeckt und umgehend die Leitstelle informiert. Seine Familie habe Verständnis für die häufigen Einsätze: "Dafür ist man ja Feuerwehrmann!" Als Dennis Wödl von der Feuerwehr Weichensdorf zum Einsatz hinzustößt, gibt es ein großes Hallo. "Jahrelang sieht man sich nicht, und jetzt hier beim Waldbrand!", ruft Danny Götze. "Wir müssten mal wieder ein Klassentreffen machen!" Wie sich herausstellt, sind Danny, Denis und Dennis Schulkameraden des selben Jahrgangs. 1996 hatten sie in Friedland gemeinsam ihren Schulabschluss gemacht.

Der Friedländer Stadtwehrführer Steffen Krüger ist am Dienstag sichtlich gezeichnet vom Dauer-Einsatzgeschehen. Dienstagmorgen mussten die Floriansjünger nämlich nochmals zum Brandort bei Chossewitz eilen, um wiederaufgeflammte Glutnester abzulöschen, und nachmittags die Einsätze an der Klingemühle und bei Weichensdorf. Die Einsatztaktik im Wald bei Chossewitz habe sich bewährt. So war es gelungen, die zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge wie auf einer Einbahnstraße von der Wasserentnahmestelle am Chossewitzer See zum Einsatzort und dort wieder zur Wasserentnahmestelle zu lenken, ohne dass es zu Gegenverkehr oder zu Behinderungen durch rangierende Fahrzeuge kam.

Als glücklicher Umstand habe es sich erwiesen, dass die Beeskower Feuerwehr mit ihrem 5000-Liter fassenden Tanker vor Ort war. "Wir benötigen in Frieland mehr wasserführende Fahrzeuge. Am besten auch eines mit einer Kapazität von mindestens 4000 Litern", resümiert Krüger.

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