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Angeschossenem Kater geht es besser

Kater Spike, der vor zwei Wochen in Linow angeschossen wurde,  wird von Tierärztin Annekatrin Müller aus Rheinsberg untersucht.
Kater Spike, der vor zwei Wochen in Linow angeschossen wurde, wird von Tierärztin Annekatrin Müller aus Rheinsberg untersucht. © Foto: MZV
Anja Rütenik / 13.07.2015, 18:10 Uhr
Linow (rue) Kater Spike, der am 22. Juni im Rheinsberger Ortsteil Linow mit einem Luftgewehr angeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde (RA berichtete), geht es besser. Wer den Kater angeschossen hat, ist indessen noch nicht klar. "Bis heute haben wir nur Vermutungen", berichtet Spikes Besitzerin Ulrike Liborius auf Nachfrage des RA.

Zwar hatten die behandelnden Tierärzte ihr kaum Hoffnung auf vollständige Genesung gemacht. Trotzdem mache der elfjährige Kater nach seiner Operation Fortschritte. "Spike hat sich soweit erholt, dass er wieder laufen kann", so Ulrike Liborius. "Er hinkt einseitig, kommt aber gut vorwärts." Die größte Sorge macht Besitzern und Tierärzten die Blase des Stubentigers. Denn das Projektil war direkt neben dem Rückgrat stecken geblieben und hatte einen Wirbelkörper beschädigt. "Der Diabolo muss die Nervenbahn im Rücken so verletzt haben, dass sich die Blase füllt, er sie aber nicht von alleine leeren kann", sagt die Linowerin. Täglich stünden daher zur Zeit Besuche beim Tierarzt an. Dort wird Spikes Blase entleert. "Wir hoffen auf jeden weiteren Tag", so Ulrike Liborius.

Mittlerweile war Spike auch schon wieder draußen. Lange hatte Ulrike Liborius Angst, ihren Kater wieder vor die Tür zu lassen. Vor einigen Tagen habe sie es jedoch nicht mehr ausgehalten. "Er wollte nur raus und hat ständig an der Tür gestanden und gejammert", berichtet sie. Wegen der Bäume oder anderer Tiere hätte sie keine Bedenken gehabt, wohl aber wegen "der Person, die immer noch in meiner Nachbarschaft wohnt." Der Auslauf scheint dem kranken Kater aber gut getan zu haben. Beim allabendlichen Tierarztbesuche nach Spikes erstem Ausflug seit der Operation hatte Ärztin Annekatrin Müller gute Nachrichten. "Wir konnten es alle nicht glauben, die Blase hat sich verkleinert", freut sich Ulrike Liborius. Auch bei Tieren spiele die Psyche eine große Rolle bei der Heilung, habe ihr ihre Tierärztin gesagt.

Die Sorge um ihr krankes Haustier sei eine große Belastung, so die Linowerin weiter: "Jeder, der an seinem Tier hängt, kann nachvollziehen, wie sogar das Familienleben darunter leidet." Auch das Tier einschläfern zu lassen, um ihm weitere Qualen zu ersparen, habe zwischenzeitlich im Raum gestanden. Kraft gegeben habe ihr aber die Anteilnahme ihrer Mitmenschen. Einige hätten bereits Ähnliches erlebt, dies aber nicht öffentlich gemacht. Auch die Unterstützung der Tierärztinnen Annekatrin und Anne Müller helfeihr in dieser schweren Zeit, so Ulrike Liborius.

Heute fährt sie erneut mit Spike nach Neustrelitz in die Praxis von Wadim Bekmulin, der dem Kater das Projektil operativ entfernt hatte. Dort wird er unter Narkose noch einmal gründlich untersucht, um den Verlauf der Heilung verfolgen zu können. Laut seiner Besitzerin stehen dem Kater eine weitere Computertomographie und eine weitere Operation bevor.

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