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Jugendliche organisieren sich selbst

Verwaltung des Hausschlüssels klappt schon mal

Als Dankeschön einen Grillabend organisiert: Detlef Grabsch (r.) und Lothar Nischan (4.v.r.) mit Jugendlichen.
Als Dankeschön einen Grillabend organisiert: Detlef Grabsch (r.) und Lothar Nischan (4.v.r.) mit Jugendlichen. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 17.07.2015, 06:09 Uhr
Limsdorf (MOZ) In den Storkower Ortsteilen gibt es zehn Jugendclubs. Die gut ausgestatteten Häuser sollen von den Jugendlichen selbst verwaltet werden. Durch einen Generationswechsel können dabei Probleme entstehen. Detlef Grabsch versucht als Jugendkoordinator zu helfen.

Es ist ein Freitagabend, und es ist Grillzeit. Wenn jemand etwas auf den Rost zu legen hat, dann reicht eine Nachricht über WhatsApp, und es kommen genug Leute zum Jugendclub in Limsdorf, um mitzuessen und in Gemeinschaft vergnüglich "abzuhängen". Diesmal hatten der Ortsvorsteher Lothar Nischan und der Jugendkoordinator für die Ortsteile von Storkow, Detlef Grabsch, zu einer Runde Thüringer Bratwurst eingeladen.

Detlef Grabsch hat schon alle Jugendclubs besucht, um zu erfahren, wo seine Hilfe notwendig ist. Aber er will "nicht nur zum Reden kommen, sondern auch einmal, um gemeinsam Würstchen zu essen", wie er sagt. Und sein Kommen mit dem Grillgut im Gepäck sollte auch ein Dankeschön an die Jugendlichen sein, dass es ihnen gelungen ist, ein Problem mit der Selbstverwaltung, das zu Ärger mit einem Nachbarn geführt hatte, zu klären. Detlef Grabsch legt genauso wie der Ortsvorsteher Wert darauf, "dass der Club von den Jugendlichen selbst verwaltet wird".

Das Problem in Limsdorf ist auch das der anderen Jugendclubs: Es vollzieht sich ein Generationswechsel. An den Wochenenden trafen sich in der Regel zehn bis 15 Jugendliche, zu besonderen Anlässen, wie etwa Sylvester, auch bis zu 30 Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die meisten von ihnen haben inzwischen eine Familie gegründet oder sind auswärts in der Ausbildung. Zu den jetzigen Nutzern gehören der 15-jährige Kevin Eska und der 13-jährige Chrispin Lanto, die seit drei Jahren regelmäßig kommen. Auch andere zwischen elf und 15 Jahre schauen oft herein. "Es gibt noch mehr Jugendliche in Limsdorf, und die Jungs würden sich freuen, wenn die Mädels sich endlich trauen würden zu kommen", schmunzelt Detlef Grabsch. Von den Älteren, über 20 Jahre alt, sind Erik, Klaus und Christian noch aktive Mitglieder. Bei der Selbstverwaltung geht es unter anderem um die Verwaltung des Hausschlüssels. Chrispin und Klaus haben nun einen gemeinsam bekommen, Kevin, Aaron und Maria jeder einen. "Es klappt wunderbar", freut sich Chrispin, und auch das zweite Problem, das Saubermachen, ist gelöst: "Nach Feiern wird eine gemeinsame Reinigungsaktion geplant", erzählt er.

Hinzukommt, dass die Jugendlichen kleinere Instandhaltungsarbeiten selbst durchführen. So ist eine Dachreparatur geplant, für die sich die älteren Mitglieder bereit erklärt haben. Detlef Grabsch indes sorgt für die Ausstattung ihres Clubs mit Geräten. Vor einem Vierteljahr hat er eine Spielebox, eine neue Musikanlage und eine Wii-Konsole mitgebracht. Immerhin stellt die Stadt für die Arbeit im Jugend- und Familienbereich jährlich 3500Euro zur Verfügung. Nun wird noch ein Receiver gebraucht, den sich die Jugendlichen mit Quittung selbst kaufen. Über den Besuch von Detlef Grabsch freute sich die Jugend. "So wird der Kontakt mit Storkow aufrechterhalten", sagte Erik.

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