Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

"Nation of Gondwana": Beschwerden wegen Bass-Sound

Eins steht fest: Die Gondwana-Jünger haben das Festival genossen.
Eins steht fest: Die Gondwana-Jünger haben das Festival genossen. © Foto: MZV/Weiler
Patrik Rachner / 21.07.2015, 21:00 Uhr - Aktualisiert 22.07.2015, 08:47
Grünefeld (MZV) Nach dem Techno-Event "Nation of Gondwana" am Grünefelder Kiessee am vergangenen Wochenende haben sich zahlreiche Menschen wegen akuter Lärmbelästigung beim Ordnungsamt der Gemeinde Schönwalde-Glien beschwert. Vor allem in Schwante Kremmen, Sommerfeld bis ins rund 30 Kilometer entfernte Wall sollen die offenbar ohrenbetäubenden Bässe zu hören gewesen sein.

8000 Menschen, die beim Festival vor Ort waren, können zwar auch Lärm produzieren, gleichfalls die Musik als solches, doch weitaus mehr Gewicht hatte die "gigantische Bass-Lautstärke"die aus den Boxen herauskatapultiert wurde, wie der Schwanter Michael Beuthe meinte. "Wir sind regelrecht zugedröhnt worden. Es war ein strammer Radau, den die tiefen Bässe verursacht haben", sagte er weiter. Das Schönwalder Ordnungsamt habe ihm indes versichert, dass keine Verordnungsvorschrift missachtet und der Lärmpegel eingehalten wurde. Das Equipment wurde zudem verplombt, so dass dem Missbrauch Vorschub geleistet werden konnte. All das ist in der Tat überprüft worden, wie Ordnungsamtsleiter Kurt Hartley auf Anfrage bestätigte. Womöglich habe aber der Wind ungünstig gestanden, so dass vor allem im Landkreis Oberhavel das Dröhnen der Bässe zu hören war. In unmittelbarer Umgebung war das kaum der Fall. Etwa 25 Beschwerden hat es gegeben. Hartley will nun nach den Gesprächen mit Akustikern und dem Veranstalter Markus Ossevorth Konsequenzen ziehen.

So sollen im kommenden Jahr während der 22. Ausgabe des Events andere Messwerte zugrundegelegt werden. Auch Kontrollen in der Nacht seien vor Ort und in der Ferne geplant. "Vorzuwerfen ist dem Veranstalter indes nichts. Der bisher für die Musik zulässige sogenannte A-Messwert in Höhe von 55 Dezibel ist deutlich unterschritten worden. Er lag am Wochenende bei 37 bis maximal 46 Dezibel. Das Problem war in diesem Jahr tatsächlich der Sound der Bässe. Diesen sogenannten C-Wert haben wir nicht messen können. Der wird derzeit nicht erfasst. Dei Technik ist schlicht weiter als die Vorschriften. Klar ist aber, dass die Bässe heruntergefahren werden müssen. Entsprechende Vorkehrungen werden wir treffen. Das soll nicht nocheinmal vorkommen", versicherte der Ordnungsamtsleiter. "Wir arbeiten daran, den Schallpegel so gering wie möglich zu halten. Wir entschuldigen uns." Ansonsten bescheinigte Hartley dem Festival weiterhin eine exzellente Organisationsstruktur. In 20 Jahren habe es zudem keine Probleme gegeben. Das Ereignis stehe auch nicht auf dem Spiel, es solle nur mehr Rücksicht auf die Bevölkerung genommen werden.

Und sonst? Die Polizei hat nach dem Festival eine positive Bilanz gezogen. Laut Angaben von Sprecherin Jana Birnbaum ist abseits der Lärmbelästigung weitgehend alles ruhig geblieben. Lediglich gegen einen 50-jährigen, der mit der Security aneinandergeraten war, musste ein Platzverweis ausgesprochen werden. Zudem verzeichneten die Beamten im Rahmen der Verkehrskontrollen zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Nele 23.07.2015 - 15:18:51

Ich bin dafür

Wo wir schon 364 Tage von Lärm umgeben sind, sollte wenigstens am 365'en Tag zusätzlich so richtig die Sau raus gelassen werden.

Helga 23.07.2015 - 15:01:24

@karin

Wo steht denn, dass man an einem Tag im Jahr Vorschriften bzgl. des Lärms ignorieren darf?

Karin 23.07.2015 - 14:07:06

oh mann

einmal im jahr etwas mehr Lärm.....es gibt leute,die haben tag ein tag aus Verkehrslärm und kämpfen dagegen an ohne erfolg....der deutsche muss auch wirklich an allem meckern...ich glaube viele,die so weit ab von allem Lärm wohnen wissen das gar nicht mehr zu schätzen und regen sich wirklich über jeden kleinen Ton auf...da ssind paar stunden....dann herrscht wieder 364 tage...Stille!!!Ich wäre froh,wenn ich das von meinem Wohnort sagen könnte!!Luxussorgen nenne ich das

Peter Hellich 23.07.2015 - 13:25:57

Schmarrn!!

Das ist nicht einfach "Musik" .... das ist jugengefährdender Krach!!! Der Kommentar ist verharmlosend, denn immerhin wurden 25 Personen bzw. Haushalte in der Nachtruhe gestört - im Umkreis von 30 Kilometern!!! Wer denkt ausserdem an die Kinder bzw. Tiere in der Nähe. Sollen die doch bitte woanders feiern oder besser ganz lassen zu diesem Schmarrn!!

Morgaine 23.07.2015 - 13:07:26

Alles ruhig in Grünefeld ;-)

Ich wohne direkt in Grünefeld und habe von Radau nichts gehört - ab und zu ein paar Töne, aber in keiner Weise belästigend. Nachts konnte man problemlos bei offenem Fenster schlafen. Und selbst wenn es irgendwo ab und zu mal etwas lauter gehört worden sein sollte - es ist EIN Wochenende von 52 Wochenenden im Jahr, wo die sich Beschwerenden vielleicht mal nicht ihre Totenstille haben, die sie anscheinend brauchen.... 8000 friedliche Menschen feiern gemeinsam zu ihrer Musik, sowas ist doch einfach nur schön !

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG