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Badespaß mit Vorsicht

© Foto: Oliver Voigt
Wiebke Wollek / 05.08.2015, 05:11 Uhr
Gersdorf (MOZ) Der Nachweis von Blaualgen im Gamensee verunsichert viele Badegäste. Während der Nachweis von Toxinen noch aussteht, hat das Gesundheitsamt am Dienstag festgestellt, dass das Wasser bereits wieder klarer ist. Das Baden ist nach wie vor erlaubt, aber mit Vorsicht zu genießen.

Der Juli war ein trüber Monat für den Gamensee. Während die Sichttiefe am 30. Juni noch bei etwa zwei Metern lag, wurde das Wasser schließlich immer undurchsichtiger, wie Mitarbeiter des Gesundheitsamts im Kreis Märkisch-Oderland bei ihrer monatlichen Kontrolle festgestellt hatten. Als die Sichttiefe weniger als einen Meter betrug, lag der Verdacht nahe, dass Algen dafür verantwortlich waren, erklärt André Riffer, Fachdienstleiter für Hygiene und Umweltmedizin im Gesundheitsamt. Daraufhin informierte das Amt die zuständige Ordnungsbehörde, zunächst einmal wegen eines Verkehrssicherheitsproblems, denn das trübe Wasser würde im Ernstfall Rettungsmaßnahmen erschweren.

Als die Sichttiefe nur noch einen halben Meter betrug, wurde eine neue Probe speziell auf Blaualgen untersucht. "Diese sind auch tatsächlich nachgewiesen worden", sagt André Riffer. Eine weitere Probe soll nun den Toxingehalt untersuchen. Dafür wird der Chlorophyll-A-Wert als Indikator gemessen. Das Testergebnis steht noch aus. Sollten Toxine nachgewiesen werden, müsste der Landkreis den See für Badegäste sperren. Dass es dazu kommt, hält André Riffer jedoch für unwahrscheinlich. Denn inzwischen scheint sich die Lage schon wieder verbessert zu haben. Am Dienstagvormittag wurde die Sichttiefe im Gamensee erneut kontrolliert: Sie lag wieder bei 80 Zentimetern, also außerhalb des als gefährlich eingestuften Bereichs.

"Die Sichttiefe ist tatsächlich ein sehr sicheres Indiz für die Belastung durch Algen", erklärt André Riffer. "Es ist anzunehmen, dass es sich bei den Blaualgen im Gamensee eher um ein kurzzeitiges Problem gehandelt hat." Ohnehin kämen Blaualgen nicht besonders häufig in Brandenburger Gewässern auf. Sollten sie jedoch auftreten, ist Vorsicht geboten. "Wenn man im knietiefen Wasser seine Füße schon nicht mehr sehen kann, sollte man wachsam sein", sagt André Riffer. Menschen mit gesundheitlichen Problemen und empfindlicher Haut sollten erst recht vorsichtig sein. Dass das Gesundheitsamt derzeit grundsätzlich vom Baden im Gamensee abrät, wäre jedoch falsch, denn das würde einer Sperrung des Sees gleichkommen.

Das Gesundheitsamt rechnet bis Ende der Woche mit dem Untersuchungsergebnis, das über die Belastung durch Toxine Aufschluss gibt. Sollte diese entgegen den Erwartungen nachgewiesen werden, wird der Landkreis die Bevölkerung umgehend informieren und entsprechende Hinweise an den Badestellen anbringen.

Vom alljährlichen Start am 15. Mai bis zum Ende der offiziellen Badesaison am 15. September überwacht das Gesundheitsamt durch regelmäßige Untersuchungen die Badestellen der ausgewiesenen europäischen Badegewässer und meldet dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie dem Verbraucherschutzministerium die Überwachungsergebnisse zur aktuellen Wasserqualität.

Badestellen im Land Brandenburg auf einen Blick nach Landkreisen und kreisfreien Städten bieten die Liste der Badestellen und die Badestellenkarte. Dort können online zahlreiche Informationen über die Badestelle, ihre Bewertung und Einstufung sowie die aktuelle Wasserqualität, Infrastruktur, Ausstattung und Versorgung abgerufen werden. Auf der Karte sind nicht alle Badeseen eingetragen, sondern nur diejenigen, denen aus touristischer Sicht eine überregionale Bedeutung zugemessen wird. Doch auch die kleineren Badeseen werden regelmäßig vom Gesundheitsamt kontrolliert.

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