Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jugend taucht im Tetzkestich ab

Beste Stimmung am Tetzkestich: Seit Sonntag trainieren zehn Jugendliche aus Zehdenick, Fürstenberg und Himmelpfort auf dem Vereinsgelände des Tauchsportclubs in Burgwall.
Beste Stimmung am Tetzkestich: Seit Sonntag trainieren zehn Jugendliche aus Zehdenick, Fürstenberg und Himmelpfort auf dem Vereinsgelände des Tauchsportclubs in Burgwall. © Foto: MZV/Martin Risken
Martin Risken / 07.08.2015, 08:44 Uhr
Burgwall (MZV) Es begann vor elf Jahren ganz klein: Nela und Sophie Zichert, die Töchter des jetzigen Vereinschefs Ralf Zichert, brachten vier Freundinnen mit und fertig war das Jugend-Tauchsportcamp in den Sommerferien am Tetzkestich. Daraus ist eine Tradition erwachsen.

Zum zehnten Mal organisiert der Tauchsportclub Zehdenick auf seinem Vereinsgelände in Burgwall das Camp. Nur einmal während der vergangenen elf Jahre sei das Camp ausgefallen.

Unter Anleitung des Tauchsportlehrers Ralf Zichert erlernen zehn Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 19 Jahren das Tauchen oder vertiefen ihre Kenntnisse in dieser faszinierenden Sportart. Das weitläufige Vereinsgelände bietet dafür ideale Voraussetzungen - zum Campen und Tauchen gleichermaßen. Ein Ausflug zum Werbellinsee darf während des Camps nicht fehlen, schließlich biete der See ideale Voraussetzungen zum Tieftauchen, was der lediglich rund neun Meter tiefe Tetzkestich nicht biete, der bestenfalls auch nur Sichtweiten von ein bis zwei Meter bietet. Zum Üben zwar ideal, für das große Taucherlebnis allerdings eher weniger. Nach den Regeln des Verbandes Deutscher Sporttaucher kann der Nachwuchs auch verschiedene Prüfungen ablegen.

Dass es den Kindern und Jugendlichen während des einwöchigen Camps gut geht, dafür sorgt Ellen Zichert, die Frau des Vereinschefs. Sie ist für die Verpflegung zuständig. Und auch der Senior des Vereins, Gerd Timm, darf nicht fehlen. 52 Jahre stand er dem Tauchsportclub vor, bevor er im Frühjahr dieses Jahres den Vorsitz an Ralf Zichert abtrat. Dessen Stellvertreter ist Peter Reichart. Gerd Timm gehört dem Vorstand aber weiterhin als dritter Vorsitzender an. Es ist wohl auch das Verdienst des 79-jährigen Gerd Timm, dass der Verein bis heute über ideale Trainingsbedingungen verfügt. Das Pachtgelände an der Havel drohte verloren zu gehen, als der Jewish Claims Conference in den 1990er-Jahren Alteigentümeransprüche geltend machte. Timm nahm mit dem Büro in Frankfurt am Main Kontakt auf und konnte erreichen, dass das Areal am Radfernweg Berlin-Kopenhagen nicht in die Versteigerung gelangte. Die jüdische Organisation schickte einen Gutachter vorbei, der auch Sportler ist, der das Areal fair bewertet habe, weil er verstand, dass Taucher so ein Gelände dringend brauchen. Und so kann es der Club weiterhin für seine Nachwuchsarbeit nutzen. Auch wenn der Effekt für den Verein erst einmal gering ist. Denn die eine Hälfte der Jugendlichen verlasse den Verein später wieder, die andere kehre ihm nach Abschluss der Schule den Rücken. Erst mit 30 Jahren, wenn Ausbildung oder Studium in der Ferne beendet und eine Familie gegründet ist, kehrten einige zurück zum Tauchen. So verwundet es wenig, dass der 1950er-Jahrgang zurzeit der mitgliederstärkste ist. Der Club hat 56 Mitglieder.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG