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Dornröschenschlaf im Landhaus täuscht

Landhaus Ihlow: Nach wenigen vorhandenen alten Ansichten hat Torsten Liedtke die Zeichnungen t des Herrensitzes im Maßstab 1:100 gefertigt. Diese Größenordnung ist für den erneuten Bauantrag erforderlich, den der Eigentümer bis Jahresende einreichen will.
Landhaus Ihlow: Nach wenigen vorhandenen alten Ansichten hat Torsten Liedtke die Zeichnungen t des Herrensitzes im Maßstab 1:100 gefertigt. Diese Größenordnung ist für den erneuten Bauantrag erforderlich, den der Eigentümer bis Jahresende einreichen will. © Foto: MOZ Gerd Markert
Gabriele Rataj / 13.08.2015, 06:38 Uhr
Ihlow (MOZ) Es tut sich etwas im Landhaus Ihlow, auch wenn es rein äußerlich nicht sofort auffällt. Im Inneren wird gewerkelt, geputzt, wurde am Dachstuhl gearbeitet, an der Elektrik - "immer mit baudenkmalrechtlichen Erlaubnissen", sagt der Eigentümer.

Den irritierenden Zungenschlag - der Käufer der Immobilie habe eine zügige und komplette Sanierung angekündigt -, mit dem der Beitrag "Rittersitz, Herrenhaus, Filmkulisse" in der Märkisches-Echo-Serie über Schlösser und Herrenhäuser in der Region (MOZ, 21. Juli) endete, weist Torsten Liedtke zurück.

Das habe er gegenüber den Gemeindevertretern nie behauptet, stellt Liedtke bei einem Besuch in Ihlow klar. Im Gegenteil, zu jener Sitzung in Grunow habe er deutlich gesagt, dass es dauern könne und auch sein Konzept (Mix aus Ferien- und Privatwohnungen, kleiner Laden, Veranstaltungsbereich) dargelegt.

"Sieben bis 15 Jahre waren meine Rechnung", sagt er, schätzt heute aber ein, den Bauantrag zu schnell eingereicht zu haben. Mit elf Nachforderungen (u. a. Kampfmittelfreiheitsbescheidigung, Nutzungs- und Brandschutzkonzept, Trennung von Alu- und Kupferleitungen, komplette Bauzeichnungen) kam er zurück.

Drei dicke Aktenordner mit Unterlagen stehen vor Liedtke auf dem Tisch im Mitteltrakt. Alle Aktivitäten seit 2006, als er den Zuschlag für das Landhaus erhielt, sind darin festgehalten, sämtlicher Briefwechsel mit Behörden. Davor sind an Aufstellern detailreiche Ansichten des Bredowschen Anwesens geheftet, Grundrisse der beiden Etagen. In aufwendiger Kleinarbeit hat sie Torsten Liedtke im Maßstab 1:100 selbst angefertigt, "weil 1:125 vom Architekten falsch war". Nur der Querschnitt fehle noch, dann könne er zum Jahresende den zwischenzeitlich zurückgezogenen Bauantrag erneut einreichen.

"Komprimiert zwei Jahre fehlen mir", schätzt der selbstständige Tischler aus Schöneiche, der 2007 mit Rüstung angerückt war und später längere Zeit nicht zum Zuge gekommen sei, da ihm der Pächter den Zutritt verwehrt habe. "Es wäre schön gewesen, wenn wir eine gemeinsame Basis gefunden hätten", sagt er.

Torsten Liedtke hätte auf manche Fragen eine Antwort. Aber das direkte Ansprechen vermisst er. Überdies scheint er keiner zu sein, der mit jedem Teilresultat öffentlich hausieren geht. "Ich will eigentlich nur in Ruhe arbeiten", gibt er gern zu. Auch Baumaterial hat er zu großen Teilen bereits gekauft, um mit Genehmigung 2016 loszumachen. "Wir pellen uns von innen nach außen."

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