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Fernab im Wald Urlaub machen

Schätzen die Ruhe: Familie Brehm aus Berlin verbringt schon das sechste Mal die Sommerferien am Springsee nahe Limsdorf.
Schätzen die Ruhe: Familie Brehm aus Berlin verbringt schon das sechste Mal die Sommerferien am Springsee nahe Limsdorf. © Foto: MOZ/Annika Bischof
Annika Bischof / 15.08.2015, 07:39 Uhr
Limsdorf/Ranzig (MOZ) Urlaub auf dem Campingplatz - für viele Großstädter ist dies eine willkommene Abwechslung. In Limsdorf und Ranzig ist derzeit vor allem für Ruhesuchende und Hundebesitzer Hochsaison.

Was Gäste auf dem Naturcampingplatz Springsee am meisten schätzen, ist die Ruhe. René Stein und Andreas Peter Pausch reisten vor einer Woche aus Leipzig an und fühlen sich sichtlich wohl. "Man hat hier so viel Platz und den See ganz in der Nähe", schwärmen die beiden Männer. "Im Internet hatte ich mich umgeschaut, nach Campingplätzen in Brandenburg, wo auch Hunde willkommen sind. Am Springsee wurde ich fündig", erzählt René Stein und tätschelt seinen Weimaraner Rüden. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, das Inhaberin Silke Seidel hervorhebt, die selbst zwei Hunde besitzt: "In Brandenburg gibt es nur drei Campingplätze, auf denen Hunde gern gesehen sind." Oftmals sei es schon vorgekommen, dass Besucher zaghaft nachfragten, ob sie ihre Vierbeiner mitbringen könnten. "Natürlich geht das", antwortet ihnen dann mitunter Mitarbeiter Marcel Bodling, der auf dem Naturcampingplatz von allen liebevoll nur "Moppi" genannt wird. Für ihn sei es selbstverständlich, dass auch Hunde kommen können. "Vergangenes Jahr haben wir auch eine Hundebadestelle wie auch einen Auslauf eigens angelegt", erzählt er.

Genau an dieser Badestelle haben sich die Leipziger Gäste eingefunden. Andreas Peter Pausch steht in Wasserschuhen und versucht die Balance zu halten, während René Stein am Ufer auf jenen Moment wartet, als sein Freund ins Wasser plumpst. Dann drückt er auf den Auslöser seiner Kamera. Das Wasser spritzt. "Irgendwann hat man den Dreh raus", ruft ihm Silke Seidel zu. Die drei lachen.

Die 37-Jährige liebt ihre Arbeit in dem bewaldeten Idyll. "Langweilig wird es hier nie", erzählt sie. Was zeitgleich auch viel Arbeit bedeutet, vor allem in den Sommerferien. Zusammen mit ihrem zehnköpfigen Team kümmert sie sich um rund 250 Dauercamper und 50 Touristen, die für kürzere Zeitspannen am Springsee verweilen. "In Ranzig haben wir 100 Plätze für Dauercamper und 30 für kürzere Aufenthalte", zählt sie auf. Denn auch um das Märkische Seecamp in Ranzig kümmert sie sich seit 2008. Übernommen hat sie die beiden Campingplätze von ihrem Vater, der ihr 2010 auch den Natur-Campingplatz am Springsee überließ. Beide Plätze stoßen vor allem bei Großstädtern aus Berlin, Leipzig und Dresden auf Interesse. "Es kommt nicht selten vor, dass Gäste schon bei der Abreise für das nächste Jahr buchen", erzählt Anke Zilske, die an der Rezeption am Springsee arbeitet.

So auch Familie Brehm aus Berlin. Die vierköpfige Familie ist bereits das sechste Mal nach Limsdorf gekommen. "Es ist die Ruhe hier, die uns gefällt", sagt Wolfgang Brehm. Für seine Frau Christine ist auch die Anlage ein entscheidendes Kriterium gewesen, wiederzukommen. "Hier ist nicht alles in Reih und Glied", sagt sie. Und in der Tat erstrecken sich die Stell- und Zeltplätze sowie Bungalows auf einer Fläche von rund 21 Hektar. "Bis zu einer Stunde kann man hier spazieren gehen", wirft Silke Seidel ein. Nicht zuletzt sei der Natur-Campingplatz auch einer der ältesten in Deutschland. "Wir haben eine alte Postkarte, worauf das Jahr 1907 geschrieben steht", erzählt die Inhaberin.

Auch bei internationalen Besuchern ist der Campingplatz unterdessen bekannt. Ein Gast aus Nicaragua kam kürzlich an den Springsee und gab spontan ein kleines Gitarrenkonzert. "Es gibt immer irgendetwas Neues bei uns", fasst Silke Seidel den Alltag auf der Anlage zusammen.

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