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Wölfe nur an edlen Fleischteilen interessiert / Rest fressen andere Tiere

Skelette von Rehen ganz normal

Ruth Buder / 27.08.2015, 17:23 Uhr
Herzberg (MOZ) Das Skelett eines Rehs hat am Donnerstag MOZ-Leser Günter Schulz in der Nähe des Radweges zwischen Herzberg und Buckow gefunden, etwa 150 Meter hinter dem Ortsausgang Herzberg. Weil er vermutet, dass das Reh von einem Wolf getötet und gefressen wurde, rief er beim Oder-Spree-Journal an, um zu erfragen, ob er den Fall dem Brandenburger Wolfsmanagement oder dem Ordnungsamt melden müsse. "Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll", sagte der 61-jährige Herzberger.

Von Matthias Fochtmann, ehrenamtlicher Wolfsbeauftragter des Landes Brandenburg und selbst Jäger, erfuhr die MOZ, dass Skelette im Wald etwas ganz normales seien und nicht gemeldet werden müssten. "Inzwischen gibt es bald mehr Wölfe in Brandenburg als Hasen", scherzt Fochtmann. "Die greifen sich jeden Tag ein paar Rehe, um sich zu ernähren. Dass da Skelette herumliegen, ist normal. Darüber reden die Jäger gar nicht mehr", so Fochtmann. Wölfe würden aber nur die edlen Teilen des Rehs wie Rücken und Keule fressen, den Rest holten sich Wildschweine, Bussarde oder Kolkraben.

Brandenburg habe inzwischen die höchste Wolfsdichte in der Welt, betont Matthias Fochtmann, der vor einigen Monaten noch bei der Unteren Jagdbehörde der Kreisverwaltung beschäftigt war und jetzt im Ruhestand ist. "Wölfe lassen sich ja schwer zählen, aber in Brandenburg gibt es schätzungsweise 250 bis 300 Stück. Und es werden immer mehr." In Brandenburg und Sachsen - hier zählt man etwa einen Bestand von 350 Wölfen - lebten heute mehr Wölfe als in Finnland (zirka 150) und Schweden (zirka 200).

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