Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Scarlett O' und Jürgen Ehle sanieren ihr Wohnhaus in Liebenhof und bieten anspruchsvolle Programme

Glücklich mit Gesang und Gitarre

Scarlett O' und Jürgen Ehle verwirklichen in Liebenhof auf 4000 Quadratmetern ihren "Sinneswandel"-Traum. Wenn sie nicht an dem Projekt, am Haus oder im Tonstudio arbeiten, sind sie mit Akkordeon, Gitarre und Liedern zum Zuhören bundesweit unterwegs.
Scarlett O' und Jürgen Ehle verwirklichen in Liebenhof auf 4000 Quadratmetern ihren "Sinneswandel"-Traum. Wenn sie nicht an dem Projekt, am Haus oder im Tonstudio arbeiten, sind sie mit Akkordeon, Gitarre und Liedern zum Zuhören bundesweit unterwegs. © Foto: MOZ Gerd Markert
Detlef Klementz / 28.08.2015, 08:32 Uhr
Garzau-Garzin (MOZ) Vor drei Jahren sind Scarlett O' und Jürgen Ehle von Berlin in den Ortsteil Liebenhof gezogen. Die MOZ hat die beiden Künstler besucht, die seit Jahren mit Akkordeon, Gitarre und anspruchsvollen Texten bundesweit unterwegs ist. Im November starten sie ihre neue Reihe "Hausschuh-Konzerte".

Wie so oft war Scarlett O' auch an diesem Mittwoch sehr früh aufgestanden. Sie hat den Garten am Haus gewässert, in dem sie seit 2012 mit Jürgen Ehle wohnt. Nicht die ganzen 4000 Quadratmeter, nur dort, wo Blumen blühen und Gemüse wächst. Ehle weist auf verschiedene Kräuter, Tomaten, Zucchini und Kartoffeln. Dabei greift er in eine große Schale mit frisch geernteten Pflaumen. Beide wollen sich zum Großteil aus eigener Produktion versorgen, wobei sie am Übergang von der vegetarischen zur veganen Ernährung arbeiten.

Wir sitzen im Grünen, der Blick schweift über die unverbaute Landschaft. Auf dem Grundstück steht ein Wohnwagen, in dem Freunde und Bekannte bei Bedarf übernachten. Ein paar Schritte entfernt ist das Wohnhaus, an dem noch manche Pläne auf Umsetzung warten. Viel ist bereits erreicht, als Nächstes geht es an den künftigen Haupteingang, auch im Innern wartet noch viel Arbeit.

Dass der 2010 begonnene Um- und Ausbau des früheren Siedlerhauses ihres Onkels noch nicht abgeschlossen ist, hat verschiedene Gründe. Einmal will die diplomierte Bauingenieurin was irgend möglich ist allein bewerkstelligen. So schwingt denn schon etwas Stolz mit, als sie beispielsweise von 16 000 Schrauben in der Holzverschalung der Außenwände berichtet. Aber selbst Hand anlegen dauert halt länger. Zudem war die Suche nach einem Bankkredit für Heizung, Sanitär und Elektro - also das, was der Fachmann erledigen muss - lange Zeit erfolglos: Selbstständig, dann noch Künstler und zusätzlich erschwerend das Alter, also die 60 bereits im Blick. "Da ernteten wir lange nur Kopfschütteln", sagt sie und zitiert dabei gern den Rat eines Bankangestellten, sie solle es doch mal mit "richtiger Arbeit probieren".

Scarlett O' ist seit jeher mit der Musik eng verbunden. Sie hat in ihrer Heimatstadt Buckow im Kinderkirchenchor gesungen, später im Singeclub der Schule, sie spielte im Flötenquartett und nahm Klavierunterricht. Parallel zum Bauingenieur-Studium schloss sie 1981 das Konservatorium Cottbus als Berufsmusikerin im Fach Gesang ab. Da hatte sie mit Gleichgesinnten bereits die Folkband Wacholder gegründet, die 2001 auf Abschiedstour ging.

Bereits ein Jahr zuvor hatte ihre künstlerische Zusammenarbeit mit Jürgen Ehle begonnen. Der Gitarrist ist vielen vor allem als langjähriges Bandmitglied von Pankow ein Begriff. Wer ihn darauf reduziert, tut ihm Unrecht. Ehle, Jahrgang 1956, hat Film- und Bühnenmusik geschrieben, ist als Studiomusiker und Produzent tätig. Er hat sich im neuen Haus ein Studio eingerichtet und insgesamt "gut zu tun", wie er sagt. Neu ist ihm die Arbeit im eigenen Studio nicht, sein Erstes habe er schon 1977 eingerichtet, sagt er. In Liebenhof fehlt nur noch die Wendeltreppe zwischen den beiden übereinanderliegenden Räumen. Unlängst habe er dort die Live-CD eines Konzerts von Prahl und Dresen mit ihrer Band abgemischt. Wenn Schauspieler Axel Prahl und Regisseur Andreas Dresen mit ihrer Band Konzerte geben, ist auch Ehle gelegentlich dabei. Zwischendurch geht er immer mal wieder mit Pankow oder Engerling auf Tour.

"Und wir machen ja auch recht viel zusammen", sagt Ehles Partnerin in der Kunst und im Leben. Derzeit hat das Paar sechs verschiedene Programme im Angebot. Der musikalische Reigen reicht von Folksongs über Filmmusik und das Weihnachtsprogramm "Gans ohne Tannenbaum" bis hin zu "Nachthexen", bei dem starke Frauen besungen werden. Die Programme sind nicht zur stimmungsvollen Umrahmung von Festen geeignet, "bei uns muss man sich einlassen wollen und zuhören", sagt Scarlett O' selbstbewusst. Und weil das Künstlerpaar Neuem gegenüber stets aufgeschlossen ist, startet am 1. November die Reihe "Hausschuh-Konzerte". Neuland gleich in mehrfacher Hinsicht. Die für die kalte Jahreszeit aufgelegte Reihe ist neu, die Wohnzimmerbühne und das Programm auch. "Sherlock Holmes und der rote Löwe" heißt das "Krimi-Mini-Musical, für das sie wieder die Songtexte und er die Musik beigesteuert hat. Das Stück stammt aus der Feder von Wolfgang Schüler - Rechtsanwalt, Krimiautor sowie Ombudsmann und sachkundiger Gerichtsreporter der MOZ.

Die "Hausschuh-Konzerte" sind Teil eines Projekts, das die beiden Künstler unter dem Namen "Sinneswandel" entwickeln. Ein kleiner künstlicher See gehört beispielsweise dazu, "ohne Plane", wie Jürgen Ehle betont. Ein paar Meter weiter wächst ein Weidendom heran. Scarlett O' zeigt, wo sie die Bühne sieht und wo die Besucher künftiger Konzerte und Lesungen sitzen werden. Platz für Ideen gibt es genug, auch unter einem Apfelbaum, wo einmal Spiele stattfinden könnten.

Angesichts ihrer vielen Aktivitäten könnten Scarlett O' und Jürgen Ehle Hilfe gebrauchen. Konkret geht es um das booking, also das Aushandeln der Veranstaltungstermine. "Wenn wir da jemand finden würden, wäre das eine große Entlastung", sagt Scarlett O', wobei sie einschränkend hinzusetzt: "Es müsste jemand sein, der auf dem Gebiet schon Erfahrungen mitbringt."

Weitere Infos und Kontakt zum Musikerpaar im Internet unter www.scarlett-o.de

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG