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Vogelparadies vor Schließung

Ende Oktober ist Schluss: Die Burgwaller Ziervögel, eine Attraktion im Tontagebau, werden ihr Paradies verlassen.
Ende Oktober ist Schluss: Die Burgwaller Ziervögel, eine Attraktion im Tontagebau, werden ihr Paradies verlassen. © Foto: Juliane Pieper
Juliane Pieper / 05.09.2015, 05:18 Uhr
Burgwall (MZV) "Am 30. Oktober ist hier Schluss", erklärt Heinz Lachetta. Der ehemalige Grubenleiter hatte es sich bereits 1996 zur Aufgabe gemacht, die Anlage auf dem einstigen Tongrubenareal in ein Vogelparadies zu verwandeln. Mit Erfolg: Die Besucher des benachbarten Ziegeleiparks Mildenberg konnten in den vergangenen Jahren auf einer Lorenbahn-Tour mit Station in Burgwall um die 570 Vögel in fünf verschiedenen Volieren bestaunen.

Doch Ende Oktober wird die Anlage um die ehemalige Tongrube mit endgültiger Wirkung von der Firma Wienerberger an den Landkreis übergeben. Was Konsequenzen für das Vogelparadies hat: Bis dahin muss der Hof leer sein. Auch die bergrechtlichen Angelegenheiten sind bis zu diesem Zeitpunkt zu regeln.

Wellensittiche, Zebrafinken, Kanarienvögel, Webervögel und diverse Kleinpapageien - all diese Vögel konnten bewundert werden. "Wir hatten mitunter 47 verschiedene Arten", erinnert sich Heinz Lachetta. Heute sind fast alle von ihnen verkauft. Die, die übrig sind, sollen noch den Besitzer wechseln. Auch die zwei Huskies, die in den vergangenen Jahren dem Gelände als tierischer Wachschutz dienten.

Während die Ziervögel das Feld räumen müssen, gibt es eine Art, die dem Gelände erhalten bleibt: die Uferschwalben. Sie nisten in der Brutzeit am Rande einer ausgehobenen Tongrube, die sich über die Jahre hinweg mit Wasser angefüllt hat. Die wassernahe Lage im 120 Hektar umfassenden Waldgebiet, bietet der kleinsten Schwalbenart Europas einen optimalen Lebensraum.

Zwar können keine bunten Vögel mehr bestaunt werden - die Ziegelei-Touristen werden aber nach wie vor Halt machen am Rande der Tongrube. Von einer Aussichtsplattform können sie die Bruthöhlen der Schwalben sehen, erklärt der 75-jährige Lachetta, der bedauert, sich vom Gelände verabschieden zu müssen. Als Vorstandsmitglied des Fördervereins Friedrich Hoffmann hatte er viele Jahre ehrenamtlich zum Erhalt beigetragen, pendelte als Rentner deshalb regelmäßig zwischen Magdeburg und Burgwall. Für die tägliche Fütterung und Pflege vor Ort ist bis Oktober die Burgwallerin Monika Adam zuständig, die seit 1996 hier angestellt war. Vor ihr liegt beruflich eine unsichere Zukunft.

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