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Den Ernteumzug führt ein Pappmodell des Gotteshauses an / Idee war Überraschung für die Dorfbewohner

Eine zweite Kirche für Biesdorf

Gutes Gedächtnis: Kathrin Müller und Uta Anklam von der Lüdersdorfer Kita Pusteblume haben mit den Kindern Lieder und Gedichte zu Störchen, zum Herbst und Tieren einstudiert.
Gutes Gedächtnis: Kathrin Müller und Uta Anklam von der Lüdersdorfer Kita Pusteblume haben mit den Kindern Lieder und Gedichte zu Störchen, zum Herbst und Tieren einstudiert. © Foto: Inga Dreyer
Inga Dreyer / 07.09.2015, 05:05 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 14:58
Biesdorf (MOZ) "Geduld zu haben ist ein Glück, zu Ostern kommt der Storch zurück", rezitierte Leon Fiedler hoffnungsvolle Zeilen aus einem langen Gedicht. Die älteren Kinder der Lüdersdorfer Kita Pusteblume demonstrierten am Sonnabend beim Biesdorfer eindrücklich, dass sie gar nicht mehr lesen lernen müssen: Sie kennen alle Texte auswendig. Über ihnen schaukelte die Erntekrone im Wind, die Sonne verdunkelten Regenwolken, die sich später in einem heftigen Schauer entluden.

Der Verein Kirche und Dorf hatte das Erntefest mit viel Liebe organisiert. Ein besonderes Gefährt, von dem nur Eingeweihte vorher wussten, führte den Ernteumzug an: die Biesdorfer Kirche in der Größe einer Gartenhütte. Gemeindekirchenrat Uwe Barsch hat mit Uwe Wesolek etwa eine Woche gewerkelt, um die Miniaturkirche vorzubereiten. Seinen Urlaub habe Barsch geopfert, um diese Überraschung vorzubereiten, erzählte Ortsvorsteherin Sylvia Wesolek. Das scheint sich gelohnt zu haben. "Man hat gesehen, wie die Leute gestaunt haben", berichtete die Vereinsvorsitzende Kathrin Müller. Vielleicht wird die Pappkirche den Umzug nun jedes Jahr anführen - wenn sie den Regen überstanden hat.

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Die Erntekrone, die mit orange leuchtenden Lampionblumen geschmückt war, wurde von Erika Tamme, Hannelore Heise, Regina Scheib, Tessi Harder und einer unter dem Namen "blonde Bärbel" bekannten Biesdorferin gebunden, erzählte Kathrin Müller. Die Frauen reichen ihre Erntekrone beim Altranfter Wettbewerb ein.

Die Liste an Menschen, denen sie danken wolle, sei dieses Jahr besonders lang, erklärte Kathrin Müller. 40 Kuchen hatten die Helfer gebacken. "Beim Erntefest ist das halbe Dorf auf den Beinen."

Traditionell war der Tag mit einem Erntedankgottesdienst eingeläutet worden. Pfarrer Christian Kohler habe über Wohlstand, Zufriedenheit und Erschöpfung gepredigt, berichtete Kathrin Müller. Es sei darum gegangen, sich Zeit zu nehmen. "Ich bin froh, dass ich mir die Zeit für den Gottesdienst genommen habe", sagte sie. Denn das Innehalten kommt bei den Helfern oft zu kurz.

Am Nachmittag traten Trommler aus Bad Freienwalde auf. Als Höhepunkt des Abends hatten sich die Biesdorfer Vereins-Truppe mit ihrer Hitparade II angekündigt, einer wilden Show von Boney M. bis Schlager.

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