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Anerkennung für Lennépark bei Verleihung des Brandenburger Denkmalpflegepreises

Spurensicherung in Görlsdorf

Grüne Perle: Der alte Baumbestand des Lennéparks prägt Görlsdorfs Antlitz aus der Vogelperspektive. Hinter der alten Dorfkirche erstreckt sich die Parklandschaft, die der Förderverein Schritt für Schritt wieder in seiner alten Schönheit auferstehen lässt.
Grüne Perle: Der alte Baumbestand des Lennéparks prägt Görlsdorfs Antlitz aus der Vogelperspektive. Hinter der alten Dorfkirche erstreckt sich die Parklandschaft, die der Förderverein Schritt für Schritt wieder in seiner alten Schönheit auferstehen lässt. © Foto: Wilfried Bergholz
Daniela Windolff / 09.09.2015, 04:45 Uhr - Aktualisiert 08.09.2015, 20:10
Görlsdorf (MOZ) Der Verein der Freunde des Görlsdorfer Lennéparks war für den Brandenburger Denkmalpreis 2015 nominiert und hat eine Anerkennung erhalten. Damit wurde das herausragende ehrenamtliche Engagement zur denkmalgerechten Wiederherstellung und Erhaltung des Lenné-Parks gewürdigt.

Noch ganz bewegt von den Eindrücken der Festveranstaltung zur Verleihung des Brandenburger Denkmalpflegepreises in Brandenburg/Havel gibt Gerhard Schwanebeck das dort verteilte Lob an seine vielen Mitstreiter im Förderverein weiter. "Wir haben zwar keinen dotierten Preis bekommen, aber auch die öffentliche Anerkennung ist für uns eine große Freude und ein toller Ansporn, weiter zu machen", sagt der Vorsitzende des Vereins, der sich seit vielen Jahren mit viel Herzblut und Weitsicht für die Sanierung des historischen Lennéparks in seinem Heimatdorf verdient gemacht hat. Die würdigenden Worte von Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst auf der Festveranstaltung am Montag sind Balsam in seinen Ohren.

"Die Anerkennung richtet sich auch an all diejenigen, die nicht zum Verein gehören, an die MAE-Kräfte, die im Park arbeiten, und an die vielen Einheimischen, die freiwillig mit anpacken, ob es bei Arbeitseinsätzen ist oder um die regelmäßige Pflege der Wiese und Betreuung des Pavillons geht", sagt Gerhard Schwanebeck. "Der Park lebt davon, dass ständig darin gearbeitet wird. Sobald man einmal aufhört, fällt alles zurück und Wildwuchs regiert. Uns war schon ganz am Anfang klar: das wird ein Lebenswerk", sagt der ehrenamtliche "Parkwächter".

Ganz am Anfang, das war vor 15 Jahren. 2001 wurden mit Fördermitteln erste Sanierungsmaßnahmen im verwilderten Park begonnen. Nach historischem Vorbild wurden Parkwege angelegt, Unterholz beseitigt, Brücken saniert, Bäume geschnitten. Allerdings gibt es keine historischen Pläne und Unterlagen mehr, nur noch zwei alte Zeichnungen, davon eine von Lenné selbst, die ahnen lassen, wie der Park einmal ausgesehen haben könnte.

2003 gründete sich der Verein "Freunde des Görlsdorfer Lennéparks" mit dem Ziel, den Park in seiner historischen Struktur wieder herzustellen, zu erhalten und zu pflegen, dafür Spenden und Fördermittel einzuwerben und das Kleinod in seiner Schönheit und historischen Bedeutung auch der Öffentlichkeit durch Führungen und Veranstaltungen nahe zu bringen. 28 Mitglieder, einige auch von außerhalb, hat der Verein heute.

Der Park wurde um 1830 von Friedrich Wilhelm Graf von Redern in Auftrag gegeben und nach Entwürfen des berühmten Gartengestalters Peter Joseph Lenné gestaltet. Im Mittelpunkt stand einst das Schloss der Familie von Redern, von dem sich aus Sichtachsen in den Park erstreckten. Das Schloss wurde 1945 durch einen Brand zerstört. Heute erinnern nur noch einige Mauerreste und eine Informationstafel an den Standort. Der Park fand zu DDR-Zeiten wenig Beachtung und wurde erst 1993 unter Denkmalschutz gestellt.

Dabei ist die 400 Hektar große Parklandschaft eine der größten mit dem Landschaftsbild eines Mischwaldes und fließt harmonisch in die natürliche Landschaftsumgebung ein. Viele der mächtigen Bäume wurden schon zu Lenné Zeiten gepflanzt und sind botanische Raritäten, wie gebänderte Platanen oder riesige Buchen. Mitten durch den Park plätschert die Welse, die den Wolletzsee mit der Oder verbindet. Die Brücken sind inzwischen instand gesetzt, Sitzecken und ein Pavillon in Form des historischen, in Brandenburg einmaligen ovalen Teehäuschens mit zwei Türmchen angelegt.

Inzwischen ist der Görlsdorfer Lennépark mit der sanierten Kirche und dem alten Gefängnis ein kleiner touristischer Lichtpunkt in der Region, nicht nur zum Parkfest und zur traditionellen Winterwanderung am Jahresende. "Wir haben auch viele Gäste von außerhalb, so hat sich wieder eine Gruppe aus Hamburg angemeldet", freut sich Gerhard Schwanebeck, der nicht nur die Restaurierung des Parks von Anfang an begleitet, sondern sich auch für die Geschichte der von Redern und damit des Parks beschäftigt und seine Führungen mit beeindruckendem Wissen und köstlichen Anekdoten würzt. So war der Park einst auch Tiergarten mit großem Wildbestand. Von einer Anhöhe aus konnte man hier Rehe und Hirsche beobachten.

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