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Alles im XXL-Format

Stattliche Zucchini: Mit dieser Frucht, die mehr als 30 Kilogramm auf die Waage bringt, und einem Riesenkürbis namens Alfred beteiligt sich Stefan Ludwig demnächst wieder an den Wiegemeisterschaften in Klaistow.
Stattliche Zucchini: Mit dieser Frucht, die mehr als 30 Kilogramm auf die Waage bringt, und einem Riesenkürbis namens Alfred beteiligt sich Stefan Ludwig demnächst wieder an den Wiegemeisterschaften in Klaistow. © Foto: MZV
Markus Kluge / 18.09.2015, 22:25 Uhr
Herzberg/Neuruppin (RA) Am Ortseingang von Herzberg verkauft jemand vor seinem Grundstück Kürbisse. Da sind schon richtig dicke Dinger dabei, die offensichtlich nur mit der Sackkarre transportiert werden können. Das ist aber nichts gegen das, was ein paar Straßen weiter im Garten von Familie Ludwig gedeiht.

Von außen ein schmuckes Eckgrundstück mit einer schönen roten Backsteinscheune. "Wollen wir gleich einmal nach dem Kürbis gucken?", fragt Stefan Ludwig. Klar! Denn wenn der 29-Jährige Gemüse anbaut, darf jeder gespannt sein. Denn sein Früchte fallen allesamt im XXL-Format aus.

Die reifen Himbeeren am Weg über den Hof seines Vaters Elmar hin zum Gewächshaus haben noch ganz normale Ausmaße. Und auch sonst scheint nix aus der normalen Form geraten zu sein. Umso mehr fasziniert der erste Blick ins Gewächshaus. Mitten im Eingang liegt ein knallorangefarbener riesiger Kürbis, der den meisten Menschen fast bis zur Hüfte reicht. "Das ist Alfred - wir haben ihm einen Namen gegeben", sagt Stefan Ludwig stolz.

Alfred ist das, was man als Kaventsmann bezeichnen kann oder eben als gigantisch - so wie die der Name der Sorte "Atlantic Giant" schon nahelegt. Im sonnigen Gewächshaus ist es mollig warm und feucht. "Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 70 Prozent, morgens ist sie manchmal noch höher", sagt der Ausnahme-Gemüsezüchter beim Blick auf die Messuhr. Das gesamte Gewächshaus, das sich Stefan Ludwig erst in diesem Frühjahr gegönnt hat, wird von dem kräftigen Geruch der Kürbispflanze erfüllt, der ein wenig an den von Zucchini und Gurke erinnert. Denn nicht nur die Frucht ist riesig, sondern auch die Pflanze. Die erstreckt sich allein über 80 Quadratmeter und nimmt damit die Fläche einer Neubauwohnung ein. Das ganze Grün trägt aber nur die eine Frucht. Zum einen, weil die komplette Kraft in den einen Kürbis fließen soll, zum anderen weil die anderen Früchte verfault sind. "Zu viel Feuchtigkeit und Mehltau, das sind die Feinde der Pflanze", so Ludwig. Deswegen ist er froh, dass Alfred so gut gelungen ist.

Dessen Geburtsstunde war am 17. August, erzählt Ludwig. Denn an diesem Tag ist die Blüte bestäubt worden. Damit der Kürbis auch gut wächst, bekommt die Pflanze Unmengen Wasser. "Jetzt alle zwei Tage nur noch 200 Liter", erklärt der 29-Jährige. Dazu gibt es noch natürlichen Dünger, der unter anderem Substanzen aus Fischmehl, Algen und Zuckerrüben enthält. Zusammen mit dem guten Boden aus mehreren Tonnen Mist und Komposterde scheint sich die Pflanze gut versorgt zu fühlen.

"Das macht auch ganz schön Arbeit", verrät Großvater Helmut Köpp, der gleich um die Ecke wohnt und wie der Rest der Familie den XXL-Gemüseanbau unterstützt. Als eines Tages der Stiel, über den der Kürbis versorgt wird, aufplatzte, musste dieser mit einem Föhn getrocknet werden, bevor sich darin Schimmelpilze breit machen konnten. Der Föhn hängt heute noch im Gewächshaus - für den nächsten Notfall.

Die Chance, dass Alfred noch etwas passiert, ist gering. Denn Ende kommender Woche ist das Ziel erreicht: die Deutsche Riesengemüse-Wiegemeisterschaft in Klaistow. Dort hatte er 2014 mit einer 27 Kilogramm schweren Zucchini den ersten Platz belegt. In diesem Jahr hat Ludwig noch ein paar Kilo draufgelegt. Alfred bringt derzeit etwa 340Kilogramm auf die Waage. "Wir hatten eigentlich auf 500 oder 600 Kilo spekuliert", sagt Stefan Ludwig. Und sein Großvater ergänzt: "Im Frühjahr war es einfach zu lange zu kalt." Aber das Ziel für 2016 steht. Um Alfred überhaupt auf einen Hänger verladen zu können, muss die örtliche Baugenossenschaft mit einem Gabelstapler helfen.

Nicht nur der Kürbis ist ein echter Hingucker. Vorbei an einer schon geernteten Riesenzwiebel geht es in die Scheune. Auf einer Decke liegt dort das "Krokodil", eine Riesen-Zucchini, die Ludwig in seinem Neuruppiner Beet in der Kleingartensparte "Gute Hoffnung" gezogen hat. Die nimmt er ebenfalls zum Wettbewerb mit. Für ein Foto schleppen sein Großvater und er sie raus in die Sonne. Mit gut 35 Kilo ist sie deutlich schwerer als das Exemplar im Vorjahr.

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