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Hunderte besuchen Erntedankfest / 50 Wagen nehmen an Umzug teil

Lunow schwelgt in Feierlaune

Luftballons, kleine Drachen, Salatköpfe und Maiskolben: Es gab so gut wie nichts, was nicht zum Verzieren der Umzugswagen genutzt wurde. Zweimal tuckerte die Erntedankfest-Kolonne am Sonnabend durch Lunow.
Luftballons, kleine Drachen, Salatköpfe und Maiskolben: Es gab so gut wie nichts, was nicht zum Verzieren der Umzugswagen genutzt wurde. Zweimal tuckerte die Erntedankfest-Kolonne am Sonnabend durch Lunow. © Foto: Maria Ugoljew
Maria Ugoljew / 22.09.2015, 06:37 Uhr
Lunow (MOZ) So viele geschmückte Wagen sind bisher noch nie während des Erntedankfestes durch den Ort gezogen. 50 Stück waren es am vergangenen Sonnabend - plus zwei Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Lunow. Trotz einiger Regenschauer waren die Besucher begeistert.

Dicht an dicht stehen die Gäste unter den weißen Pavillions, während eine Regenhusche über Lunow hinunterprasselt. Mehrere Minuten lang. "Wer hätte das heute morgen noch gedacht", sagt eine Frau, "da war es doch noch so schön warm." Aber die Menschen bleiben gelassen. "Was soll's, wir feiern heute, egal was kommt." So in etwa lässt sich die Grundstimmung beschreiben.

Das Erntefest ist für die Lunower ein fester Termin im Kalender - und das bereits seit elf Jahren. Jahr um Jahr wird die Festwiese mitten im Dorf im September aufgebaut - mit Festzelten, Ausschank, einer kleinen Bühne, einer Hüpfburg und, und, und. Ein treuer Helfer dabei ist die Freiwillige Feuerwehr aus dem Ort.

Die Idee zu dem Großereignis geht auf Elke Schiwek zurück, Lunows ehemaliger Ortsvorsteherin. Sie wollte damit an ihre Kindheitserinnerungen anknüpfen, erzählt sie. "So, wie wir das damals erlebt haben, sollte es wieder sein." Die 64-Jährige sitzt auf einem der geschmückten Wagen, um sie herum haben sich ihre ehemaligen Schulfreunde versammelt. "Wir kennen uns seit der ersten Klasse", sagt die Runde stolz. Den Umzug durchs Dorf haben sie bereits geschafft, den Regenschauer überstanden. Nun wird geplauscht, angestoßen - und vor allem viel gelacht. Bereits am Freitag hat sich der alte Freundeskreis zusammengefunden, um gemeinsam den "Goldkonfirmanden"-Wagen zu schmücken. "Am Sonntag wird zusammen abgebaut", sagt Detlef Wiesegart, Lunows erster Bürgermeister nach der Wende und Elke Schiweks Vorgänger.

Auch der orange gehaltene Wagen von Gotfried Goldbeck und seinem Volleyball-Verein ist bereits einen Tag zuvor für den Umzug hergerichtet worden. "Bei mir im Garten, mit Grillen und so", sagt der Lehrer. Das Schmücken sei so etwas wie ein Vorfest, das Abschmücken ein Nachfest, erklärt er. Denn im Grunde gehe es für alle Beteiligten vor allem um eines: die Gemeinschaft zu zelebrieren.

Elisabeth Radünz ist mit dem Umzug voll zufrieden. "So viele haben sich daran noch nie beteiligt", sagt sie. Die Lunowerin hat das Fest mitorganisiert und war für die Anmoderation der 50 Wagen zuständig. Ihr Ehemann habe alle Teilnehmer fotografiert. "Vielleicht gibt's dazu mal eine Ausstellung", sagt Elisabeth Radünz. Aufgefallen sei ihr, dass in diesem Jahr Themen wie "traditionelles Bauernhandwerk" und "Tabakanbau" dominierten. "Wir geben das aber nicht vor", sagt sie. Im kommenden Jahr wolle sie die jüngere Generation vermehrt mit einbinden. "Es waren so viele Jugendliche beim Umzug dieses Mal dabei." Potential, das sie nutzen wolle.

Aus den Lautsprechern erklingt derweil deutsche Schlagermusik, auf der Bühne wird getanzt. Die Countryladys in ihren 60er-Jahre Outfits sorgen für Stimmung. "Das offizielle Programm geht noch bis 19 Uhr", sagt Elisabeth Radünz. Danach sei noch lange nicht Schluss. "Es wird gefeiert, bis in die Nacht."

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