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Die erste Hälfte ist geschafft

Viel besser als zuvor: Wehrführer Andreas Busch und Ortsvorsteher Olaf Matschoss (rechts) stehen vor den neuen Spinden.
Viel besser als zuvor: Wehrführer Andreas Busch und Ortsvorsteher Olaf Matschoss (rechts) stehen vor den neuen Spinden. © Foto: MZV
Markus Kluge / 27.09.2015, 20:30 Uhr
Gnewikow (hr) Gnewikows Freiwillige Feuerwehr stellten am frühen Freitagabend ihr Mehrzweckgebäude vor. Dessen Sanierung war im Sommer abgeschlossen worden. Ein weiteres Ziel war, Kinder für die spätere ehrenamtliche Arbeit in der Feuerwehr zu interessieren. Außerdem erinnerten die Brandbekämpfer an die für die Wehr dringende Umgestaltung des Gemeindehauses.

Die Kinder, die mit ihren Eltern auf das Feuerwehrgelände gekommen waren, versuchten sich in verschiedenen Spielen. Alle drehten sich ums Wasser. Der achtjährige Luca richtete den Schlauch auf ein Holzgebäude mit Blechbüchsen. Lautes Krachen, der Junge hatte alle Büchsen erwischt. Freudestrahlend sagte er: "Klar, ich möchte Mitglied der Jugendfeuerwehr werden. Das macht mir bestimmt Spaß." Auch der sieben Jahre alte Luca freute sich. Er hatte das Wasserglas auf dem überschwemmten Rutschbrett mit großem Schwung weit geschoben. Sein großer Wunsch: "Ich möchte Feuerwehrmann werden."

Für Jugendwart Uwe Augst lief die Veranstaltung bestens. Zwölf Kinder hatten Spaß bei den Spielen. Wenn nur die Hälfte von ihnen in die Jugendwehr kommt, können Augst und sein Stellvertreter Olaf Matschoss eine neue Gruppe aufbauen. Die bisherige bestand seit 2009. Doch aus Kindern werden Leute. Vier der noch sechs in der Jugendwehr tätigen Mitglieder befinden sich inzwischen in der Ausbildung für die Erwachsenenwehr.

Stolz zeigt Matschoss auf das Feuerwehrgebäude, das die Stadt Neuruppin vom Jugenddorf gemietet hat. Noch vor ein paar Monaten sah es hier übel aus. Matschoss erinnert sich: "Das war alles mal ein Stallkomplex. Die Stadt hat die zuvor feuchten Räume trockengelegt. Außerdem haben wir nun endlich eine moderne Absaug-Anlage für die Abgase in der Fahrzeughalle." Einheitsführer Andreas Busch ergänzt: "Auch die Spinde sind neu. Jeder hat nun seinen eigenen Bereich. Ganz oben gibt es jeweils ein verschließbares Fach. Sehr gut ist auch, dass nun getrennte Umkleideräume für Frauen und Männer existieren. Die Toiletten wurden ebenfalls saniert."

Alles in allem flossen aus der Stadtkasse rund 45000 Euro in die Instandsetzung des zuvor maroden Gebäudes. Damit ist die Wehr einen großen Schritt weiter. Zufrieden sind die Brandbekämpfer aber noch längst nicht. Olaf Matschoss, der auch Ortsvorsteher ist und als Parteiloser für die Fraktion der Linken in der Neuruppiner Stadtverordnetenversammlung sitzt, erinnert an einen Ratsbeschluss vom April 2014: "Dessen eine Hälfte ist mit der Sanierung des Gebäudes nun erfüllt. Die andere steht weiterhin aus. Im noch zu sanierenden Gemeindehaus soll es später Räumlichkeiten für die Wehrführung und die Jugendwehr geben. Außerdem ist der Gemeinderaum so zu gestalten, dass er von der Feuerwehr auch für Ausbildungszwecke genutzt werden kann. Das Ganze wird etwas mehr als 600000 Euro kosten. 66000Euro hat die Stadt bereits in die Planung investiert." Wie Matschoss weiter berichtete, ist die Stadtverwaltung derzeit dabei, Fördermittelanträge zu stellen.

Olaf Matschoss und seine Mitstreiter hoffen, dass der Ausbau des Gemeindezentrums schon bald beginnen kann. Auf diese Weise würden die erfolgreichen Bemühungen der Gnewikower Brandbekämpfer gewürdigt, allzeit eine einsatzbereite Truppe aufzubieten. Wehr-Chef Busch ist durchaus mit der Stärke seiner Gruppe zufrieden. Sie besteht aus zwölf erwachsenen Mitgliedern. Davon haben sieben die bei Einsätzen mit Rauch- oder Gasentwicklung unverzichtbare Atemschutzgeräteträger-Ausbildung absolviert.

Noch eines sei absolut erwähnenswert, schätzt der 31-jährige Busch ein: "Wir sind eine sehr junge Wehr, die meisten von uns sind noch nicht mal 30 Jahre alt. Und der älteste Kamerad ist erst 55. Mit Veranstaltungen wie der heutigen, mit der die Jugend für die Arbeit als Feuerwehrleute interessiert wird, sichern wir den dauerhaften Fortbestand der Wehr." Lachende Kinderaugen bestätigten seine Einschätzung. Und das sicher nicht nur, weil es für alle Lutscher und Bonbons gab.

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