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In Biegen hat sich ein Biber mit zwei Jungtieren häuslich eingerichtet

Jeden Tag ist der Teich aufgestaut

Das Loch hat der Biber gegraben: Nachbar Maik Brestel zeigt die Höhle am Rand des Biegener Dorfteichs.
Das Loch hat der Biber gegraben: Nachbar Maik Brestel zeigt die Höhle am Rand des Biegener Dorfteichs. © Foto: MOZ
Andreas Wetzel / 01.10.2015, 18:22 Uhr
Biegen (MOZ) Ein Biber hat sich seit kurzem am Biegener Dorfteich häuslich eingerichtet - und staut ihn beharrlich am Grabenablauf unter der Müllroser Landstraße hindurch auf. Anwohner Maik Brestel waren die Veränderungen am und um den See als erstes aufgefallen; er hat inzwischen das Amt Odervorland und die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis in Beeskow informiert.

"Leise, dort müsste er im Schilf sitzen", sagt Brestel und zeigt auf die schulterhohe Uferbegrenzung. Tatsächlich: Man hört es noch ein, zwei Mal rascheln, dann ist Ruhe. Brestel weiß aber inzwischen die Spuren des Bibers zu deuten: "An mehreren Stellen führen regelrechte Schneisen aus dem Schilf heraus." Pfannenbreite Gassen, in denen die Halme einfach niedergetreten sind. Fraßschäden an Bäumen finden sich dagegen nicht.

Aber der Biegener Biber ist offenbar nicht nur oberirdisch unterwegs. "Mit dem Vertreter des Ordnungsamts haben wir eine Begehung einmal um den See gemacht", erzählt Maik Brestel. "Plötzlich stand er bis zum Knie in einem Loch!" Torsten Reichard vom Ordnungsamt bestätigt im MOZ-Gespräch, dass der Biber tatsächlich an einer Stelle den Spazierweg unterhöhlt hat. "Das wollen wir nächste Woche wieder zumachen", kündigt er an. Bis dahin ist der Bereich, der für ahnungslose Spaziergänger eine Falle sein kann, abgesperrt wie eine kleine Baugrube.

Ansonsten, das fügt Reichard gleich hinzu, seien dem Amt in Sachen Biber weitgehend die Hände gebunden. Lutz Ittermann, Artenschutzbeauftragter des Landkreises, kündigt auf Nachfrage an, mit dem Wasser- und Bodenverband über den Biegener Problembiber sprechen zu wollen. Dass dessen Höhle am Ufer aufgefüllt werden soll, ist aus seiner Sicht in Ordnung: "Der Biber nutzt sie ja nicht mehr, sonst hätte er ja längst begonnen, Einsturzstellen wieder zu reparieren."

Dass ein ansonsten eher scheues und nachtaktives Nagetier mit zwei Jungtieren an einem See haust, der rundherum nicht einmal viel Gehölze zum Knabbern hat, dazu fällt auch dem erfahrenen Lutz Ittermann noch nicht gleich etwas ein.

Nachbar Maik Brestel stellt sich derweil der Sysiphos-Aufgabe, nahezu täglich den Ablauf des Teichs vom Biberdamm zu befreien. Es ist weniger Geäst, was er zur Seite schieben muss als Schilf und Schlamm - der Biegener Biber kann offenkundig gut mit dem Material improvisieren, was er vorfindet. Und Torsten Reichard vom Ordnungsamt hofft, dass er nicht doch irgendwann die Jungbäume rund um den See als Baustoff entdeckt.

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