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Eröffnung eines Hohenbrucher Behindertenheims mit 24 Plätzen im Jahr 2017 geplant

Verein investiert zwei Millionen Euro

Vor-Ort-Termin im Döringsbrücker Weg: Kerstin Kausche mit Michael und Colja Marterer (von links).
Vor-Ort-Termin im Döringsbrücker Weg: Kerstin Kausche mit Michael und Colja Marterer (von links). © Foto: MZV
Dirk Nierhaus / 08.10.2015, 08:34 Uhr
Hohenbruch (MZV) Der Verein "RC - Partner für Reintegration und Chancengleichheit" investiert rund zwei Millionen Euro in Hohenbruch, um im Dorf ein Heim für Menschen mit geistiger Behinderung einzurichten. 2017 ist die Eröffnung geplant.

Um das Projekt umzusetzen, kauft der Verein ein etwa 16 000 Quadratmeter großes Grundstück mit drei Häusern im Döringsbrücker Weg, das noch der Oranienburger Vizebürgermeisterin Kerstin Kausche gehört. "Wir sind uns finanziell einig", bestätigte sie. Das vierte Gebäude des Vierseithofs behält sie. Dort wohnen fünf Mietparteien. "Daran wird sich nichts ändern", sagte Frau Kausche.

Alles anders wird dagegen auf dem Gelände, das der Verein erwirbt. Geplant sind laut seines Vorsitzenden und Gründers Michael Marterer umfangreiche Neu- und Umbauten, um das Gelände für die künftigen Bewohner herzurichten. So wird nach seinen Ausführungen ein Gebäude abgerissen, um Platz zu schaffen für ein neues Wohnhaus, in dem 24 behinderte Menschen leben werden. Darüber hinaus werde eine Scheune so umgebaut, dass sie sich für ein gärtnerisch-landwirtschaftliches Betreuungsprojekt eigne. "Ein Teil der im Heim lebenden Menschen wird dort arbeiten", sagte Michael Marterer. Die Heimverwaltung bezieht ihm zufolge das an der Straße gelegene Haus, wo auch Werkstätten eingerichtet würden.

Herr Marterer geht davon aus, dass mit Teilzeitkräften mehr als 20 Mitarbeiter eingestellt werden, die in erster Linie im Dorf und seiner Umgebung rekrutiert werden. Eingekauft wird - so weit das möglich ist - ebenfalls in der Region. Das hatte der Vereinschef auch im jüngsten Ortsbeirat Hohenbruch versprochen, wo er das Projekt erstmals vorstellte. Die Mitglieder des Gremiums haben sich einstimmig dafür ausgesprochen. Zustimmung gab es auch vom Bauausschuss Kremmen für eine Änderung des Bebauungsplans, die Voraussetzung für die Umsetzung des Projekts ist. Die Stadtverordneten entscheiden darüber abschließend auf ihr Sitzung am nächsten Donnerstag.

Läuft alles gut, könnte laut Michael Marterer im Frühjahr 2016 der Bauantrag gestellt und 2017 vielleicht schon Eröffnung gefeiert werden. "Das ist aber ein sehr optimistischer Zeitplan", räumte der Vereinschef am Dienstag in Hohenbruch ein, wo er gemeinsam mit Sohn Colja und Frau Kausche seine Pläne noch einmal erläuterte.

Die Entscheidung für den Standort Hohenbruch habe mehrere Gründe gehabt, sagte er. Der Hof in "ruhiger Randlage, aber nicht zu weit entfernt von Oranienburg und Berlin" sei das am besten geeignete Objekt gewesen, das er sich angeschaut habe. Zudem habe sich Frau Kausche zur Zusammenarbeit bereit erklärt. Und Kremmen und Hohenbruch hätten den Verein mit offenen Armen empfangen. "Die Menschen sind freundlich. Uns gefällt es hier", betonte Michael Marterer, der auch eine Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas anpeilt.

"RC" kümmert sich seit 1991 um die Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung. Das sind Menschen, die mit einer Behinderung geboren oder wegen eines Hirnschadens in der Kindheit keine volle Persönlichkeitsentwicklung durchlaufen haben. Mittlerweile betreibt der Verein vier gemeinnützige Tochtergesellschaften und zwei Stiftungen, eine davon in Polen.

Mehr zu "RC" gibt's im Netz unter http://www.rc-online.eu.

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