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Liebenthaler Tierparksaison geht zu Ende

"Keiner da? Ich will fressen!", scheint das zutrauliche Pferd "Monti" mit Blick auf die mit Futter gefüllte Ladefläche des Transporters zu denken.
"Keiner da? Ich will fressen!", scheint das zutrauliche Pferd "Monti" mit Blick auf die mit Futter gefüllte Ladefläche des Transporters zu denken. © Foto: Volkmar Ernst/MZV
Volkmar Ernst / 09.10.2015, 21:10 Uhr
Liebenthal (MZV) Der Countdown läuft: Noch bis zum Ende des Monats, dann wird Arne Broja die Türen zu seinem Haustierpark in Liebenthal schließen. Natürlich nicht ganz, sondern nur für die Besucher. Denn die Tiere müssen schließlich auch im Winter versorgt werden.

Mit fast 550 eine stattliche Zahl, die jeden Tag darauf wartet, Futter und Wasser zu bekommen, wie der Tierpark-Chef sagt. Das Problem an der Sache: "Was im Frühjahr, Sommer und Herbst nur knapp eine Stunde Arbeit in Anspruch nimmt, dauert im Winter dreimal so lange", erklärt Broja. Warum? "Weil beispielsweise die Wege zu den Gehegen und Stallungen bei Schnee und Eis viel schlechter zu befahren sind."

Derzeit sind Broja und seine Mitarbeiter damit beschäftigt, alles winterfest zu machen. Dazu gehört unter anderem auch, dass das Wasser im sogenannten Haus der Pferde abgestellt wird. Das steht am Eingang zum Tierpark und wird von den Besuchern als Treffpunkt genutzt. Dort finden sie auch Informationsmaterial. "Wenn das Wasser nicht abgestellt wird, dann muss das Haus beheizt werden, damit die Leitungen nicht einfrieren. Die Betriebskosten sind dann einfach viel zu hoch", erklärt er weiter. Denn Besucher seien im Winter kaum zu erwarten, hat er über die Jahre festgestellt. "Es ist morgens viel zu lange dunkel, und nachmittags schon ab 16 Uhr wieder dunkel. Ich müsste den Einlass auf 14 Uhr vorziehen, da lohnt für Besucher aus Berlin oder anderen Städten die Anfahrt nicht. Außerdem können wir mit der Konkurrenz der Weihnachtsmärkte, die es ab Ende November überall gibt, nicht mithalten." Doch ganz so rigoros ist Broja dann doch nicht. Sollten sich Kita- oder Schulklassen ganz speziell anmelden, um beispielsweise Tierspuren im Schnee erkunden zu wollen, so ist das kein Problem. "Das organisieren wir", so Broja.

Für die Versorgung der Tiere im Winter konzentriert sich die Arbeit derzeit auf den Bereich, in dem das Futter eingelagert wird. Denn im Gegensatz zu einem landwirtschaftlichen Betrieb, der zwar ebenso viele Tiere - aber eben nur Kühne oder Schweine - zu versorgen hat, müssen im Liebenthaler Tierpark viel mehr kleinere Portionen angerichtet werden - für die Pferde, Esel, Rinder, das Damwild, aber eben auch für die Tauben, Hühner, Enten, Puten, Kaninchen und Katzen. "Das kostet eben Zeit", erklärt der Chef, "muss aber gemacht werden."

Doch auch sonst haben er und seine Mitarbeiter im Winter ein straffes Arbeitspensum zu absolvieren. "Es ist zwar kein Gras zu mähen, doch die Zäune der Anlage werden beispielsweise kontrolliert und repariert. Das gilt ebenso für die Fahrzeuge und Technik. Wenn noch Zeit ist, dann will sich Broja um das neue Informationsmaterial kümmern, außerdem strebt er auch einige Veränderungen an. Wünschen würde er sich vor allem einen Telefonanschluss, um für Tierparkbesucher einen Shuttle-Service einrichten zu können. Ein Parkplatz direkt vor dem Eingang müsse nicht sein, doch gerade ältere Besucher und Familien mit Kindern würden einen solchen bestimmt annehmen, ist er sich sicher.

Übernehmen würde er in seinen Tierpark gern auch die Liebenthaler Pferdeherde. Probleme bei der Versorgung und Pflege sieht er keine. "Wir haben das Fachwissen, das passt doch super", stellt er klar. Seinen Überlegungen will er demnächst dem Bürgermeister und den Stadtverordneten vorstellen.

Bevor die Winterpause am 2. November beginnt, lädt der Tierpark am Sonntag, 18. Oktober, noch zum Thementag "Exkursion zur Damwildbrunft" ein. Um 11 Uhr steht eine Führung durch den Tierpark an. Um 13 Uhr stimmt Dr. Klaus M. Scheibe mit einem Lichtbildervortrag über die Damwildbrunft auf die bevorstehenden Führung zur Damwildgruppe und den Przewalski-Urwildpferden geht. Zur Stärkung und zum Aufwärmen gibt es natürlich wieder selbstgebackenen Blechkuchen aus dem Holzofen.

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