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Historische Kirche in neuem Glanz

Frisch saniert: Der Turm ist bereits fertig. Aber erst wenn der Wetterhahn die Spitze ziert, wird das Gerüst entfernt. Pfarrer Christoph Strauß ist zufrieden mit dem Baufortschritt
Frisch saniert: Der Turm ist bereits fertig. Aber erst wenn der Wetterhahn die Spitze ziert, wird das Gerüst entfernt. Pfarrer Christoph Strauß ist zufrieden mit dem Baufortschritt © Foto: MOZ/Wiebke Wollek
Wiebke Wollek / 14.10.2015, 06:50 Uhr
Freudenberg (MOZ) Die Freudenberger Kirche ist bereits 1893 errichtet worden. Wind, Wetter und der Zahn der Zeit haben dem Backsteingebäude inzwischen so zugesetzt, dass eine umfangreiche Sanierung unumgänglich ist. Der Turm wird morgen mit einem Wetterhahn als Zierde vollendet.

Noch ist der Kirchturm eingerüstet, doch dieser Anblick wird schon in wenigen Tagen der Vergangenheit angehören. Die Konstruktion steht nur noch für die Montage des Wetterhahns, der am Donnerstag um 16 Uhr eintreffen soll. Das christliche Symbol aus Stahl wird eigens für die Freudenberger Kirche angefertigt und kostet mit Montage etwa 800 Euro, sagt Christoph Strauß vom Evangelischen Pfarramt Beiersdorf/Grüntal. Der Hahn wird von den Menschen in Freudenberg und Umgebung bereits mit Spannung erwartet, denn über Jahrzehnte gab es keinen mehr auf der Turmspitze.

"Freudenberger, die heute ungefähr 60 Jahre alt sind, erinnern sich, in ihrer Kindheit den Hahn gesehen zu haben", erzählt Pfarrer Strauß. "In der Nachkriegszeit muss ihn dann der Wind herunter gefegt haben." Dass nun bald ein neuer Hahn das Bauwerk ziert, ist dem glücklichen Umstand geschuldet, dass das Budget für die Sanierung nicht durch unvorhersehbare hohe Mehrkosten belastet wurde. 75 000 Euro waren für den ersten Bauabschnitt eingeplant, der mit der Montage des Wetterhahns abgeschlossen wird. Mehr als die Hälfte hat die Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln finanziert. Bauzuschüsse wurden vom Evangelischen Konsistorium, der Gemeinde Beiersdorf-Freudenberg und dem Kirchenkreis Barnim bereitgestellt.

Die Sanierungsarbeiten haben im Frühjahr begonnen. Wind und Wetter haben der Backsteinfassade über die vielen Jahrzehnte stark zugesetzt. Das Gotteshaus in neogotischer Bauweise ist 1893 errichtet und nie umfassend saniert worden. Das Fugenmaterial war tief nach hinten ausgewaschen, an vielen Stellen waren Steine mit der Zeit verloren gegangen und sind nun ersetzt worden. Jetzt zeigt sich ein buntes Bild von alten und neuen Fugen und Steinen. Im Großen und Ganzen sollte das historische Antlitz bewahrt werden. Deshalb wird die Sanierung von einer Restauratorin und dem Denkmalpflegeamt begleitet.

"Bei Frost ist es auch schon vorgekommen, dass sich einzelne Steine oder Ziegel gelöst haben. Zum Glück ist nie jemand zu Schaden gekommen", sagt Christoph Strauß. Die Planungen für die Sanierung gehen bereits zehn Jahre zurück. Damals sind die Schäden an Gemäuer und Gebälk in einem Gutachten dokumentiert worden. Doch bis die Finanzierung stand, ging Zeit ins Land. Als Christoph Strauß vor über zwei Jahren zum Pfarramt Beiersdorf/Grüntal kam, wurden die Planungen wieder aufgenommen. Die Kirche und auch die Gemeinde haben die Notwendigkeit einer Sanierung erkannt.

"Wir sind froh, dass auch die Gemeinde Unterstützung leistet", sagt Pfarrer Strauß. Einen Bauzuschuss hat Beiersdorf-Freudenberg auch schon für den zweiten Sanierungsabschnitt beschlossen. Dieser soll im nächsten Jahr beginnen und etwas umfangreicher werden. 90 000 Euro sind veranschlagt. Das Dach des Kirchenschiffs soll neu gedeckt und die Fassade teilweise ausgebessert werden. Die letzte Sanierung des Dachs fand noch zu DDR-Zeiten Anfang der 80er-Jahre statt. Auch die Fenster müssen teilweise ausgetauscht werden. Die Stahlstreben an den Fenstern werden wieder haltbar gemacht.

In einem dritten Bauabschnitt erfolgt die Renovierung des Innenraums. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Jahr 2017 stattfinden. Wenn das historische Gebäude dann in neuem Glanz erstrahlen wird, soll die Kirche mehr denn je zu einem Begegnungsort nicht nur für Gläubige werden. "Der Innenraum ist für eine Dorfkirche vergleichsweise groß", sagt Christoph Strauß. Der Pfarrer sieht großes Potenzial für kulturelle Veranstaltungen. Anfang Oktober gab es bereits ein Benefizkonzert der Westend Gospel Singers aus Eberswalde. "Das könnte zur Tradition werden", sagt Christoph Strauß.

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