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Choriner Ortsteil wird für eine Woche zum Treffpunkt für Umweltschützer aus allen Ecken des Kontinents

Europa zu Gast in Golzow

Basteln für den Umweltschutz: Die Gruppe arbeitet nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen - so wie David Heller (l.) und seine Kollegen, die eine Foto-Aktion vorbereiten.
Basteln für den Umweltschutz: Die Gruppe arbeitet nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen - so wie David Heller (l.) und seine Kollegen, die eine Foto-Aktion vorbereiten. © Foto: MOZ/Simon Rayß
Simon Rayß / 16.10.2015, 03:45 Uhr
Golzow (MOZ) Friends Of The Earth Europe - so nennt sich ein Netzwerk von Umweltschutzorganisationen. Zwei Mal im Jahr versammeln sich ihre Mitglieder, um Kampagnen ins Leben zu rufen und die einzelnen Vorhaben zu koordinieren. In dieser Woche findet das Ganze im beschaulichen Golzow statt.

Das Haus "Ananda" in Golzow brummt wie ein Bienenstock. In den Räumen wimmeln Menschen durcheinander, sie schreiben auf Wandtafeln, tippen auf ihre Laptops ein und bedienen sich in der Küche bei Kaffee und Kuchen. Und sie sprechen Englisch - die rund 50 Teilnehmer des Treffens der Friends Of The Earth Europe (FOEE) kommen aus allen Ecken des Kontinents.

Woher genau? David Heller vom Brüsseler Organisationsbüro des Netzwerks fängt im Westen an zu zählen: Von Spanien reicht seine Aufzählung über Finnland und Malta bis nach Russland. Fast 20 Nationen sind im beschaulichen Golzow vertreten. Warum gerade dort? "Den Ort habe ich im Internet gefunden", berichtet Sonja Meister, die zum Organisationsteam gehört. Die FOEE und das Haus "Ananda" - "ich dachte mir, das passt ganz gut."

Seit einem Jahr bietet Rahmana Dziubany in ihrem Institut für Tanz und Friedenskünste in der Alten Handelsstraße auch Gästezimmer an. "Ich habe Betten für 24 Personen", erklärt die Tanzlehrerin. Für das Treffen seien doppelt so viele Besucher angereist. Also musste sie improvisieren und die Teilnehmer aufs ganze Dorf verteilen.

Denen gefällt's. "Die Leute sind total begeistert", sagt Sonja Meister, ihres Zeichens Koordinatorin für Klimagerechtigkeit und Energie. Seit 2007 kommen die Mitglieder des Netzwerks zwei Mal im Jahr zusammen: im Frühjahr im zentral gelegenen Belgien und dann nochmal im Herbst unter der Regie eines jeweils anderen Mitgliedslandes. Diesmal ist Deutschland an der Reihe. Genauer gesagt: der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der als deutscher Vertreter in der Riege der Umweltschutzgruppen fungiert.

Hinter dem europäischen Arm des Netzwerks stehen die Friends Of The Earth International mit 74 Mitgliedsorganisationen in aller Welt und mehr als zwei Millionen Unterstützern - vergleichbar in dieser Dimension nur mit Greenpeace und dem World Wide Fund (WWF).

In Golzow jedoch sind bis Freitag erst einmal die europäischen Mitglieder versammelt, meist jeweils ein Vertreter pro Nation. Laut David Heller sind diesmal besonders viele angereist, da die UN-Klimakonferenz in Paris unmittelbar bevorsteht.

Die Agenda des fünftägigen Treffens in Golzow ist zweigeteilt: In den ersten Tagen besprechen die Teilnehmer eine neue Kampagne, die noch in den Startlöchern steht. "Fossil Free Europe" heißt sie und soll die in den europäischen Staaten doch recht unterschiedlichen Aktionen gegen verschiedene fossile Brennstoffe koordinieren. "Die Frage ist: Wie können wir das alles besser zusammenfügen?", erklärt Sonja Meister.

Die zweite Hälfte befasst sich mit den Vorbereitungen für die UN-Klimakonferenz im Dezember. "Das wird trockener", sagt David Heller, der als Netzwerk-Koordinator bei der Organisation aktiv ist. Die Gruppe geht eine lange Liste durch und beschließt, was noch getan werden muss. "Die Konferenz wird eine große Sache für uns", stellt Heller fest - auch die aufwändige Final-Aktion, in die am letzten Tag der Konferenz bis zu 5000 Teilnehmer eingebunden werden sollen.

Neben der politischen Agenda bleibt beim Treffen im kleinen Golzow aber durchaus Raum für gute Gespräche, einen Ausflug nach Joachimsthal zum Biorama-Projekt und für die ein oder andere Runde Brettspiel am Abend. "Es war wunderbar bisher", sagt David Heller.

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