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Neue Infotafeln für Tagelöhnerhaus

Fasziniert vom traditionellen Lehmbau: Künstler Otto Schack, Mitglied im Kurmarkverein.
Fasziniert vom traditionellen Lehmbau: Künstler Otto Schack, Mitglied im Kurmarkverein. © Foto: MOZ/Wiebke Wollek
Wiebke Wollek / 27.10.2015, 04:44 Uhr
Beerbaum (MOZ) Auch wenn heute im Vergleich zum 18. Jahrhundert nur noch wenige Häuser in traditioneller Lehmbauweise errichtet werden, so gibt es doch noch immer handwerklich Begabte, die sich in diesem Bereich weiterbilden und qualifizieren. Deshalb hat der Kurmarkverein nun die Ausstellung im Beerbaumer Lehmhaus um den Teil "Lehmbau - ein Traumberuf" erweitert, wie Otto Schack mitteilt. Die zum Teil unverputzten Wände lassen den Blick auf den Ursprungszustand frei. Außerdem stellt die Ausstellung Infomaterial zum Beruf bereit.

Der geschichtsinteressierte Künstler hatte sich bereits vor Jahrzehnten für den Wiederaufbau des ehemaligen Tagelöhnerhauses eingesetzt, das Sophie Juliane Gräfin von Dönhoff für ihre Landarbeiter errichten ließ. Ein Teil der Ausstellung zeichnet das Leben der Gräfin nach, die 1768 geboren wurde und als Rebellin galt. Das Lehmhaus blieb über mehrere Generationen in Familienbesitz bis es schließlich Volkseigentum wurde. Bis Ende der 1960er-Jahre soll das Gebäude noch von einer Frau bewohnt worden sein, danach stand es jedoch leer. 1987 sollte das inzwischen sehr marode Lehmhaus schließlich abgerissen werden, doch daraus wurde nichts. Die Wende kam dazwischen und das Haus blieb stehen.

Der Kurmarkverein konnte das Gebäude schließlich erwerben und organisierte den Wiederaufbau. Finanzielle Unterstützung gab es durch Fördermittel der Leader-Stiftung.

Nach und nach ist das Lehmhaus saniert worden. Ein neues Dach wurde errichtet. Die Wände in den Stuben sind restauriert und neu gestrichen worden, aber nicht auf ganzer Fläche. Teile der Wände blieben unverputzt und lassen den Blick auf den Ursprungszustand frei. Ornamente aus der Antike, die zur Zeit des Klassizismus beliebt waren, zieren die niedrigen Wände. In der Mitte des symmetrisch angelegten, in Weller-Technik errichteten Hauses liegt die "Schwarze Küche". Dort wurden früher Würste und Schinken geräuchert.

Neben dem Lehmhaus steht noch ein zweites Gebäude, das der Verein in der nächsten Zeit instand setzen möchte. "Der Dachstuhl muss erneuert werden, später erfolgt der Innenausbau", sagt Otto Schack. "Das Geld haben wir fast zusammen." Finanziert wird auch dieses Projekt aus dem Leader-Fördermitteltopf. "Wir haben noch ein wenig Geld vom Tagelöhnerhaus übrig." Bis auch das Nebengebäude für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann, wird es noch eine Weile dauern, es befindet sich derzeit in einem maroden Zustand.

Feste Öffnungszeiten für die Ausstellung im Lehmhaus gibt es noch nicht. Interessenten können sich aber an Otto Schack wenden, Tel.: 033451 60612 und einen Termin vereinbaren.

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