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Brücke zwischen Neuen und Alten

Neues Theaterprojekt: Oliver Hohlfeld leitet die jungen Laiendarsteller im Dobberziner Dorfverein an. Die Theatergruppe ist Teil des Förderprojektes im LAP Uckermark.
Neues Theaterprojekt: Oliver Hohlfeld leitet die jungen Laiendarsteller im Dobberziner Dorfverein an. Die Theatergruppe ist Teil des Förderprojektes im LAP Uckermark. © Foto: Lars Leonhardt
Daniela Windolff / 27.10.2015, 06:50 Uhr
Dobberzin (MOZ) Heimat modern gestalten" ist das Motto eines Projektes, mit dem der Dorfverein Dobberzin den Angermünder Ortsteil entwickeln und Generationen enger zusammenbringen will. Gefördert wird das Projekt über den Lokalen Aktionsplan im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!"

Das Gutshaus in Dobberzin soll abgerissen werden. Vielleicht birgt das alte Gemäuer einen geheimnisvollen Schatz, der dann zu Tage tritt? Für die Kinder des Dorfes beginnt ein spannendes Abenteuer, bei dem sie dem Geist von Ritter Joachim begegnen, in alten Tagebüchern über das Dorfleben von früher schmökern und eigene Freund- und Feindschaften auf die Probe stellen. Es ist eine fiktive Geschichte mit vielen Wahrheiten, die Paula, Jasmin, Victoria, Dominik und sechs weitere Dobberziner Kinder und bisher zwei Erwachsene derzeit für ein spannendes Theaterstück proben. "Spuk in Dobberzin" wird in der Vorweihnachtszeit Premiere haben und damit ein Förderprojekt krönen, mit dem sich der Dobberziner Dorfverein erfolgreich beim Lokalen Aktionsplan Uckermarkbeworben hatte.

"Unser Anliegen ist es, mit dem Theaterprojekt die Neuzugezogenen mehr in das Dorfleben zu integrieren. Über die Kinder gewinnt man auch die Eltern", sagt Klaus Kohlmay, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Als zu den Halloween-Umzügen immer mehr Kinder kamen und viele ältere Dobberziner verwundert fragten: "Sind das überhaupt Dobberziner?" hatten er und andere Vereinsmitglieder die Idee, die alten und die neuen Dobberziner, Junge und Alte zusammenzubringen, damit man sich im Dorf besser kennenlernt. "In der Dorfschule wurde früher immer Theater gespielt und das halbe Dorf kam da zusammen", erinnert sich Klaus Kohlmay, der diese Form der aktiven Begegnung wieder neu beleben wollte und dafür einen Profi ins Boot holte. Gefördert wird das Projekt vom Bundesfamilienministerium über das Bundesprogramm "Demokratie leben". Der erfahrene Theaterregisseur, Dramaturg und Autor Oliver Hohlfeld leitet die Dobberziner Laiengruppe an, die sich seit September einmal wöchentlich in den Vereinsräumen der ehemaligen Gaststätte trifft. "Es macht richtig viel Spaß miteinander", schwärmt die zwölfjährige Paula, die sogar in den Ferien zum Proben kommt. Auch die zehnjährige Victoria ist begeistert dabei: "Es ist toll, dass wir uns die Geschichte mit ausdenken und unsere Rollen aussuchen durften", erzählt sie.

Mit Oliver Hohlfeld nehmen die Dobberziner Darsteller auch Schauspieltraining, machen Erwärmungsspiele und basteln Requisiten und Kostüme für das Stück. "Ich bin begeistert, wie gut das hier von den Dobberzinern organisiert und mitgetragen wird. Da ist immer Betreuung von Erwachsenen dabei, werden Getränke bereit gestellt. Die Kinder können sich ganz liebevoll aufgehoben fühlen, das ist nicht überall selbstverständlich", sagt Oliver Hohlfeld anerkennend, der schon viele Theaterprojekte auch für Kinder betreut hat.

Dass die Dobberziner so großen Anteil nehmen liegt wohl vor allem daran, dass es ein Projekt des Dorfvereins ist. Und der Dorfverein, das ist halb Dobberzin. 75 aktive Mitglieder zählt der Verein bei rund 270 Einwohnern im Ortsteil. Fotozirkel, Frauentreff, Tischtennis, die Dobbi-Singers, die Teen-Dancer und nun die Theatergruppe, dazu viele Veranstaltungen und Initiativen, vom Bootskorso bis zur Wiederherstellung der Kirchenglocke, reichen die Aktivitäten des Vereins, der das Herz der Dorfgemeinschaft ist. Dennoch wolle man noch mehr Einwohner einbeziehen. "Es gibt zahlreiche Ideen und Wünsche, wie ein Dorfleben aussehen sollte, das ältere Menschen, berufstätige Pendler, Kinder, Neu- und Altbürger und auch Touristen integriert", sagt Lars Leonhardt vom Dorfverein. Mit dem geförderten LAP-Projekt, zu dem neben der Theatergruppe auch eine Foto- und Geschichtsdokumentation über das Dorfleben früher und heute gehört, die derzeit federführend von Wolfgang Neudeck erarbeitet und auf modernen Fotoleinwandtafeln gedruckt wird, will der Dorfverein auch neue Anreize schaffen, wie der Generationenwechsel funktionieren kann und sich Dobberzin auch aus eigener Kraft zu einem lebendigen, modernen Ortsteil entwickeln kann. Das sei gemeint mit dem Slogan des Projektes: Heimat modern gestalten.

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