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Manker hat genug vom Lärm

Da kann es schon mal eng werden: Trecker, aber vor allem die vielen Schwerlaster im Dorf belasten die Mankeraner. Sie wollen nun erreichen, dass wenigstens die Geschwindigkeit der Fahrzeuge irgendwie gedrosselt wird.
Da kann es schon mal eng werden: Trecker, aber vor allem die vielen Schwerlaster im Dorf belasten die Mankeraner. Sie wollen nun erreichen, dass wenigstens die Geschwindigkeit der Fahrzeuge irgendwie gedrosselt wird. © Foto: MZV
Judith Melzer-Voigt / 27.10.2015, 18:15 Uhr
Manker (MZV) Wenn Wolfgang Gaetke aus seiner Haustür tritt und die Hand ausstreckt, kann er sie berühren: die vielen Schwerlaster, die momentan durch Manker rasen. Davon hat nicht nur der Ortsvorsteher selbst genug. Mittlerweile wird über die Gründung einer Bürgerinitiative diskutiert.

Erst war es die Baustelle auf der B 167 hinter Wildberg, die den Mankeranern zum Verhängnis wurde. Statt die ausgeschilderte Umleitung zu nutzen, fuhren viele Autofahrer einfach den Weg über Vichel, Garz und schließlich Manker, um die Sperrung zu umfahren. Mittlerweile sind die Arbeiten nahe Wildberg beendet. Doch nun kommt die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Dabergotz hinzu, die noch etliche Monate andauern wird. Unzählige Autos, Transporter und vor allem Lkw lassen die Umleitung über Walsleben einfach links liegen und nutzen den Weg durch Manker - sehr zum Leidwesen der Anwohner.

Sie haben sich in der Vergangenheit schon mehrfach bei Ortsvorsteher Wolfgang Gaetke beschwert. Daher gab es am Montagabend während der Sitzung des Ortsbeirates auch einen Punkt, der sich mit der Bildung einer Bürgerinitiative (BI) "gegen Straßenlärm und Verkehrsraserei" beschäftigt hat. Doch am Abend selbst gab es für Gaetke die Ernüchterung: Nur weniger Einwohner waren zur Versammlung gekommen. "Und mit drei Mann braucht man keine BI zu gründen", ist der Ortsvorsteher überzeugt. Doch er glaubt trotzdem, dass es dazu kommen wird, denn die Unzufriedenheit ist groß. "Ich werde jetzt mit den Menschen selbst sprechen und dann sehen wir weiter", so Gaetke. Er kann sich vorstellen, noch einmal eine Sondersitzung zum Thema einzuberufen.

Der Ärger der Mankeraner ist mittlerweile auch durchaus mit Argumenten untermauert. Die aktuellsten Zahlen vom Landkreis sind überholt. 2010 wurde das Verkehrsaufkommen im Dorf untersucht. "Das ist nicht mehr repräsentativ", sagt Gaetke mit Blick auf die 1 485 Fahrzeuge, die innerhalb von 24 Stunden verzeichnet wurden. Alle fünf Jahre werde so eine Untersuchung eigentlich angefertigt. "Die neusten Zahlen liegen aber noch nicht vor. Aber wir sind ja ständige Umleitungsstrecke."

Daher wurde 2014 eine sogenannte Seitenradarmessung in Auftrag gegeben. Ein Kasten wurde an einem Mast am Straßenrand befestigt und begann dann zu zählen - jeden Lkw, jedes Auto. Vom 27. Mai bis zum 3. Juni vergangenen Jahres war er installiert und hat 6 869 Fahrzeuge aufgenommen, die aus Richtung Garz kamen beziehungsweise das Dorf in diese Richtung wieder verlassen haben. Wer beispielsweise nach Lüchfeld abgebogen ist, wurde gar nicht registriert.

Aus der Erhebung geht auch hervor, dass 72,8 Prozent der Fahrer zu schnell unterwegs waren. Bei denen, die ins Dorf fuhren, hatte der Spitzenreiter 129 Kilometer je Stunde auf dem Tacho - in einer Tempo-50-Zone. Bei denen, die Manker verließen, waren es 126 Kilometer je Stunde. "Hier sind so viele zu schnell unterwegs", bilanziert Gaetke seine eigenen Beobachtungen. Wenn der Landkreis seinen Blitzer aufstelle, bringe das auch nicht viel: Das Fahrzeug ist mittlerweile zu bekannt. "Aber wir wollen erreichen, dass mehr Radarkontrollen im Dorf stattfinden", erklärt der Ortsvorsteher.

Unterstützung bekommt Manker aus der Nachbarschaft. Dieter Sarnow ist Ortsvorsteher von Protzen, das ebenfalls als Umleitungsstrecke herhalten muss. "Auch bei uns gibt es viele Beschwerden von Anwohnern", sagt er. Vor allem die Holzlaster, die durchs Dorf rasen, seien ein Ärgernis. "Das Problem wird bei uns auf fast jeder Ortsbeiratssitzung angesprochen", so Sarnow. "Ich kann mir gut vorstellen, mit Manker zusammenzuarbeiten." Wolfgang Gaetke möchte auch mit den Walchowern Kontakt aufnehmen.

Ein Punkt, der die Menschen in Manker etwas entlasten könnte, wäre ein Ausbau der Straße im Dorf. Denn sie ist nicht mehr im besten Zustand, was die Lärmbelästigung durch Schwerlaster verstärkt. Doch für eine mögliche Sanierung gibt es nun erst einmal eine Absage von Frank Schmidt, Dezernatsleiter beim zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen: "Nein, für Manker gibt es in absehbarer Zeit keine Ausbaupläne", sagt er. "Die Straßenmeisterei wird die Straße mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterhalten."

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