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Statt Flach- nun ein Mansarddach

Doppeltes Gerüst: Während Alexander, Leonie, Richard, Hugo und Arthur unter Aufsicht der Garzauer Kita-Leiterin Marianne Wallasch ihr Klettergerüst erobern dürfen, ist die Rüstung am Gebäude der kommunalen Kindertagesstätte tabu. Anstelle des maroden Flac
Doppeltes Gerüst: Während Alexander, Leonie, Richard, Hugo und Arthur unter Aufsicht der Garzauer Kita-Leiterin Marianne Wallasch ihr Klettergerüst erobern dürfen, ist die Rüstung am Gebäude der kommunalen Kindertagesstätte tabu. Anstelle des maroden Flac © Foto: MOZ Gerd Markert
Gabriele Rataj / 29.10.2015, 06:58 Uhr
Garzau-Garzin (MOZ) Nicht einfach ein neues Dach hat die Kita im Ortsteil Garzau bekommen. Die mehrfach verschobene Sanierungsmaßnahme bereitete der Gemeinde und den Zuständigen im Baubereich nicht wenig Kopfschmerzen. Nun konnte das schwierige Projekt abgenommen werden.

Der Winter kann fast kommen. Das Dach auf der Kita Garzau ist dicht und bis auf ergänzende Arbeiten ist das Gesamtprojekt rund um die Dachsanierung nahezu abgeschlossen. Dabei hatte noch im Vorjahr kaum einer geahnt, welches Ausmaß an Einzelmaßnahmen mit diesem Vorhaben verbunden sein würde.

Zwei Jahre war die Dachsanierung von den Gemeindevertretern immer wieder aufs nächste Haushaltsjahr verschoben worden. Das Geld wurde für dringendere Dinge wie Arbeiten an der früheren Kreisstraße zwischen der B 168 und Garzau benötigt. Diese war zwischenzeitlich in kommunale Trägerschaft übergegangen. Mit dem Haushaltsplan für 2015 hatte die Gemeinde im Dezember vergangenen Jahres dann die Weichen gestellt.

Im August war mit der Baumaßnahme begonnen worden, wie Birgit Storbeck vom Fachbereich Bauverwaltung/Bürgerdienste berichtet. "Als die Binder geliefert wurden, konnte es losgehen", schaut sie zurück, wenngleich Vorarbeiten zu dem Zeitpunkt bereits erledigt waren. In der größten Hitze seien die Firmen damit befasst gewesen, eine sinnvolle und langfristig wirksame Lösung für die Dachprobleme an dem knapp 40 Jahre alten Flachbau umzusetzen.

Es waren nicht nur starke Schäden an dem Spannbetonschalendach, die beseitigt werden mussten. "Die Feuchtigkeit war schon bis ins Gebäudeinnere eingedrungen", erklärte Birgit Storbeck. So musste auch der nicht erwartete Beton-Krebs beseitigt werden. Der Statiker machte zur Auflage, dass befallene Stellen entnommen, erneuert und abgesperrt werden.

Hinzu kam, dass auf dem vormaligen Dach keine Dachentwässerung dank Dachneigungswinkel erfolgte. "Lauter kleine Einlässe waren dafür vorgesehen, das Regenwasser aufzunehmen, was gesammelt wurde und über Fallrohre nach draußen floss. Diese Einlässe waren inzwischen kaputt, so dass sich immer wieder Wasser auf dem Dach gesammelt hat und im Winter auch gefror", schildert Brigit Storbeck die verfahrene Situation.

Die Betonschalen hätten laut Statiker zudem wie ein Hohlspiegel gewirkt, was zur Folge hatte, dass die Teerpappe sommers regelrecht zusammensackte und Vertiefungen bildete, die sich bei Regen wiederum mit Wasser füllten. Etwa aller drei Jahre habe man teure Reparaturen vornehmen müssen. Doch das alles sei durch die nunmehr sicherlich teurere Investition beseitigt worden. "Wären wir nicht auf den Beton-Krebs gestoßen", sagt Birgit Storbeck, "so hätte er später weit größere Schäden am Kita-Gebäude verursacht."

Inzwischen wurden der Dachunterbau in Waage gebracht, die gesamte Dachentwässerung verändert, der Blitzschutz an die neue Situation angepasst. Dazu waren die ausführenden Firmen alle aus dem Umland gekommen: Zimmerei Mandery aus Ihlow, Dachdeckerei Günther aus Bruchmühle, Elektro-Zwerschke Waldsieversdorf, MUM-Bau Petershagen und Gerüstbau Welker aus der Gemeinde Fichtenhöhe.

In der hoffentlich noch lange frostfreien Zeit soll nun noch ein Regenwasser-Auffangbehälter in den Boden eingelassen werden, wohin die Fallrohre straßenseitig das Regenwasser vom Dach leiten. "Mit einem Überlauf versehen, soll das Wasser dann langsam in der Grünfläche versickern", erläutert die Frau aus der Bauverwaltung. Im gleichen Atemzuge würde dann auch die Pflasterung in dem Bereich noch erneuert werden.

Die Gemeinde hatte in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt die räumliche Situation in der Kita verbessert. Mehrfache Umzüge waren bis dahin nötig, da in der kommunalen Einrichtung zuvor unter anderem die Revierpolizisten für den Amtsbereich Märkische Schweiz zeitweise ein Domizil gefunden hatten, bevor sie nach Rehfelde umziehen konnten. Nun dürfte das Kita-Gebäude für die Zukunft gerüstet sein.

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