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Der Hirsch mit dem leuchtenden Kreuz

Laut Legende soll der Heilige Hubertus einen Hirsch mit prächtigem Geweih und Kreuz gesehen haben.
Laut Legende soll der Heilige Hubertus einen Hirsch mit prächtigem Geweih und Kreuz gesehen haben. © Foto: weber
Simone Weber / 03.11.2015, 11:11 Uhr
Hohennauen (MOZ) Am heutigen 3. November ist Namenstag des Hubertus. Dieser Heilige (655 bis 727) gilt als Schutzpatron der Jäger, Metzger, Kürschner, Büchsenmacher und sogar der Hunde.

Laut Legende ging der vormalige Pfalzgraf von Burgund an einem Karfreitag auf die Jagd. Dort begegnete ihm ein kapitaler Hirsch, zwischen dessen Geweihstangen Hubertus ein leuchtendes Kreuz-Zeichen erkannte. Der auf diese Weise bekehrte Hubertus wurde nach einem Leben als Einsiedler im Jahr 707 zum Bischof von Maastricht und Lüttich gewählt. Bereits 16 Jahre nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen. 100 Jahre später wurde seine Leiche in ein Ardennenkloster überführt, wo die mittelalterlichen Mönche die Hubertus-Legende pflegten und ihn zunächst zu einem regionalen Schutzheiligen der Jagd stilisierten. Die Mönche selbst züchteten einen Hubertus-Jagdhund, den Rutt-Hound/Blood-Hound. Schnell verdrängte Hubertus den Heiligen Eustachius, ein Märtyrer aus dem fünften Jahrhundert, als Schutzheiligen der Jäger. Auch nicht religiöse Menschen kennen das Hubertus-Zeichen von oft kitschigen Gemälden oder auf Kräuterlikör-Flaschen. Zuletzt auch in

Zum achten Mal hatten die Jägerschaft Hohennauen und die evangelische Gemeinde zur Hubertusmesse in die Dorfkirche eingeladen. Diese wurde aber schon am Sonntag abgehalten. "Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er hegt und schützt sein Wild. Waidmännisch jagt wie sich's gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt." Dieser Spruch auf der Einladung spiegelte auch einen Teil der Predigt von Dorothea Klimmt wieder. "Jagd bedeutet das Auslöschen eines Lebens. Es bedeutet einen Eingriff in die Natur und ist mit Machtausübung verbunden", so die Pfarrerin, die zu verantwortungsvollem Umgang mit der Schöpfung der Natur und ihrer Ressourcen aufrief.

Den Gottesdienst in der stimmungsvoll ausgestalteten Kirche gestalteten musikalisch, bereits zum achten Mal, die 1990 gegründete Jagdhornbläsergruppe Brandenburg/Havel und die in Hohennauen geborene Caterina Rönnert mit ihrem Bruder Florian, am Piano begleitet durch Thomas Kübler.

Danach luden die Organisatoren die Gäste zum "Schüsseltreiben" mit Jägersuppe mit bei Hohennauen erlegtem Wildschwein gegenüber der Kirche ein. "Mit Gerhard Pionscheks Engagement steht oder fällt die Hubertusmesse", sagte eine Besucherin. Der 1960 aus Fürstenberg/Havel nach Hohennauen gekommene Jäger feierte Ende September seinen 80. Geburtstag. Nach seinem Studium kam er in die hiesige LPG. Im Havelland wurde seine Leidenschaft für die Jagd geweckt, der er jetzt seit 55 Jahren nachgeht. "Am liebsten gehe ich auf Schwarzwild. Das kommt hier auch am häufigsten vor", so der aktive Jäger. Die Jägerschaft Hohennauen hat ihr Revier innerhalb des Hegerings Rhinow und umfasst die Gemarkung seines Wohnortes, rund 4.000 Hektar.

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