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Bauernbund gegen Kreisreform und für Wolfs- und Biberjagd

Vierbeinige Landschaftspfleger: Die Merino-Schafherde von Dirk Schulze war der Startpunkt der Herbstreise des Bauernbund-Landesverbandes
Vierbeinige Landschaftspfleger: Die Merino-Schafherde von Dirk Schulze war der Startpunkt der Herbstreise des Bauernbund-Landesverbandes © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 09.11.2015, 03:55 Uhr
Altbarnim/Friedersdorf (MOZ) Das mittlere Oderbruch war Ziel des Herbsttreffens des Brandenburger Bauernbundes. Am Großbarnim Anger, wo der Schäfermeister und Landwirt Dirk Schulze einen Stützpunkt mit Ställen, Pension und Hofladen betreibt, begrüßte Geschäftsführer Reinhard Jung die zahlreichen Teilnehmer. Dirk Schulze stellte seinen Betrieb vor, wobei 680 der insgesamt 700 Mutterschafe die entsprechende Kulisse für das Gruppenfoto abgaben. Der Betrieb bewirtschaftet 200 Hektar Acker und 200 Hektar Grünland. Die Schafe, allesamt Merino -Landschafe, produzieren jährlich etwa 700 Mastlämmer und Wolle.

Bei der zweiten Station stellte der Bundestagsabgeordnete Hans Georg von der Marwitz (CDU) seinen Friedersdorfer Hof vor, der 460 Hektar Acker bewirtschaftet und eine Biogasanlage betreibt.

"Diese Herbsttreffen dienen vor allem dem Austausch und haben familiären Charakter", erklärte Reinhard Jung. Was nicht heißt, dass der Bauernbund die Interessen der Landwirte vergisst. Auf der Agenda stehen unter anderem die Forderungen nach dem Jagdrecht für Wolf und Biber, so der Geschäftsführer. Im laufenden Volksbegehren gegen Massentierhaltung hat sich der Bund differenziert positioniert. Einerseits wolle man verhindern, dass die Landwirte künftig in punkto Tierhaltung bevormundet werden. Andererseits setze man sich gegen baurechtliche Privilegien für gigantische Massentieranlagen ein.

Ein klares Nein habe der Bauernbund, der im Land 410, im Oderland rund 60 Mitglieder hat, zu neuen Braunkohle-Tagebauen gesagt. Die Bemühungen von Greenpeace, das Vattenfall-Erbe anzutreten, werde vom Bauernbund unterstützt.

"Uns liegen die bäuerlichen Familienbetriebe am Herzen", betonte Jung. Aus dieser Sicht sei man auch strikt gegen die Bildung von Riesenkreisen im Land. Damit würde lediglich der ländliche Raum in Brandenburg weiter geschwächt. "Stellen Sie sich Seelow ohne Kreisverwaltung vor. Was wäre die Folge für die Region?"

Weiterhin stehen faire Milchpreise auf der Agenda sowie alle Maßnahmen, die die Landwirte im Dorf stärken wie das Vorkaufsrecht für ortsansässige Landwirte bei Landverkauf und das Sondererbrecht zum Erhalt der Höfe.

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Uwe Bräuning 09.11.2015 - 14:41:34

Kann man den Bauernbund überhaupt noch ernst nehmen?

Angesichts solcher Forderungen drängt sich die Frage auf, ob man den Bauernbund überhaupt noch ernst nehmen kann. Oder hassen die Bauern, bzw die Mitglieder dieses Bundes ihre Umwelt derart, dass sie auf solche unsinnigen Ideen kommen? Die Bauern wären besser beraten, endlich über Konzepte zur Erhaltung unserer Umwelt, an deren Zerstörung auch die Landwirtschaft nicht unschuldig ist, nachzudenken. Warum regt sich eigentlich niemand von diesen "Experten" über den exzessiven, immer sichtbare Spuren der Zerstörung hinterlassenen Anbau von Monokulturen, wie zum Beispiel Mais, auf? Weil dieser Anbau das eigene Konto füllt? Oder weil manchem die Zukunft schlichtweg egal ist? Wer Augen im Kopf hat, sollte spätestens in diesem Jahr bemerkt haben, dass der Klimawandel bereits im vollen Gang ist. Sollte sich der Trend fortsetzen, wonach es leider aussieht, dann wird sich unser Oderbruch in absehbarer Zeit in eine menschenfeindliche Wüste verwandeln. Es sei denn, dass endlich mehr in den Naturschutz investiert und die Landwirtschaft auf ein verträgliches Maß reduziert wird.

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