Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bis Weihnachten werden auf dem Hof der Familie Klawunn in Birkholz 80 Gänse geschlachtet

Das große Geschnatter endet

Annika Bischof / 21.11.2015, 05:20 Uhr
Birkholz (MOZ) Der Gänsebraten gehört für viele zum Weihnachtsessen dazu. Auf dem Bauernhof der Familie Klawunn in Birkholz sehen 80 Gänse ihrem Ende entgegen. Bis Weihnachten sollen sie alle geschlachtet sein.

Das Geschnatter auf dem Hof von Ursula Klawunn ist groß. Mit erhobenem Haupt watscheln derzeit 80 Gänse über das Grundstück der Rentnerin. "Drei von ihnen haben wir schon geschlachtet", sagt die 73-Jährige, die mit den gefiederten Tieren groß geworden ist. "Seitdem ich denken kann, hatten wir schon Gänse", berichtet sie.

So auch in diesem Jahr. Die Birkholzerin holte sich Anfang Juli einen Großteil der Gänseküken vom Händler. Einige der Tiere hat sie selbst gezüchtet. "Wir haben zwei Zuchtgänse, doch in diesem Jahr hat es mit dem Nachwuchs nicht so gut geklappt", erzählt Ursula Klawunn.

Dennoch kam die Familie in diesem Jahr auf 80 Gänse, was für sie eine stattlich Zahl sei. "Sonst hatten wir immer rund 60", berichtet die Besitzerin. Viel mehr Arbeit hätten ihr die Tiere jedoch nicht bereitet. "So anspruchsvoll sind sie nicht", spricht Ursula Klawunn aus Erfahrung. Entscheidend sei nur, dass die Tiere immer Zugang zu frischem Grün haben, was auf dem Bauernhof der Familie mit zwei großen Koppeln möglich sei. Abends kommen die Tiere jedoch in zwei geräumige Container, die als Ställe fungieren. Dies diene ihnen als Schutz vor Füchsen und anderen Wildtieren.

In Brandenburg hat das Weihnachtsgeschäft für Geflügel bereits begonnen. Laut Geflügelwirtschaftsverband sind es vor allem Gänse und Enten, die bis zum Jahresende verzehrt werden. Warum jedoch gerade die Gans zur Weihnachtszeit so begehrt ist, geht auf den katholischen Brauch der Martinsgans zurück, die vor Beginn der adventlichen Fastenzeit jeweils am 11. November gegessen wird. Am Heiligabend endet diese Zeit, und es kommt wieder eine Gans als Festtagsbraten auf den Tisch. So ist es auch bei Familie Klawunn. "Wir essen zu Weihnachten und Neujahr jeweils zwei Gänse mit der Familie", erzählt Ursula Klawunn. Bis zu zwölf Personen kommen an den Feiertagen zusammen und gönnen sich den knusprigen Braten der Oma, den sie in bewährter Tradition mit Äpfeln und Gewürzen im Ofen zubereitet.

Und die anderen Gänse? "Die gehen an Verwandte oder werden im Bekanntenkreis verkauft", sagt die Rentnerin. Die ersten drei, die schon geschlachtet worden sind, wurden unterdessen verschickt. "Das Verpacken benötigt besonders viel Zeit", wirft Ursula Klawunn ein. Ähnlich ist es mit dem Ausnehmen, das sehr aufwendig ist. Weniger hingegen das Rupfen. Dabei helfen ihr Günter Westphal und Tino Böse. Als Trio bewältigen sie alle Schritte vom Schlachten bis hin zum Verpacken der 80 Gänse bis kurz vor Weihnachten.

Der Birkholzer Hof ist zudem etwas Besonderes in der Region. Denn die meisten Gänse, die beim Verbraucher auf dem Teller landen, kommen vor allem aus Ungarn oder Polen, nicht aber aus der näheren Umgebung wie der Geflügelwirtschaftsverband beobachtet. Wie lange die Familie sich jedoch noch Gänse halten wird, beantwortet Ursula Klawaunn mit einem schlichten Schulterzucken: "So lange es eben noch geht."

Aus den Federn entstehen im Übrigen keine Federbetten mehr. "Das hat man früher mal gemacht, aber heute schlafen doch viele gar nicht mehr in Federbetten", weiß die Birkholzerin, die auch noch das Federnreißen kennt. Deshalb werden sie auch entsorgt.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG