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18 Prozent wollten sie als Grünen-Chefin

Achtungserfolg für Sonja Karas bei Parteitag

Tilman Trebs / 22.11.2015, 22:12 Uhr
Hohenbruch/Halle (MZV) Bundesvorsitzende der Grünen ist sie zwar nicht geworden. Die Hohenbrucher Kommunalpolitikerin Sonja Karas kehrte am Sonntag dennoch hochzufrieden vom Bundesparteitag in Halle zurück. Stattliche 18 Prozent der Delegiertenstimmen hatte die Kremmener Stadtverordnete gegen die Grünen-Chefin Simone Peter geholt.

"Ich bin mehr als zufrieden", sagte die 42-Jährige am Sonntag nach ihrer Rückkehr aus Halle. "Offenbar hat meine Rede den Nerv vieler Parteifreunde getroffen." Karas hatte in Halle der Parteiführung, die nach wie vor aus Simone Peter und Cem Özdemir besteht, unter anderem mangelnde Nähe zur Basis und fehlende Glaubwürdigkeit vorgeworfen. Die Partei habe sich zu weit von ihren Grundwerten entfernt. Als Beispiele nannte sie die Asyl- und die Friedenspolitik. Karas kritisiert, dass selbst bei den Grünen inzwischen über Obergrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen gesprochen und Auslandseinsätze der Bundeswehr nicht ausgeschlossen werden.

Überregionale Medien sprachen am Wochenende von einem Überraschungserfolg der Außenseiterkandidatin, der die Unzufriedenheit von Teilen der Basis mit der Arbeit von Simone Peter ausdrücke. "Ich habe im Fernsehen gesehen, dass selbst Vorstandsmitglieder bei meiner Rede mit dem Kopf genickt haben. Viele Delegierte kamen zu mir und sagten, ich hätten ihnen aus der Seele gesprochen."

Vorerst wird sich die Unternehmerin wieder mit ihren kommunalpolitischen Aufgaben begnügen müssen. Ihr Bestreben, die Grünen auf einen neuen Kurs zu bringen, bleibt auf der Agenda. Noch auf dem Parteitag begann Karas, Netzwerke mit Gleichgesinnten auf den Weg zu bringen. Zu konkreten Initiativen wollte sie sich am Sonntag noch nicht äußern, auch nicht, ob sie nun Mandate im Land- oder Bundestag anzustreben gedenkt. (Kommentar Seite 15; Seite 17)

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