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Wenn mehrere Generationen zum Nudelholz greifen

Gemeinsam machts mehr Spaß: In Brunow treffen sich Generationen, um gemeinsam Plätzchen zu backen
Gemeinsam machts mehr Spaß: In Brunow treffen sich Generationen, um gemeinsam Plätzchen zu backen © Foto: moz
Mandy Timm / 24.11.2015, 04:00 Uhr
Brunow (MOZ) Sechs Kilo Mehl, Eier und reichlich Butter: Mit diesen Zutaten und noch ein bisschen mehr gelingen die Plätzchen jedes Jahr in Brunow garantiert. So viel Backmischung zumindest ist dieses Mal verbacken worden. Im Dorfgemeinschaftshaus findet seit sechs Jahren wenigstens ein besonderer Backtag in der Vorweihnachtszeit statt. Dann nämlich, wenn die Häkeldamen aus dem Ort Kinder einladen.

An diesem Wochenende war es wieder soweit. Gleich mehrere Generationen kamen am Sonnabend zusammen. Es gab ein großes "Hallo" und eine herzliche Wiedersehensfreude. Wenigstens 15 Mädchen und Jungen bearbeiteten im Laufe des Nachmittags mit ihrem Nudelholz den Plätzchenteig. Ihre Mütter standen dabei und halfen beim Ausstechen und Bleche einfetten.

Ingrid Brietzke und Hannelore Liebig vom Häkelklub haben schon tags zuvor den Mürbeteig geknetet. "So machen wir das jedes Jahr", sagte Ingrid Brietzke, die seit dem ersten gemeinsamen Plätzchenbacken dabei ist. "Das hat sich bewährt. Anfangs haben wir noch andere Teigsorten probiert. Das war alles nichts", sagte sie. Ihr Mann Klaus war der einzige Herr in der Runde. "Er bewacht den Herd", erklärte seine Frau. Das hatte nichts damit zutun, dass nicht genascht werden durfte. Als Herdwächter hatte er vielmehr die Aufgabe achtzugeben, dass kein Kind der Hitze zu nahe kommt.

Die Kinder unterdessen brachten ihre Keksdosen gleich mit. Auch das hat Tradition. Dass sie ihre fertigen und mit bunten Perlen und Zuckerguss verzierten Plätzchen mit nach Hause nehmen. "Oder für die Omas als Geschenk", verriet Ingrid Brietzke. Sie und die anderen Häkeldamen sind insgesamt zu zehnt, wenn sie sich alle zwei Wochen treffen. Die meisten von ihnen, nämlich acht, sind keine gebürtigen Brunowerinnen, sondern aus Berlin zugezogen. "Aber das ist auch schon 20 Jahre her", sagte Ingrid Brietzke.

Dass es das Generationen-Plätzchenbacken im Dorf gibt, ist Bürgermeister Heiko Liebig zu verdanken. Er hätte die Idee einst an den Häkelklub herangetragen, hieß es am Sonnabend. Mit dabei ist auch seit etlichen Jahren Beatrix Pfäffle. Sie zu erwähnen, sei deshalb wichtig, versicherte Ingrid Brietzke, weil sie nicht unerheblich dazu beitrage, dass die Brunower Rentnerinnen noch so rüstig sind: Die Frau aus Beerbaum trifft die Damen einmal in der Woche zur Gymnastik. "Und das, obwohl sie berufstätig ist und es überhaupt nicht machen müsste", sagte Ingrid Brietzke anerkennend.

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