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Maik Slotta seit drei Jahren mit Leißnitzer Personenfähre selbstständig / Räucherfischverkauf in Nebensaison

Lizenz zum Fahren und Garen

Jörg Kühl / 02.12.2015, 05:09 Uhr
Leißnitz (MOZ) Maik Slotta hat vor drei Jahren sein Schicksal in die Hand genommen: Er betreibt seitdem die Handseilzugfähre bei Leißnitz. Von Oktober bis April verlegt sich der Unternehmer auf den Verkauf frisch geräucherter Fische.

Maik Slotta ist am Fährübergang der Spree zwischen Leißnitz und Ranzig längst ein bekanntes Gesicht. Mit seiner weißen Kapitänsmütze und der weinroten Weste, manchmal erscheint er mit einem zünftigen Fischerhemd und rotem Halstuch zur Arbeit, ist er für Radtouristen und Wanderer sofort als der Mann erkennbar, der sie sicher über die Spree schippern wird.

Zu Beginn der Fährsaison 2012 hat Maik Slotta das Wasserfahrzeug samt Anleger von der Stadt Friedland zur Pacht übernommen. Zuvor hatte der Günthersdorfer den Personen-Beförderungsschein erwerben und eine Ausbildung zum Fährmann absolvieren müssen.

Wer hungrig oder durstig am Leißnitzer Fähranleger ankommt, braucht nicht länger zu darben: In dem Fährkiosk verkauft Slottas Ehefrau Heike Essen und Getränke. Darunter Bratwürste von der Friedländer Fleischerei Haase. "Die waren gleich von Anfang an der Renner", so der Fährmann. Mit dem "Fährburger" haben die Slottas ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Dabei handelt es sich um einen Hamburger, dessen Bestandteile das Ehepaar selbst herstellt. Am Fähranleger sind auch Kanadier und Kajaks für insgesamt 25Personen auszuleihen. Außerdem ist der Platz dafür ausgelegt, Wasserwanderer, die mit Zelten anreisen, zu beherbergen.

Maik Slotta und seine Frau haben den Betrieb des Wasserfahrzeugs an der Schnittstelle überregionaler Radwanderwege zu ihrem Lebensinhalt werden lassen. So war es ihnen von Anfang an wichtig, die prominente Einrichtung auch für Feste zu nutzen. Bereits 2012 hoben die damaligen Jungunternehmer das erste Fährfest aus der Taufe - mit den Oder-Spree-Musikanten und mehr als 300 Gästen. Im Folgejahr wurde das Dorffest mit dem Fährfest zusammengelegt, sodass Leißnitz im Sommer zwei Tage lang mit mehr als 700 Gästen feierte. In diesem Jahr war der Auftritt der Liedermacher "Olaf Hof und Luz" kultureller Höhepunkt des Fährfestes.

In der kalten Jahreszeit, von Ende November bis Ostern, haben sich die Slottas auf ein zweites Standbein verlegt, um die saisonale Pause zu überbrücken. So verkauft das Ehepaar frisch geräucherte Fische auf Parkplätzen von Einkaufsläden in Lieberose und Beeskow. Dazu zählen Forellen, Saiblinge, Heilbutt und Karpfen. Auch Plattenservice bietet das geschäftstüchtige Ehepaar, das einen erwachsenen Sohn und zwei jugendliche Töchter hat, an.

Beim Wettbewerb um den Existenzgründerpreis der Oderlandregion hat Maik Slotta schon zweimal teilgenommen. 2014 errang er mit seiner Geschäftsidee sogar den zweiten Preis. "Die Fähre zu übernehmen war für meine Frau und mich genau die richtige Entscheidung", sagt Slotta. Man werde zwar nicht reich davon, könne aber ruhiger leben. Der Mann spricht aus Erfahrung, schließlich hatte er 2008 aus gesundheitlichen Gründen seinen erlernten Beruf des Baufacharbeiters aufgeben müssen. Vier Jahre waren geprägt von Krankheit, Kurzeitjobs und Arbeitslosigkeit. "Das ist seit 2012 definitiv vorbei", so Maik Slotta.

Seitdem er die Fähre betreibt, ist die Zahl der Fahrgäste stetig gestiegen. Knapp 10 000 sind es jährlich. Mehr als 200 Tage im Jahr steht der Mann mit der Lizenz zum Fahren und Garen am Spreeufer bereit, um Fahrgäste auf die jeweils andere Uferseite zu befördern. Sein Arbeitsgerät ist landesweit einzigartig: Das Leißnitzer Wasserfahrzeug ist die einzige Handseilzugfähre in Brandenburg. Dies hat sich auch schon in den Medien herumgesprochen. Regelmäßig ist die Fähre in der Märkischen Oderzeitung in Wort und Bild zu finden. Auch Fernsehsender geben sich bei Slotta die Klinke in die Hand: So war die Fähre mehrmals Gegenstand von Beiträgen im MDR und im rbb. Darunter ein Wetterdreh mit Attila Weidemann. Auch der Entertainer, Moderator und Schauspieler Beppo Küster war schon vor Ort.

www.faehre-leissnitz.de

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