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Ein Lebensbaum wird zum Lebenstraum

Haben die Geschichte des Guts Ackermannshof gründlich erforscht: Das Künstlerehepaar Rose und Otto Schack.
Haben die Geschichte des Guts Ackermannshof gründlich erforscht: Das Künstlerehepaar Rose und Otto Schack. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 23.12.2015, 03:44 Uhr
Ackermannshof (MOZ) Hinter jedem Adventstürchen eine Geschichte: Wir haben uns auf die Suche nach interessanten Pforten begeben und geschaut, was sich dahinter verbirgt. Bis Heiligabend öffnen wir jeden Tag eine Tür. Heute: die Tür des alten Guts Ackermannshof.

An den Fenstergläsern des Eingangs schlängeln sich - auf jeder Seite - zwei Lebensbäume empor. Die schmiedeeisernen Applikationen an dem Eingang zum Heim von Rose und Otto Schack gefallen dem Ehepaar besonders gut. Dennoch, Otto Schack könnte sich nicht entscheiden, welches der dekorativen Elemente sein Lieblingsstück ist. Denn schön findet er auch die aufgesetzte Rosette.

"Während des Kaiserreichs überlegte man: Welcher Stil passt zu uns?", erzählt der Künstler und streicht vorsichtig über das Kiefernholz der Tür. "Gefallen fand man an der Renaissance. Deshalb finden sich heute in den Bauten von damals solche Stilelemente wieder", sagt der 78-Jährige. Die Rosette sei allerdings durch Vorderasien geprägt. "Die Perser haben Rosen gezüchtet, was sich über Griechenland weiter nach Europa verbreitete", erklärt Otto Schack. So sei das Ornament ein wiederkehrendes Bauelement im europäischen Stil.

Eine Tafel auf dem Grundstück zeigt das Baujahr des Gutshauses: 1812. "Die Tür wurde allerdings herausgerissen", erzählt Otto Schack. Kennengelernt hat er das Haus um 1970 als geteiltes Haus. Eine dicke Mauer trennte den Bau in zwei Unterkünfte. Platz für eine große Tür war dort nicht. "Wir zogen - von vorn aus gesehen - in die rechte Haushälfte. Die Tür war sehr schmal. Nicht zu vergleichen mit der Größe unserer heutigen Tür. Unsere Nachbarn betraten ihre Wohnung über den Hinterhof", erinnert sich Otto Schack zurück.

Erst nach etwa 17 Jahren, nachdem die Nachbarn ausgezogen waren, zeigte sich die ganze Größe der Originaltür. "Wir erworben das Haus vollständig und Otto baute es dem alten Stil getreu um", erzählt Rose Schack. Größtes Unterfangen dabei war die Erneuerung der Fassade sowie das Herausreißen der Mauer, die das Haus teilte.

Dabei kam der Sturz der ursprünglichen Tür zum Vorschein. Grund genug für das Paar, sich auf die Suche nach einer passenden Tür zu machen. "Entscheidend dabei war die Höhe", sagt Otto Schack. Und eine Tür von mehr als drei Metern Höhe zu finden, sollte sich als wahre Herausforderung herausstellen.

In Werneuchen fand sich allerdings jemand, der eine passende Tür hatte. "Es dauerte eine Weile bis sie tatsächlich eingebaut war", erzählt Otto Schack. Denn der Händler suchte jemanden, der die ursprüngliche Form nicht veränderte, sondern den historischen Stil beibehielt. "Wir sollten ihm erst zeigen, wie sehr uns das historische Vorbild am Herzen lag", erklärt der Künstler.

Bis zum Einbau mussten sich die Schacks an der nackten Flügelseite mit Brettern behelfen. "Die alte, schmale Tür war noch drin. Nur die offene Seite mussten wir zunageln", sagt Otto Schack. Umso schöner war es, als das Holz-Juwel endlich eingebaut war. Eine Tür ist ein Gegenstand, der über lange Zeit bestehe und viele Geschichten erzählen könne, meint Otto Schack. So etwa die Innentüren des ehemaligen Gutshauses, die teilweise im Stall gefunden wurden. Aber auch der Haupteingang habe viel zu berichten. Zum Beispiel von heute: dem Tag, an dem die Schacks ihren 50. Hochzeitstag genießen.

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