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Zwerge auf dem Husky-Hof

Snacks für die Rasselbande: Der Frankendorfer Elmar Fust (vorne) weiß, wie er die Aufmerksamkeit der Welpen und ihrer Mutter auf sich ziehen kann. Für die Gäste, die sich am Dienstag die Huskys anschauten, war das ein wahres Schauspiel.
Snacks für die Rasselbande: Der Frankendorfer Elmar Fust (vorne) weiß, wie er die Aufmerksamkeit der Welpen und ihrer Mutter auf sich ziehen kann. Für die Gäste, die sich am Dienstag die Huskys anschauten, war das ein wahres Schauspiel. © Foto: MZV
Judith Melzer-Voigt / 06.01.2016, 18:29 Uhr
Frankendorf (MZV) Es herrscht vollkommene Ruhe auf dem Hof im Frankendorfer Neudorf. Doch das ändert sich schlagartig, als Elmar Fust an den kleinen Zaun tritt und "Zwerge" ruft. Plötzlich stürmen fünf kleine Fellbälle aus der Scheune. Die Frankendorfer Huskys haben Nachwuchs bekommen.

Neun Junge hat Hündin Reeta am 13. Oktober auf die Welt gebracht. Vier wurden inzwischen an Freunde abgegeben. Die anderen fünf - Riina, Yona, Yahto, Pekka und Malin - bleiben Teil des Frankendorfer Rudels. Mittlerweile sind die Kleinen gewachsen, wenn auch etwas ungleichmäßig, wie Elmar Fust erklärt: "Diesen Eindruck hat man zumindest", sagt er. "Mal hängt ein Ohr schon runter, dann sieht der Kopf etwas größer aus." Die tapsigen und noch etwas wilden Jungtiere sind momentan der absolute Publikumsliebling der Besucher von "Freizeit mit Huskies".

30 dieser stolzen Hunde leben zur Zeit auf dem Hof, inklusive der Welpen, die 13 Wochen alt sind. Angefangen haben Elmar Fust und seine Partnerin Sabine Kühn mit 14 Tieren. Die Entscheidung, sich auf Siberian Huskys zu konzentrieren, war eher ein Zufall. "Ich wollte immer einen Hund und bin zufällig über die Schlittenhunde gestolpert", erklärt Elmar Fust. Das kam auch der Passion des gebürtigen Niedersachsen zugute. Er liebt den Wintersport. Mit den Siberian Huskys haben er und Sabine Kühn einen Glücksgriff für die spätere Arbeit mit Besuchergruppen gemacht. "Ein Rassemerkmal ist, dass diese Hunde absolut friedfertig gegenüber Menschen sind", so Fust. "Sie haben keine Wacheigenschaften und sind nicht aufdringlich." Das sei wichtig für die Arbeit mit Kindern und Erwachsenen, die eine gewisse Scheu an den Tag legen.

Als Fust und Kühn mit "Freizeit mit Huskies" starteten, war es erst nur ein nebenberufliches Engagement. Doch schnell wurde ein Vollzeit-Job daraus. "Wir haben Gäste aus ganz Deutschland, aber auch internationale Besucher", sagt Elmar Fust. Aus Australien, Singapur, Indien und jüngst auch aus Jordanien kamen schon Menschen, die an einer Tour mit den Huskys interessiert waren. "Meist sind das Berlin-Urlauber, die unser Angebot im Internet entdecken." Die Arbeit mit den unterschiedlichen Kulturkreisen ist spannend für das Team. Mittlerweile haben sich die Mitglieder auch weitergebildet: Das Siegel "Service-Qualität Deutschland" prangt an der Eingangstür zum Hof. Dahinter stecken etliche Schulungsstunden.

Die angebotenen Programme sind ebenso gewachsen wie das Hunderudel auf dem Hof. Für Familien haben Elmar Fust und Sabine Kühne ebenso etwas im Angebot wie für Firmen oder Schulen. "Die Hälfte macht das Wanderprogramm mit den Hunden aus", so Fust. Da gebe es reichlich "Wiederholungstäter", die mit den Tieren durch die Region rund ums Kunstertal ziehen. Doch auch die Gespannfahrten sind immer wieder ein Publikumsmagnet.

Dabei ist es laut Fust auch egal, ob Schnee liegt oder nicht. Bleibt die weiße Pracht weg, nehmen die Teilnehmer kurzerhand einen Wagen mit Rädern statt eines Schlittens. "Aber die Gäste fragen schon immer, ob die Wahrscheinlichkeit für Schnee hoch ist", sagt der Frankendorfer. "Ich erkläre ihnen dann, dass sie nicht davon ausgehen sollen." Manchmal sei es sogar schwieriger, wenn - wie momentan - nur wenig Schnee liegt. Die Menge reicht nämlich für den Schlitten noch nicht aus. "Aber es geht ja auch vor allem darum, die Hunde zu erleben. Daher haben wir das ganze Jahr über Saison." Den Tieren sei das Wetter egal. Nur ihre Leistungskurve sei etwas höher im Winter.

In der kommenden Zeit will Elmar Fust vor allem die Arbeit mit Schulklassen etwas ausweiten. "Da können die Kinder sehen, wie ein Rudel funktioniert und dass es auch Parallelen zu Menschengruppen gibt", sagt er.

Bei "Freizeit mit Huskies" wird auch ausgebildet: Momentan wird ein Tierpfleger-Azubi gesucht. Nähere Informationen gibt es unter (03 39 24) 7 99 46.

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