Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Berufungsverfahren wegen Tierquälerei

Tierwegnahme: Vor knapp drei Jahren verlor Manuela N. ihre Pferdeherde. Dagegen hatte sie geklagt.
Tierwegnahme: Vor knapp drei Jahren verlor Manuela N. ihre Pferdeherde. Dagegen hatte sie geklagt. © Foto: MZV/Schönberg
Christian Schönberg / 12.01.2016, 17:18 Uhr
Linow/Schwedt (MZV) Das Landgericht Neuruppin muss sich am 25.Januar in einem Berufungsverfahren mit Fällen von Tierquälerei befassen, die der Linower Landwirtin Manuela N. vorgeworfen werden.

Das Amtsgericht Schwedt hatte die 55-Jährige im Mai 2014 zu einer Geldstrafe von 1000Euro verurteilt. N. soll eine verletzte Kuh in Frauenhagen (Uckermark) in einem Einzelgatter zwei Tage lang unbehandelt und ohne Nahrung und Wasser zurückgelassen haben. Das Gericht sah den Vorwurf der Tierquälerei als erwiesen an. Doch N. legte gegen das Urteil Berufung ein.

Damit steht die Linowerin nicht allein. Auch die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Richterspruch beantragt, den Prozess in nächster Instanz neu aufrollen zu lassen. Die Ankläger hatten der Linower Landwirtin nämlich auch Tierquälerei in anderen Fällen vorgeworfen: Einmal soll sie einer kalbenden Kuh nicht geholfen haben, obwohl es bei der Geburt erhebliche Probleme gab. Zum zweiten soll N. drei Pferde nicht ausreichend mit Nahrung und Wasser versorgt haben. Doch diese Fälle sah das Amtsgericht Schwedt seinerzeit als nicht erwiesen an.

Das Landgericht wird sich nun mit allen Fällen nochmal befassen müssen. Dazu sind insgesamt fünf Zeugen vorgeladen. Angesetzt ist laut Landgerichtssprecherin Iris le Claire nur ein Verhandlungstag.

N. war auch in Neuruppin 2014 wegen Tierquälerei verurteilt worden. Damals hatte sie ein Pferd ihrer Herde im Heimatdorf Linow trotz einer schmerzhaften Hufverformung nicht behandeln lassen. Die katastrophalen Haltungsbedingungen der unkontrolliert auf mehr als 160Pferde angewachsenen Herde hatte den Landkreis im März 2013 bewogen, Manuela N. alle Tiere wegzunehmen. Die Aktion samt Untersuchung und Registrierung der Tiere hatte die Veterinärbehörde insgesamt 160000 Euro gekostet. Auf dem Geld blieb sie sitzen, denn N. hatte gegen diese Wegnahme geklagt. Auch dieses Verfahren ist bislang nicht abgeschlossen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG