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Zum Toben nur mit größter Vorsicht

Spielen mit Hindernissen: Der Katerbower Spielplatz liegt an der Landesstraße 18 und ist über eine Verkehrsinsel erreichbar. Das ist für einige Gemeindevertreter eine Gefahrenquelle.
Spielen mit Hindernissen: Der Katerbower Spielplatz liegt an der Landesstraße 18 und ist über eine Verkehrsinsel erreichbar. Das ist für einige Gemeindevertreter eine Gefahrenquelle. © Foto: MZV
Judith Melzer-Voigt / 19.01.2016, 18:38 Uhr
Katerbow (MZV) Der Katerbower Spielplatz hat durchaus einige Vorteile: Er ist vor allem groß und bietet viel Platz zum Toben. Doch einen entscheidenden Nachteil gibt es: Das Areal liegt direkt an der viel befahrenen Landesstraße 18. Daher kam nun die Idee auf, den Spielplatz zu verlegen (RA berichtete). Doch das gefällt nicht allen Gemeindevertretern.

Katerbows Ortsvorsteher Wolf-Peter Kageler hat den Vorschlag am Montagabend während der Sitzung der Gemeindevertreter erläutert. Er selbst wohnt gegenüber dem Spielplatz und beobachtet, wie die Kinder an der L 18 stehen und nicht rüberkommen, weil so viele Autos und Lkw die Strecke nutzen und dort "lang donnern, und das mit zwei Metern Abstand zueinander". Daher schlug er eine Verlegung des Platzes mitten ins Dorf vor, in Absprache mit einigen Eltern aus dem Ort. "Alternativ wäre auch möglich, eine Fußgängerampel oder einen festen Blitzer aufzustellen", so Kageler. "Aber das ist wohl finanziell nicht möglich." Temnitzquells Bürgermeister Johannes Oblaski stand der Idee positiv gegenüber. "Ich hatte damals schon Bedenken, einen Spielplatz an einer Gefahrenstraße zu bauen", sagte er. Kinder würden mitunter "sehr unbedacht" über die Straße laufen. Daher sei eine Verlegung des Areals nur zu empfehlen, so Oblaski.

Der Abgeordnete Rüdiger Rogge machte aber noch einen anderen Vorschlag: einen Zebrastreifen auf der L 18. Doch dem Gemeindevertreter Harri Graf gefiel die gesamte Diskussion nicht. Die Verkehrsinsel auf der Landesstraße biete Schutz beim Überqueren. Außerdem befinde sich eine Eiche genau dort, wo der neue Spielplatz im Dorf entstehen könnte. "Und wir haben hier ständig mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun", so Graf. Auch in Städten würden Kinder viele Straße überqueren müssen - da sei das auch in Katerbow machbar. "Wir müssen das Für und Wider abwägen", sagte Helmut Braun. "Nicht dass sich Anwohner nach der Verlegung über den Kinderlärm beschweren." Gabriela Wäbersky gab zu bedenken: Erst vor zwei oder drei Jahren habe die Gemeinde ein Stück Land am jetzigen Spielplatz gepachtet - als Fläche zum Fußballspielen. Sie sprach sich ebenfalls für einen Zebrastreifen aus - auch mit Blick auf die Kosten für die Verlegung, die bei rund 5 000 Euro liegen würden.

Johannes Oblaski erinnerte aber daran, dass schon einmal versucht wurde, einen solchen Schutzstreifen auf der L 18 beim Amt für öffentliche Sicherheit und Verkehr des Kreises zu beantragen. "Das wurde und wird abgelehnt", sagte er. "Aber wenn dem Landkreis die Kinder wichtig sind, kann er sich nicht sperren", war Harri Graf überzeugt.

Das Amt wurde am Ende beauftragt, einen Zebrastreifen und eine durchgängige Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde beim Kreis zu beantragen. Bisher gilt dieses Tempolimit noch wochentags von 6 bis 18 Uhr.

Gibt es erneut eine Absage vom Amt für öffentliche Sicherheit und Verkehr, wollen sich die Gemeindevertreter noch einmal mit der Verlegung des Spielplatzes befassen. Um die Kosten etwas zu reduzieren, soll dann auch darüber gesprochen werden, welche Arbeiten Freiwillige in der Gemeinde selbst erledigen können.

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