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Arztpraxen im Verbund-Modell

Seelow, 26.01.2016: Teamwork: Allgemeinmedizinerin Ludmila Michailow im Gespräch mit dem Kaufmännischen Direktor des Evangelischen Diakonissenhaus BErlin Telow Lehnin, Wolfgang Taciak.
Seelow, 26.01.2016: Teamwork: Allgemeinmedizinerin Ludmila Michailow im Gespräch mit dem Kaufmännischen Direktor des Evangelischen Diakonissenhaus BErlin Telow Lehnin, Wolfgang Taciak. © Foto: Matthias Lubisch
Ines Rath / 27.01.2016, 08:00 Uhr
Hohenjesar (MOZ) Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin engagiert sich für den Erhalt und die Wiederbelebung von Arztpraxen in der Seelower Region. Nach der chirurgischen Praxis am Seelower Lutherstift-Krankenhaus betreibt der Unternehmensverbund nun auch die Landarztpraxis in Hohenjesar.

In Podelzig war der Versuch einst noch gescheitert. Jetzt greift das Modell der Arztpraxis als Zweigstelle im Verbund in der Region gleich zweifach: Zu Jahresbeginn hat die Medizinische Einrichtung gGmbH (MEG) Teltow den Betrieb der chirurgischen Praxis von Uwe Augstein am Seelower Lutherstift-Krankenhaus übernommen. Am 8. Februar wird die Landarztpraxis im Alt Zeschdorfer Ortsteil Hohenjesar wiedereröffnet. Auch ihr Betreiber ist die MEG als Tochterunternehmen im Verbund des Evangelischen Diakonissenhauses, zu dem auch das Lutherstift-Krankenhaus Frankfurt-Seelow gehört. Ärztin Ludmila Michailow wechselt im Februar aus dem Seelower Krankenhaus in die Hohenjesarer Landarztpraxis.

"Zeschdorfs Bürgermeisterin Frau Franke ist auf mich zugegangen", erinnert sich die sympathische Ärztin, die aus Kasachstan stammt und seit 2005 in Seelow lebt und arbeitet. Sie war als Assistenzärztin auf der Inneren und später der Chirurgischen Abteilung des Lutherstift-Krankenhauses tätig.

Vor etwa zwei Jahren sei sie letztlich zu der Erkenntnis gekommen, dass sie eigentlich lieber als Allgemeinmedizinerin in einer Praxis als im Krankenhausarbeiten würde, erinnert sich Ludmila Michailow. Ihr Wunsch kam der kaufmännischen Leiterin des Lutherstift-Krankenhauses Doris Wilde zu Ohren. Die kannte auch das Problem der Schließung der Hohenjesarer Landarztpraxis - und führte Bürgermeisterin und Ärztin zusammen.

Doch Ludmila Michailow wollte keine eigene Niederlassung. "Nicht mehr in meinem Alter", sagt die 54-Jährige. Auch da wusste Doris Wilde Rat: Sie knüpfte den Kontakt zu Wolfgang Taciak, dem kaufmännischen Direktor des Evangelischen Diakonissenhaus in Lehnin. Er ist auch für die Teltower MEG zuständig, die "seit etwa zehn Jahren medizinische Versorgungspraxen im Land betreibt", wie Taciak sagt.

MEG und Ärztin kamen "unter einen Hut", sie werden sich die Verantwortung teilen. Vor allem, was die Buchhaltung und Abrechnung gegenüber den Krankenkassen betrifft. Ganz uneigennützig handelt die MEG nicht. Der Krankenhausbetreiber habe natürlich Interesse daran, dass die Patienten aus der Region in seine Häuser kommen. Eine Verpflichtung zur Einweisung in Krankenhäuser des Verbundes bestehe aber keinesfalls, betont Wolfgang Taciak.

Bevor Ludmila Michailow Landärztin werden konnte, musste sie jedoch einige Hürden nehmen. Vor allem die der Facharztprüfung als Allgemeinmedizinerin. Die Seelowerin durchlief nicht nur andere Stationen im Krankenhaus. Sondern sie ging sozusagen noch einmal in die Lehre - beim Seelower Allgemeinmediziner Dr. Dieter Bärmann. Anderthalb Jahre hat Ludmila Michailow in seiner Praxis gearbeitet, war dort angestellt. "Das war eine tolle, sehr lehrreiche Zeit", sagt die Ärztin, die zunächst die Fachrichtung Kinderheilkunde gewählt hatte, dankbar.

Am 7. Oktober 2015 hat Ludmila Michailow ihre Facharztprüfung bestanden, zum Januar die Zulassung als Kassenärztin bekommen. Nach der Renovierung der Hohenjesarer Praxis ist am 8. Februar Wiedereröffnung. Ab 14 Uhr erwarten die Ärztin und zwei bekannte Gesichter die Patienten: die Krankenschwestern Angela Rabe und Christin Stregel. Beide waren schon bei Vorgänger Dr. Fuchs tätig. "Wir hoffen, dass viele ehemalige Patienten von Dr. Masius und Dr. Fuchs in die Praxis zurück kehren", sagt Wolfgang Taciak.

Der MEG-Vertreter kündigt für die chirurgische Praxis am Seelower Lutherstift-Krankenhaus Verstärkung an. "Wir werden dort zwei weitere Ärzte aus dem Krankenhaus anstellen", so Taciak. Sie sollen Chirurg Uwe Augstein entlasten, der nach schwerer Erkrankung kürzer treten muss. "Wir wollten helfen, die Praxis zu erhalten", begründet Wolfgang Taciak das Engagement.

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